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Fussball bewegt die Ratinganalysten

Von Dr. Oliver Everling | 18.August 2010

Die einen sponsorn ein Fussballstadion in Mainz, die anderen befassen sich zum Beginn der 48. Spielzeit der Bundesliga mit der Zahlungsfähigkeit der Clubs. Laut einer Analyse des Wirtschaftsinformationsdienstes D&B Deutschland zeigt sich insbesondere Aufsteiger Kaiserslautern – Ende 2007 noch stark konkursgefährdet – zum Saisonstart finanziell erstarkt. Hingegen landet das von Mäzen Hopp unterstützte Hoffenheim im aktuellen D&B Bundesliga-Index am Tabellenende. „Insgesamt stehen die Bundesligaklubs auf finanziell gesunden Beinen“, erläutert Thomas Dold, Geschäftsführer von D&B Deutschland, die Situation. Mit ein Grund dafür: Die 18 Bundesligaklubs investierten bis Mitte August rund 95 Millionen Euro in neue Spieler – 55 Millionen Euro weniger als vor einem Jahr.
Die Profiklubs der Fußball-Bundesliga überzeugen D&B Deutschland mit beeindruckenden Wirtschaftsdaten, denn insgesamt verfügen zu Beginn der Spielzeit 2010/11 erstmals elf Erstligavereine über einen Topscore (Indexwert: 100). Fast zwei Drittel der Vereine punkten bei dem zweimal jährlich berechneten D&B Bundesliga-Index mit minimalem finanziellen Ausfallrisiko. Neben dem traditionell finanzstarken FC Bayern München indentifiziert D&B Deutschland diesmal Bremen, Dortmund, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, Hannover, Köln, Leverkusen, Mönchengladbach sowie Aufsteiger Kaiserslautern zur Truppe der Finanzstarken. 1.-FCK-Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz hat dafür zusammen mit dem neuen Finanzvorstand Fritz Grünewalt in den letzten Wochen kräftig an einer soliden Finanzierung des Traditionsklubs gearbeitet. Aus der Spitzengruppe verabschiedet hat sich im Vergleich zum D&B Bundesliga-Index vom Januar 2010 der VfL Wolfsburg.
„Erstaunlich hingegen entwickelte sich die Bilanz beim TSV 1899 Hoffenheim. Konnten die Kraichgauer um Mäzen Dietmar Hopp beim letzten Index noch ein ordentliches Ranking – Indexwert: 95 – einfahren, muss der Herbstmeister von 2008 in der neuen Saison finanziell kleinere Brötchen backen“, heißt es dazu aus Darmstadt. Mit einem Indexwert von 75 und einem Zahlungsverzug von 16 Tagen (Januar 2010: 14 Tage) landet der Verein um Chefcoach Ralf Rangnick abgeschlagen auf dem letzten gewerteten Platz, berichtet die Auskunftei. Einerseits brauchen die Nordbadener nach der Saison 2009/2010 sportliche Erfolge, um die finanzielle Situation zu verbessern, andererseits nähren aktuelle Aussagen von Hoffenheim-Manager Ernst Tanner die Vermutung, dass sich die Vereinsführung gedanklich bereits vom internationalen Geschäft verabschiedet hat.
Insgesamt acht Klubs (Januar 2010: sechs) begleichen ihre Rechnungen nach Auskunft von D&B Deutschland mittlerweile vereinbarungsgemäß oder sogar deutlich vor dem vereinbarten Termin. Am pünktlichsten zahlt aktuell Eintracht Frankfurt: Bereits 17 Tage vor vereinbartem Zahlungsziel sind alle Rechnungen beglichen. Knapp dahinter glänzen der SC Freiburg (15 Tage vor Ziel) sowie Leverkusen und Mönchengladbach (beide fünf Tage vor Ziel). Die restlichen Topscorer inklusive Bayern München überweisen das Geld entweder vereinbarungsgemäß oder maximal drei Tage verspätet. Am längsten auf ihr Geld warten Lieferanten und Partner von Stuttgart und Schalke 04 (20 Tage).

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