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Kreditverhalten der Banken fraglich

Von Dr. Oliver Everling | 10.August 2009

Die Zahlungsmoral in Deutschland hat sich im Juli einer Studie des Informationsdienstleisters D&B Deutschland zufolge erneut verbessert. Der im Auftrag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX erstellte Index stieg zum zweiten Mal in Folge. „Damit reiht sich der Index in die Serie von positiven Anzeichen, die Licht am Ende des Tunnels versprechen, ein. Von einer Trendwende zu sprechen, ist noch zu früh“, sagte D&B-Geschäftsführer Thomas Dold am Freitag in Darmstadt. „Es bleibt abzuwarten, wie sich die sehr restriktive Vergabepolitik der Banken bei Krediten auf die Unternehmen auswirken wird.“ D&B geht davon aus, dass die Insolvenzquote in diesem Jahr steigen wird, wenn die Unternehmen nicht an Kredite kommen.

Der D&B-Zahlungsindex stieg im Juli auf 78,7 (Juni 78,3) Prozent und nähert sich damit wieder dem im März erreichten Niveau. Der Indikator wird seit Anfang des Jahres auf Monatsbasis veröffentlicht und fiel dabei von Januar bis Mai. Der Index sagt aus, dass im Juni 78,7 Prozent der beobachteten Unternehmen ihre Rechnungen pünktlich bezahlten. Die durchschnittliche Verzugszeit betrug im Juli 9,3 (Mai: 9,36) Tage. „Die Unternehmen achten derzeit sehr auf ihren Cashflow. Sie haben dabei nicht nur ihre eigene Liquidität, sondern mindestens genauso diejenige ihrer Kunden und Lieferanten im Auge.“

Bei den einzelnen Branchen verbesserte sich die Zahlungsmoral vor allem bei den Banken, in der Telekombranche und Pharmaunternehmen. Bei Verlagen und Druckereien ging sie jedoch zurück. In der Transport- und Logistiksparte ist es nach wie vor am Schlechtesten um die Zahlungsmoral bestellt. Hier sank die Zahlungsmoral im Jahresverlauf auch am Stärksten. Seit Ende 2008 ging in fast allen Branchen die Zahlungsmoral zurück. Lediglich der Maschinenbau war hier eine positive Ausnahme. Spitzenreiter in puncto Zuverlässigkeit bei den Zahlungen sind weiter die Pharmaunternehmen.

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