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Zweiteilung am Covered-Bond-Markt

Von Dr. Oliver Everling | 6.Oktober 2010

Neuemissionen und Aufstockungen im Volumen von knapp 26 Mrd. Euro im September und ein aktiver Start des Oktobers haben das bisher erreichte jährliche Volumen an neuen gedeckten Papieren auf mittlerweile knapp über 155 Mrd. Euro getrieben (berücksichtigt sind hierbei sämtliche Emissionen ab einem Volumen von 500 Mio. Euro). Mit einem 16 %igen Anteil hat Spanien die Nase am Primärmarkt vorn, gefolgt von den strukturierten französischen Covered Bonds mit einem Anteil von 14 %. Die Anteile deutscher gedeckter Bonds liegen mit 6 % für Hypothekenpfandbriefe und 9 % für Öffentliche Pfandbriefe eher im Mittelfeld, berichtet die DZ BANK, und deutsche Emittenten haben in den zurückliegenden Monaten eher auf kleinvolumige Anleihen zurückgegriffen.

„Der Primärmarkt ist nach wie vor aufgrund der fehlenden Liquidität im Sekundärhandel aktuell fast die einzige Möglichkeit für Investoren, Neuengagements einzugehen. Denn am Sekundärmarkt bleibt die Lage unverändert,“ sagt Sebastian Sachs vom DZ BANK Research, „sie hat sich sogar eher in den vergangenen Wochen noch leicht verschlechtert. Besorgniserregend finden wir vor allem, dass die teils generösen Aufschläge, die am Primärmarkt gezahlt werden (vor allem von spanischen Emittenten), nicht mehr dazu führen, dass sich die entsprechenden Bonds in den ersten Handelstagen merklich einengen. Vielmehr war jüngst zu beobachten, dass sich die Spreads der bereits ausstehenden Bonds in Richtung der Primärmarktniveaus bewegen – von den Neuemissionen geht folglich eine eher negative Wirkung auf das generelle Spreadniveau aus.“

Liquidität wird hingegen nicht generiert. „Es muss unserer Einschätzung nach also befürchtet werden, dass sich die aus Emittentensicht teils sehr teuren Niveaus, auf denen die neuen gedeckten Bonds auf den Markt kommen, zumindest kurz-, aber wohl auch mittelfristig nicht verbilligen werden. Wie sich dies auf die Bereitschaft, neue Covered Bonds zu begeben, auswirken wird, bleibt abzuwarten. Für Investoren bedeutet dies jedoch, dass Neuemissionen, sofern an die pünktliche Zahlung von Zinsen und Nennwert geglaubt wird, unter Carry-Gesichtspunkten sogar noch attraktiver werden.“

„Das uneinheitliche – und im Bezug auf die Unterscheidung von Primär- und Sekundärmarkt sogar zweigeteilte – Bild, das der Covered-Bond-Markt uns nun schon seit Monaten bietet, bleibt uns also noch mindestens eine Weile erhalten“, urteilt Sebastian Sachs.

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