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Steinbrück erwartet Zinsanstieg

Von Dr. Oliver Everling | 23.Februar 2011

Der Geburtsfehler der Währungsunion war die Schaffung einer Währungsunion ohne politische Union – das wird eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunft sein, sagt Peer Steinbrück, MdB. Der Bundesminister a.D. sprach über realwirtschaftliche Herausforderungen der Schulden-, Währungs- und Inflationsrisiken auf der Scope Investment Conference Institutionelle Immobilienfonds in Frankfurt am Main.

Dies sagt Steinbrück vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in Nordafrika, die sich aufgrund der hohen Exportabhängigkeit noch stärker auf Deutschland auswirken würden als auf andere Länder. „Europa ist nicht Bestform“, sagt Steinbrück, da auch ein gemeinsames außenpolitisches Konzept fehle. Das Europa der 12 auf das ein Europa der 27 zu erweitern, ohne die Statuen anzupassen, habe die Handlungsfähigkeit belastet. Europa habe keine „Telefonnummer“, beklagt Steinbrück – wenn ein Amerikaner frage, wen er anrufen soll, um mit „Europa“ zu sprechen, kämen ein halbes Dutzend Telefonnummern in Frage. Europa fehle die einheitliche Stimme mit entsprechenden Konsequenzen.

„Was würde passieren, wenn die Chinesen ihr Vertrauen in den Dollar verlieren?“ Steinbrück sieht eine Verlagerung der Interessen Chinas voraus, etwa, noch mehr in Rohstoffe statt in US-Dollar zu investieren. Allein bei Fannie Mae und Freddie Mac vermutet Steinbrück in den USA 500 bis 600 Mrd. US$ der Chinesen. Die USA könnten sich schon bald vor größte Schwierigkeiten gestellt sehen, ihrer Bevölkerung die von Chinesen gewünschten Anpassungsmaßnahmen zu erklären.

Man wird mit ansteigenden Zinsen rechnen müssen nach dem Motto „wie bekommt man die Zahnpasta wieder in die Tube?“, prognostiziert Steinbrück mit Blick auf die Politik des billigen Geldes. Insbesondere im nicht-regulierten Bereich finde man das billige Geld grandios, um das Spiel fortzusetzen, das man schon vorher spielte mit viel Fremdkapital.

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