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ETF-Flut treibt Blüten

Von Dr. Oliver Everling | 4.Mai 2011

Die FWW FundStars® bewerten auch Exchange Traded Funds (ETFs). „Da die i.d.R. passiv gemanagten ETFs Indizes abbilden, verwundert es nicht,“ schreiben Frederik Garnies und Matthias Rothe in ihrem Beitrag zum ETF-Ratingbuch (ISBN 978-3-86556-257-9), „dass sie vor allem in Haussen gut abschneiden, wenn sich die Masse der Fonds meist schwertut, den Marktdurchschnitt nach Kosten zu übertreffen. Die Volatilität der ETFs ist dabei vergleichbar mit dem Risiko des Marktes.“

Frederik Garnies, 39, studierte nach dem Abitur in München in an der Leopold-Franzens-Universität in Innsbruck Betriebswirtschaftslehre. Noch während seiner anschließenden Promotion gründete er gemeinsam mit Torsten Iben 1998 die seinerzeitige Financial Webworks GmbH, die seit 2006 als FinGate GmbH firmiert. Während die Promotion unvollendet blieb, entwickelte sich die FinGate GmbH zu einer Holding, deren Unternehmen auf Dienstleistungen für die Finanzindustrie spezialisiert sind. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Investmentfonds. Zur FinGateGroup gehören mittlerweile die FWW GmbH, die FWW Systems GmbH, die FinMedia GmbH sowie Beteiligungen an der FINTAC GmbH und dem Institut für ZertifikateAnalyse (IZA). Frederik Garnies ist heute als geschäftsführender Gesellschafter der FinGate GmbH sowie als Geschäftsführer für die FWW GmbH und die FinMedia GmbH tätig.

Matthias Rothe, 48, ist Geschäftsführer des Fonds-Informationsdienstleisters FWW GmbH. Herr Rothe war Mitarbeiter der ersten Stunde der Firma Micropal, bevor er in die Geschäftsführung der Rating Agentur Standard & Poor’s Fund Services aufstieg. Dort etablierte er neben den S&P Fund Management Ratings und den S&P Fund Stars unter anderem die Standard & Poor’s Fund Awards in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nach seiner Tätigkeit als Geschäftsführer bei Morningstar Germany trat er Anfang 2009 in die Geschäftsleitung der FWW GmbH in Haar bei München ein.

Einen Vorteil von ETFs gegenüber klassischen Investmentprodukten sehen die beiden Autoren darin, dass ETFs im Verhältnis relativ preisgünstig sind. Die günstige Kostenstruktur sowie die Flexibilität und i.d.R. hohe Liquidität, aber auch die oft im Vergleich zum Index stark abweichenden und/oder schwer zu prognostizierenden Ergebnisse der klassischen, aktiv gemanagten Fonds, führen nach ihren Beobachtungen zu einer seit Jahren kontinuierlich ansteigenden Nachfrage. Befeuert werde diese auch dadurch, dass ETFs in kleinen Ordergrößen gekauft werden können.

„Dennoch bleibt zu bedenken, dass Anlagen in passiven ETFs auch Chancen verwirken können, schließlich impliziert das unwidersprochene Vorurteil, nach dem die Mehrheit der aktiv arbeitenden Fondsmanager es nicht schaffen würde, ihre Benchmark zu schlagen, dass sehr wohl aktiv gemanagte Fonds existieren, die ihre Benchmark schlagen. Zugegebenermaßen“, sagten Garnies und Rothe, „haben interne Analysen von FWW ergeben, dass es kaum Fondsmanager gibt, die eine relevante Outperformance über längere Zeiträume (zehn Jahre und mehr) aufweisen können; allerdings vermögen es kurz- bis mittelfristig doch immer wieder kompetente Manager, die von ihnen betreuten Portfolios nach Kosten zum Teil erheblich über dem Vergleichsindex zu halten.“

Etwas zynisch ließe sich demzufolge behaupten, fügen die Autoren hinzu, man müsse diese nur finden und rechtzeitig zum entsprechenden Nachfolger wechseln. „Festzuhalten bleibt trotzdem, dass passiv gemanagte ETFs so gesehen zwar die Sicherheit bieten, nicht schlechter als der Markt zu performen, aber Chancen auf eine Outperformance gegenüber dem Index ausgeschlossen werden.“

Ein weiterer Hinweis aus dem Beitrag der beiden Experten besteht darin, dass die Flut an neuen indexorientierten ETFs auch gewisse Blüten treibt, die nicht unbedingt im Sinne der Anleger sein könnten: „So finden sich in der FWW® Fondsdatenbank mittlerweile vermehrt ETFs, deren Referenzindex sehr speziell ist oder eigens für den ETF kreiert wurde. An sich noch kein Problem, wäre nicht eine zunehmende Einschränkung des Diversifizierungsgrundsatzes zu erkennen, an dessen Ende Portfolios stehen können, die entsprechend hohe Volatilitäten aufweisen.“

Themen: ETF-Rating | Kein Kommentar »

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