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Immobilienbewertung Österreich

Von Dr. Oliver Everling | 21.März 2008

Für professionelle Real Estate Asset Managers lohnt sich der Blick über die Landesgrenze. Die Diversifikation von Immobilienportfolien kann zu ebenso optimierten Ertrags-Risiko-Profilen führen, wie sie internationale Aktienportefeuilles zeigen. Einfach beim Einkaufen von Immobilien in den Nachbarländern anzufangen, kann jedoch nicht die richtige Strategie sein, wenn das notwendige Knowhow zur Bewertung länderspezifischer Gegebenheiten fehlt. So kommt für jeden, der die Aktivitäten seiner Kollegen in Österreich verstehen will, das Buch von Prof. (FH) Dr. Margret Funk von der Fachhochschule Wiener Neustadt, Präsidentin der Maklervereinigung Confédération Européenne de l’Immobilier (CEI), und Dr. Sven Bienert, MRICS, Leiter des Geschäftsbereichs Real Estate Advisory bei der KPMG Financial Advisory Services in Innsbruck und Linz, hoch willkommen.

„Immobilienbewertung Österreich“ heißt der Titel aus der Edition ÖVI, Teil der ÖVI Immobilienakademie, einem Unternehmen des Österreichischen Verbandes der Immobilientreuhänder (www.ovi.at), der eine gute Empfehlung für jeden ist, der sich in Immobilien in Österreich engagieren will und auf fachlich hohem Niveau eine Einführung sucht. So gelang es den Herausgebern, namhafte Experten als Autoren zu gewinnen. Das Buch gibt eine prägnante Einführung in die Immobilienbewertung, in dem es zunächst Bewertungsanlässe skizziert und dann ausführlich Wertbegriffe und Wertdefinitionen darlegt.

Der Leser erhält das gesamte Rüstzeug zur Immobilienbewertung aufgezeigt: Mathematische und statistische Grundlagen, Flächen- und Kubaturdefinitionen, die Rolle des Sachverständigen im österreichischem Recht, der Ablauf des idealtypischen Bewertungsprozesses, Vergleichswertverfahren, Sachwertverfahren, Ertragswertverfahren, Liquidationswertverfahren, Residualwertverfahren, Bewertung von Rechten und Lasten, internationale Standards, Organisationen und Bewertungsverfahren.

Für deutsche Leser mit Austria-Ambitionen sind die österreichspezifischen Bewertungsaspekte von besonderem Interesse, die bei der Feststellung und Ermittlung von Mietzinsen und Nutzungsentgelten, der Bewertung eines österreichischen Mietzinshauses und bei der Berechnung des Nutzwertes im Wohnungseigentum zu beachten sind. Abschnitte über Immobilien im Rahmen der Finanzierung und Bewertung aus Sicht des Kapitalmarktes sowie der Bilanzierung und Bewertung für steuerliche Zwecke runden das Buch ab.

Das Buch profitiert maßgeblich von den Beiträgen aus der Feder von Martin Matthias Roth, CIS ZypZert, Geschäftsführer der Immobilien Rating GmbH (www.irg.at) aus Wien, der gleich mehrere Texte beisteuerte. Pflichtlektüre ist sicherlich sein Beitrag über Markt- und Objektrating, der sich auf das in die europäischen Bewertungsstandards (EVS) aufgenommene European Property and Market Rating (PaM) der TEGoVA, The European Group of Valuers‘ Associations (www.tegova.org), stützt.

Wer dieses Buch bestellt, wird sicherlich nicht enttäuscht, wenn es schließlich in den Händen liegt: Gut lektoriert, durchstrukturiert und durchgängig zweifarbig, mit einer gut dosierten Anzahl von Abbildungen, Tabellen, Literaturhinweisen, Checklisten und Rechenbeispielen, ergänzt um aussagefähige Stichwort- und Abkürzungsverzeichnisse, limitierten Fußnotenapparaten und ausgewogener Verwendung von Farb- und Fettdruck wird es der Immobilienakademie gute Dienste leisten.

Themen: Immobilienrating | Kein Kommentar »

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