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Lifefair Forum: „Klimafreundlich investieren“

Von Dr. Oliver Everling | 12.April 2016

„Exotische Nische oder profitabler Megatrend?“ Diese Frage diskutierten rund 250 Gäste beim 22. Lifefair Forum im St. Peter Forum Zürich. Klimaschutz wird demnach neu zum zusätzlichen Investitionsziel, neben klassischen Anlagezielen, wie Rendite, Sicherheit und Liquidität.

Reto Ringger, Gründer & CEO Globalance Bank AG, betont in seiner Keynote: „Der Klimawandel stellt uns vor einen Paradigmenwechsel: Wirtschaft, Gesellschaft, Anleger und wir als Konsumenten sind in verschiedenen Bereichen betroffen. Erst wenn wir alte Denkmuster verabschieden und innovative Lösungen zulassen, können die Herausforderungen gelöst werden.“

Im Forum wurden verschiedene Ansätze angesprochen. Best-in-Class-Ansatz: In Produkte und Dienstleistungen investieren, die vergleichsweise weniger Treibhausgas-Ausstoss verursachen. Innovationsansatz: In neue Technologien investieren.
Desinvestitionsansatz: Kapital aus als klimaschädlich geltenden Branchen (z. B.
Öl-oder Kohleindustrie), Produkten (Autoindustrie) und Dienstleistungen
zurückziehen. Engagement: Aktien von Unternehmen mit klimaschädlichen Aktivitäten kaufen
und dann Druck auf das Management ausüben. Anpassungsansatz: In Produkte und Dienstleistungen investieren, welche
helfen, die Auswirkungen des Klimawandels durch entsprechende Massnahmen
verträglich zu gestalten, z. B. robustere Pflanzen, effizientere Bewässerungssysteme etc.

Dr. Nannette Hechler-Fayd’Herbe, Head Investment Strategy CS Group, Stiftungsratsmitglied der CS Pensionskasse sieht beachtliches Wachstum: „Nachhaltige Investitionen nehmen in der Schweiz jährlich durchschnittlich um ca. 20 % zu. Das sind sehr ansehnliche Wachstumsraten. Dieser Trend ist konsistent über die letzten 10 Jahre und zeigt so eine Langfristigkeit auf. Für die Schweiz und ihre Intermediäre ist es eine riesige Chance, dieser Nachfrage entgegenzukommen.“

Christoph Müller, Präsident des Verwaltungsrats der Inrate AG, mahnt mehr Schnelligkeit an, den Kundenbedürfnissen zu entsprechen:
„Auf der Produktebene ist Innovation gefragt. Einfache und rentable Lösungen sind zu finden. Die Asset Manager hinken bei der Umsetzung der Kundenanforderungen leider noch hinterher.“

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  • Dr. Oliver Everling

    Dr. Oliver Everling ist Geschäftsführer der RATING EVIDENCE GmbH in Frankfurt am Main.

    Als Gesellschafter, Beirat, Aufsichtsrat, Independent Non-Executive Director nach der EU-Verordnung über Ratingagenturen, Mitglied von Ratingkommissionen, Chairman des ISO-TC "Rating Services", Gastprofessor der CUEB in Peking und zum Beispiel als Herausgeber von mehr als 50 Büchern war oder ist er mit Ratingfragen befasst.

    Nach Promotion am Bankseminar der Universität zu Köln war Dr. Oliver Everling Referent des Arbeitskreises Rating der WM Gruppe und ab 1991 Geschäftsführer der Projektgesellschaft Rating mbH sowie von 1993 bis 1998 Abteilungsdirektor und Referatsleiter in der Dresdner Bank.