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DNCA vertraut französischen Banken

Von Dr. Oliver Everling | 1.Februar 2012

Der Pariser Asset Manager DNCA Finance bewertet die Aussichten für den Bankensektor mit Blick auf 2012 wieder etwas positiver. Jean-Charles Mériaux, Leiter des Fondsmanagements bei DNCA Finance, zeigt sich von der Herabstufung französischer Banken durch Standard & Poor’s (S&P) unbeeindruckt und hält erstmals seit Oktober 2008 wieder Bankentitel im Portfolio.

 Jean-Charles Mériaux, Leiter des Fondsmanagements bei DNCA Finance„Der Herabstufung von Crédit Agricole und Société Générale durch S&P sowie der negative Ausblick für die Kreditwürdigkeit von BNP Paribas lässt uns weitestgehend kalt“, so Jean-Charles Mériaux. „Es ist klar, dass die Bewertung eines Landes eng mit den Institutionen, die indirekt vom Staat unterstützt werden, verflochten ist und entsprechende Auswirkungen hat.“ Mériaux hat kürzlich BNP Paribas-Titel in das Portfolio seines Aktienfonds Centifolia aufgenommen.

Seit Oktober 2008 hatte der Fondsmanager Bankaktien bisher aufgrund ihrer Komplexität und des starken Exposures gegenüber Staatsschulden strikt gemieden. Infolge der Krise hat die Branche laut Mériaux jedoch entscheidende Fortschritte gemacht: So sind die Zeiten, in denen die Banken verstaatlicht und unter politischer Kontrolle waren, vorbei. Geldhäuser, die 2008 staatliche Hilfen bekommen hatten, haben das Geld schnell zurückgezahlt und so auch dem Staat ein gutes Geschäft ermöglicht.

Der auf defensive Investments fokussierte Fondsmanager betont, dass er nur solche Bankentitel ins Portfolio aufnimmt, deren Geschäftsmodell er versteht und die seine Bewertungskriterien erfüllen. Laut Mériaux haben französische Banken zu Unrecht einen schlechten Ruf. Gleichzeitig zählt der Bankensektor für ihn immer noch zu den volatilsten Sektoren am Aktienmarkt, weshalb er bei der Titelauswahl vorsichtig bleibt.

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