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Bekenntnis zur Depotbankfunktion

Von Dr. Oliver Everling | 4.Januar 2011

Die im Rundschreiben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gestellten erhöhten Anforderungen an das Depotbankgeschäft werden bei konsequenter Umsetzung und einem klaren Bekenntnis gerade kleinerer Häuser zur Depotbankfunktion zu einem Zuwachs an Servicequalität führen, prognostizieren Dr. Laurenz Czempiel und Martin Strauß in ihrem Beitrag zum Sammelwerk von Volker Braunberger, Uwe Rieken und Oliver Everling (Herausgeber) „Rating von Depotbank und Master-KAG“ nach (Gabler Verlag – Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, http://www.gabler.de/, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-8349-2578-7).

Gewünscht sei dabei kein Verdrängungswettbewerb der Banken untereinander, sondern ein Wettbewerb um Nachhaltigkeit und Kompetenz im Sinne der Kunden. Diese Qualität werde nicht durch mehr Konsolidierung erzielt, machen Strauß und Czempiel in ihrem Artikel klar: „Notwendig und sinnvoll ist vielmehr ein Nebeneinander verschiedener Anbieter, die den unterschiedlichsten Kundenwünschen Rechnung tragen können. Die Monopolstellung einiger weniger großer Anbieter wäre hierbei nicht hilfreich und auch nicht im Sinne der BaFin.“

Kleinere Institute sind gefordert, ihre Infrastruktur neu auszurichten und gegebenenfalls über das Outsourcen von Aufgaben nachzudenken, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Nach der Umsetzung entsprechender Maßnahmen werden auch diese Häuser vom Anleger als leistungsfähig und kompetent wahrgenommen. „Zudem eröffnet sich durch die Auslagerung von Aufgabenbereichen und die Etablierung standardisierter, aber systemoffener Prozesse die Möglichkeit,“ zeigen die Autoren im Buch von Braunberger, Everling und Rieken auf, „die Servicequalität und Flexibilität erheblich zu steigern und sich damit gegenüber großen Anbietern zu behaupten. Kleine Depotbanken können hier mit kreativen Modellen sogar zum Motor der zukünftigen Entwicklung werden und zur Vielfalt des Marktes beitragen.“

Die Frage, ob die Existenzberechtigung kleinerer Depotbanken auf dem Prüfstand steht und das allein ausschlaggebende Kriterium für den Geschäftserfolg eines Instituts ausschließlich in der Größe des verwalteten Volumens, der Anzahl der Mitarbeiter oder der Anzahl der verwalteten Mandate zu sehen ist, verneinen die Czempiel und Strauß. „Ein Depotbankrating kann hier die entscheidenden Impulse liefern. Letztendlich wird sich das Aussehen der deutschen Depotbanklandschaft in den kommenden Jahren sicher deutlich verändern. Neben den Großbanken wird es auch weiterhin kleinere Anbieter geben, die individuelle Lösungen für eine spezielle Klientel erarbeiten und umsetzen. Nur so wird es auch zukünftig möglich sein, alle Kundengruppen zu bedienen und außerdem den deutschen Depotbankmarkt im internationalen Wettbewerb zu stärken.“

Themen: Bücher, Depotbankrating | Kein Kommentar »

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