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Verschiebung von Kredit- zu Anleihemärkten

Von Dr. Oliver Everling | 2.Februar 2011

Investmentbanker sagen immer vorher, M&A wird kommen, die Aktienmärkte werden laufen usw. Mit dieser Bemerkung leitet Dr. Stephan Leithner, Leiter Corporate Finance Deutschland, Deutsche Bank AG, seinen Vortrag zum Thema „Was wird anders sein in M&A-, Aktienemissions- und Anleihen-/Kreditmärkten in 2011?“ ein. Leithner sprach auf der Handelsblatt Konferenz „Kapitalmarktforum 2011″.

Tatsächlich sei eine deutliche Erholung der globalen M&A Märkte zu beobachten. Deutschland habe aber nur etwa 2 % des globalen M&A-Volumens beigetragen, was nicht der Wirtschaftskraft Deutschlands entspreche. Die Voraussetzungen seien aber gesetzt, um sich wieder stärker zu beteiligen. Vor dem Hintergrund einer günstigen Finanzierung seien die Bedingungen dafür gesetzt.

Unfreundliche Übernahmen werden an Bedeutung gewinnen. Großkonzerne sehen kein Problem darin, unfreundlich – also ohne Abstimmung mit den aktuellen Management – Unternehmen zu übernehmen und zur richtigen Aktionärsstruktur zu kommen. Die Rückkehr der IPOs sei von dem Fundmentaltrend des Anstieg des IPO-Volumen getragen gewesen. Woche für Woche würden die IPOs auch in China weitergehen. Das Jahr des Hasens werde in China dennoch anders und von neuen Faktoren beeinflusst sein.

Die fortlaufende Verschiebung von Kredit- zu Anleihemärkten zeige sich in der Entwicklung des weltweiten Kredit- und Anleiheemissionsvolumens. Dies sei insbesondere ein Wachstum der non-investment-grade-Märkte. Der Kreditmarkt werde wesentlich bessere Konditionen bieten, als dies in der letzten Zeit der Fall war.

Anhaltender Trend nach Asien, Erholung in Europa, verstärkte Aktivität großer Unternehmen, Zunahme „feindlicher“ Übernahmen, Rückkehr der Finanzsponsoren, auch in Europa, Eigenkapitalstärkung von Finanzunternehmen, Re-Privatisierungen von Staatsbeteiligungen – das sind Leithners Eckpunkte des Ausblicks auf 2011. Die Dynamik geht vom privaten Sektor in Asien aus. Herausforderungen liegen auch darin, dass „Refinanzierungsberge“ adressiert werden müssen. Weniger Kredite und mehr Anleihen, das sei der Trend.

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