« | Home | »

Eskalationsmodell für Zertifikate

Von Dr. Oliver Everling | 5.Oktober 2009

„Risiken nicht zu kennen bedeutet, Risiken zu haben“, warnt Florian Schoeller, Chef der Scope Group, in Anknüpfung an ein Zitat von Warren Buffet. Das Motiv für die Entwicklung des Risikokontrollsystems (RKS) war die mangelhafte Information der eigenen Kunden, berichtet Schoeller. So seien die Warnungen vor den Lehmann-Zertifikaten nur von einem Teil der Kunden berücksichtigt und umgesetzt worden. Scope hatte bereits 3 Wochen vor der Insolvenz die Zertifikate von Lehman Brothers auf „distress“ gesetzt.

Das Risikokontrollsystem lässt die Beobachtung aller relevanten Parameter zu: Laufzeitparameter – Restlaufzeit (Tage), Restlaufzeit (Datum), Kupon-/ Rückzahlung (Tage) -, Strukturparameter – Puffer 1., 2. und 3. Schwelle, Seitwärtsrendite -, Kurs- und Spreadparameter – Basiswert Kurs, Zertifikat Briefkurs, Zertifikat Geldkurs, Spread in %, Spread Volatilität -, Bewertungsparameter (Investment-Rating, Risiko-Klasse, Peer Group Ranking), Analyseparameter – Renditeniveau (gesamt), Delta (theoretisch), Max. Gewinn, Max. Verlust (VaR), Null-Verlust-Wahrscheinlichkeit, Differenz zu bestehendem Angebot – sowie Bonitätsparameter – Bonitätsbewertung Scope, Bonitätsrating S&P, Bonitätsrating Moody`s, Bonitätsrating Fitch, Credit Default Swap (CDS) und CDS 3-Monate-Mittel.

Welche Parameter überwacht und bei welchen Schwellen informiert werden soll, bestimmt der Nutzer. Das System informiert, wenn ein Zustand eintritt und zeigt den Zustand so lange an, bis ein anderer Zustand eintritt. Der Risikomonitor zeigt alle Ereignisse auf einen Blick, demonstriert Schoeller live am System. Die Analysedaten werden auf täglicher Basis aktualisiert. Alle Kursdaten oder solche, die sich aus den Kursdaten berechnen, werden im 30-Minuten-Takt aktualisiert.

Die Vorteile des Risikokontrollsystems (RKS) sieht Schoeller in folgenden Aspekten: Das RKS diszipliniert Portfoliomanager und Intermediäre, sich nachhaltig über die Risiken einzelner Produkte und Anbieter Gedanken zu machen. Das RKS ermöglicht die lückenlose Kontrolle von 26 Parametern über viele Produkttypen und Produkte hinweg. Der Risikomonitor verschafft einen kompakten und übersichtlichen Überblick über alle Ereignisse der zu überwachenden Produkte.

Zusätzlich informiert das Email-System proaktiv über alle Ereignisse und verhindert, dass dem Anleger neue Risiken entgehen. Die Informationshierarchien des Email-Systems ermöglichen das Aufsetzen eines eigenen internen Warnsystems. Das Handling des Systems ist äußerst einfach und das Service-Center der Scope Analysis unterstützt Kunden bei der Einrichtung und der Pflege des Systems. Am Beispiel Lehman zeigt sich, dass das Eskalationsmodell die Risiken systematisch reduziert.

Themen: Zertifikaterating | Kommentare deaktiviert für Eskalationsmodell für Zertifikate

Kommentare geschlossen.

  • http://everling.de

    Seit dem Start des Blogs im Jahr 1998 wurden hier mehr als 5.000 Fachbeiträge veröffentlicht. Die seit 2006 nahezu unveränderte Grundstruktur der Website ist Ausdruck einer bewussten editorischen Entscheidung: Statt einer regelmäßigen gestalterischen Neuausrichtung steht die langfristige Dokumentation im Vordergrund. Dadurch bleibt der zeitgeschichtliche Kontext der Veröffentlichungen erhalten. Die Website fungiert damit nicht nur als umfangreiches digitales Facharchiv, sondern zugleich als Zeugnis der Entwicklung wissenschaftlicher Online-Kommunikation seit den Anfängen des Internets im Finanzbereich.
  • ^^^

    RATING EVIDENCE GmbH

    E-Mail:

    info@rating-evidence.com

    Telefon:

    +49 69 772677

    Internet:

    www.rating-evidence.com

    Legal Entity Identifier (LEI):

    529900H7U10QMQQ4CU62

    Amtsgericht:

    Frankfurt am Main, HRB 58721

    Umsatzsteuer-Identifikationsnummer:

    DE286772649

    Geschäftsführer:

    Dr. Oliver Everling

    Büro:

    Ditmarstraße 1
    60487 Frankfurt am Main
    Deutschland