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Bonität europäischer Banken

Von Dr. Oliver Everling | 4.Dezember 2009

„Bei Sparkassen und Volksbanken, auch aufgrund des hohen Anteils wohnwirtschaftlicher Finanzierungen, erwarten wir eher niedrigeren Risikovorsorgebedarf“, sagt Stefan Best, Director und Team Leader Financial Institutions Ratings, Standard & Poor’s Frankfurt. Große deutsche Banken unterscheiden sich aber nicht so stark, abgesehen von der Hypo Real Estate und der HSH Nordbank. Viele Banken vermeiden die Verwertung von Sicherheiten, da diese im gegenwärtigen Marktumfeld nicht günstig wäre.

Ertragslage und Kapitalausstattung der europäischen Banken sei dadurch gekennzeichnet, dass jetzt wieder ein leichter Gewinn zu verzeichnen sei. Handelsgewinne hätten dazu beigetragen. Das alles habe geholfen, die Risikovorsorge zu absorbieren. Die guten Ratings werden aber nach wie vor in erster Linie von der staatlichen Unterstützung getragen.

„Wir haben gewisse Zweifel, was die Nachhaltigkeit der Erträge betrifft angesichts der unerwartet kurzfristigen Erholung der Märkte“, sagt Best und schildert die verfügbaren Ertragsquellen der Banken.

„Wir glauben, dass Basel II die Risiken tendenziell unterschätzt“, begründet Best die Vorgehensweise seiner Ratingagentur, die Eigenkapitalberechnung selbst vorzunehmen. Die regulatorisch akzeptierten Hybridinstrumente hätten gezeigt, dass sie in der Krise eben doch bedient werden müssten. Daraus resultiert ihre Behandlung als Fremdkapital. „Nachrangige Verbindlichkeiten haben wir noch nie als Eigenkapital akzeptiert, da diese auf Going-Concern-Basis keinen Wert haben“, zeigt Best auf.

Der Ausblick 2010 ist für die 50 größten Banken bei der Hälfte negativ aufgrund der schwachen Ertragsperspektiven und der hohen Kreditverluste. Die Unterstützung der Regierungen habe natürlich den Abwärtstrend gebremst oder gestoppt. „Diese Situation habe aber nur eine begrenzte Lebensdauer“, sagt Best. Die Herausforderung für die Banken sei, sich von der staatlichen Unterstützung unabhängig zu machen.

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