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Immer noch gute Investmentmöglichkeiten

Von Dr. Oliver Everling | 9.Januar 2014

Zum Jahresbeginn 2014 denkt John Chatfeild-Roberts, Chief Investment Officer der Jupiter Asset Management Limited, einer börsennotierten Investmentboutique aus London, über Chancen und Risiken in den Schlüsselmärkten nach.

Chatfeild-Roberts hat keinen Zweifel, dass das aktuelle und mittelfristige Anlageumfeld weiter sehr stark von den Handlungen der Zentralbanken beeinflusst wird. Die geldpolitischen Entscheidungen, vor allem jene der US-Notenbank Fed, werden nach seiner Meinung auch in Zukunft maßgeblich die Richtung an den Aktien- und Anleihenmärkte bestimmen. Die quantitative Lockerung bleibt demnach ein gewaltiges geldpolitisches Experiment, über dessen Ausgang sich selbst die erfahrensten Marktteilnehmer alles andere als sicher sind.

Trotz der Unsicherheit im Zusammenhang mit der quantitativen Lockerung gingen an vielen Aktienmärkten weltweit die Kurse in 2013 kräftig nach oben. „Die positive Marktentwicklung war zum Großteil steigenden KGVs zu verdanken – mit anderen Worten: die Anleger haben bereitwillig ein höheres Vielfaches der aktuellen bzw. zu erwartenden Gewinne bezahlt,“ folgert Chatfeild-Roberts, „um sich den Zugang zu potenziellem Dividenden- und Gewinnwachstum zu sichern. Dieser Trend kann nicht ewig anhalten, auch wenn er sich in den letzten zwölf Monaten als lukrativer Renditetreiber erwiesen hat. Um die höheren KGVs zu rechtfertigen, müssten die Unternehmensgewinne 2014 im Zuge eines stärkeren globalen Wachstums einen entsprechenden Anstieg verzeichnen.“

Eine genauere Betrachtung einiger Schlüsselmärkte, die sich als Treiber der Weltwirtschaft erweisen könnten, gibt einen gewissen Aufschluss über potenzielle Chancen und Risiken in 2014.

„Die US-Wirtschaft profitiert von der Wachstumsverlangsamung in Asien, genauer gesagt“, präzisiert Chatfeild-Roberts, „in China. So haben sich die Rohmaterialpreise für US-Erzeuger verbilligt. Gleichzeitig sind durch die Verfügbarkeit von preiswertem Öl und Erdgas auch die Energiepreise gesunken. Zu verdanken ist dies der Entwicklung von Fracking-Technologien, die es den Energieproduzenten in den USA ermöglichen, gewaltige Reserven kostengünstig zu erschließen. Obendrein hat in China die Lohninflation kräftig angezogen. Dies und der Energievorteil tragen dazu bei, dass US-Unternehmen deutlich wettbewerbsfähiger werden. Sie sind in einer guten Verfassung, benötigen allerdings mehr Zuversicht, ihre Barmittelbestände zu investieren – dies braucht Zeit.“

Japan kämpfte seit vielen Jahren gegen die Deflation. Durch das von Premier Shinzo Abe initiierte, bisher noch nie dagewesene, geldpolitische Stimulationsprogramm scheine sich dies nun zu ändern. So sieht Chatfeild-Roberts erste Anzeichen einer leichten Inflation. „Der Aktienmarkt hat darauf mit neugewonnenem Optimismus reagiert und die Bewertungen sind im Vergleich zu anderen Industrieländern immer noch angemessen. Wir glauben, dass japanische Aktien 2014 für Anleger ein ordentliches Renditepotenzial generieren können.“

Die Wachstumsabschwächung in China und der zunehmende Fokus auf eine stärkere binnenwirtschaftliche Entwicklung sorgen abermals weltweit für einen deflationären Einfluss. So könnte der nachlassende Rohstoffkonsum Chinas zu einem Rückgang der Industrierohstoffpreise führen. „Dies würde den Preisdruck in den Industrieländern erneut senken,“ vermutet Chatfeild-Roberts, „so dass die inflationsorientierten Zentralbanken geldpolitisch vermutlich weiter fest auf das Gaspedal treten werden. Das zusätzliche Gelddrucken dürfte letztendlich einen Anstieg der Asset-Preise erzeugen.“

Die Wirtschaftssituation in Großbritannien verbessere sich, sei dabei aber – genau wie in den USA – nach wie vor von einer aggressiven Geldpolitik abhängig. Die britische Regierung habe durch die Bereitstellung von Hypothekengarantien Teile des Immobilienmarktes belebt. Diesen konjunkturelle Anreiz meint Chatfeild-Roberts mittlerweile dank einer gestiegenen Verbrauchernachfrage auch in anderen Wirtschaftssektoren zu spüren. Chatfeild-Roberts: „Die Beschäftigungssituation verbessert sich, die Verbraucher sind wieder zuversichtlicher und die Wirtschaft gewinnt an Fahrt. Britische Aktien sind längst nicht mehr so günstig bewertet, wie sie es einmal waren. Doch für aktive Fondsmanager hält der Markt meines Erachtens immer noch gute Investmentmöglichkeiten bereit.“

Themen: Aktienrating, Fondsrating | Kein Kommentar »

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