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Berentzen-Gruppe im URA Emissions Check

Von Dr. Oliver Everling | 11.Oktober 2012

Neu in den URA Emissions Check aufgenommen wurde die am ersten Zeichnungstag (8.10.2012) voll platzierte Anleihe der Berentzen-Gruppe AG. Mit 2 „URA-Haken“ und einem Punktwert von 3,6 hat die Anleihe den Sprung unter die URA TOP MidCap Bonds (mindestens 3 „URA-Haken“ bei einem Punktwert <3,5) knapp verfehlt; die Bewertung beruht auf den Zahlen des GJ 31.12.2011 sowie der kumulierten 4 Quartale zum 30.6.2012. Die guten Bondspezifischen Kennzahlen (bilanzielle Verschuldung sowie Zinsaufwand niedrig) und die hohe Eigenkapitalquote werden etwas relativiert durch folgende Aspekte:  Da die Vorzugsaktien am Regulierten Markt der Frankfurter Börse (General Standard) notieren, darf Berentzen für die an der Frankfurter Mittelstandsbörse (Entry Standard) notierte Anleihe auf ein – eigentlich grundsätzlich vorgeschriebenes – Emittentenrating verzichten. Da ein fehlendes Rating nicht den Erwartungen des Kapitalmarktes für Anleihen entspricht, gibt es hierfür im URA Emissions Check einen Punkteabzug. Außerdem haben die Anleihegläubiger bei einem Kontrollwechsel keine Kündigungsmöglichkeit (die Beteiligungsgesellschaft Aurelius AG hält 91,2% der Stammaktien und damit der Stimmrechte), warnen die Analysten der URA. Es existieren nach ihren Angaben Factoringverträge (echtes Factoring, so dass hohe Forderungen in der Bilanz bis auf einen Sicherheitsabschlag fehlen) mit einem Höchstvolumen von fast 50 Mio. EUR (darin 40 Mio. mit einer Laufzeit bis 31.3.2014), verglichen mit einer ausgewiesenen Bilanzsumme von 126 Mio.; der Ausfall der Factoringunternehmen bzw. eine ungünstige Vertragsverlängerung würde zu einem starken Anstieg der kurzfristigen Schulden führen.

Nach Erscheinen neuer Halbjahresberichte der Emittenten zum 30.6.2012 hat die URA Rating Agentur im Rahmen ihres Monitorings den Emissions Check für folgende Mittelstandsanleihen aktualisiert: Biogas Nord, FC Schalke, FFK Environment, German Pellets, Katjes, KTG Agrar I+II, MAG IAS, MITEC, MS Spaichingen, MT-Energie, RENA und Valensina. Die Gesamtbeurteilung des Emissions Checks (Anzahl der „URA-Haken“) hat sich für 12 der 13 Anleihen gegenüber dem Stand 20.9.2012 nicht verändert.

Nur MT-Energie hat sich von knapp 4 auf 3 „URA-Haken“ verschlechtert, gehört jedoch weiter zu den URA TOP MidCap Bonds; hier wirken sich die schwache Nachfrage in Deutschland (nach dem Biogas-Boom in 2011) und die deshalb notwendigen Vorleistungen für den verstärkten Ausbau des Auslandsgeschäfts negativ aus. Außerdem hat sich die Bewertung der Underberg-Anleihe nach Erscheinen der Zahlen für das GJ 03.2012 (bisher nur ein – wenig aussagefähiger – Einzelabschluss) von 2 auf 1 „URA-Haken“ verschlechtert (stagnierendes EBIT, Zinsaufwand durch neue Anleihe, rückläufige Eigenkapitalquote).

 

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