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Mehr Nachhaltigkeit

Von Dr. Oliver Everling | 3.November 2017

25 Jahre Forschungsgruppe Ehtisch-ökologisches Rating sind Grund genug, sich an dem Ort wieder zu versammeln, an dem im März 1991 die Gründungsidee geboren wurde. Die Evangelische Akademie Bad Boll versammelte 1991 diejenigen Experten, die schon damals Zukunft in einem ethischen Rating sahen.

Prof. Dr. Georg Lämmlin eröffnet die Tagung „Mehr Nachhaltigkeit“ nicht nur mit einem Rückblick auf die damalige Initiative, sondern auch mit dem Hinweis im Anschluss an das Reformationsjahr, wie aktuell manche Thesen von Martin Luther beispielsweise zur Höhe von Zinsen noch heute sind. Lämmlin kann nicht nur mit Max Deml vom Öko-Invest Verlag sowie Robert Haßler von der oekom research AG zwei Unternehmen, die das Gedankengut des Nachhaltigkeitsratings in die Wirtschafftspraxis getragen haben, sondern mit Ulrich Zipper und Oliver Everling auch zweit Teilnehmer der damaligen Tagung. Lämmlin darf die Teilnehmer von Barbara Hendricks grüßen, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Prof. Dr. Johannes Hoffmann von der Forschungsgruppe Ethisch–Ökologisches Rating skizziert die Entstehung des Frankfurt-Hohenheimer Leitfadens, der nicht ohne die Mitwirkung von Gerhard Scherhon entstanden wäre. Ein tragischer Fahrradunfall schon vor vier Jahren hindert Scherhorn noch heute daran, der Tagung beizuwohnen. Hoffmann berichtet über die nun schon Jahrzehnte währende Erfolgsgeschichte des Ethisch-Ökologischen Ratings und wirft mit Zitaten zu konkreten Gesetzesvorschlägen den Blick in die Zukunft.

Dr. Thomas Weber, Leiter des Nachhaltigkeitsreferates im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, scherzt, dass nur diejenigen Ministerien für „wichtig“ gehalten werden, die einen bestimmten Artikel im Namen tragen, nicht aber diejenigen, die „für“ etwas seien, gleich ob Verbraucher, Frauen usw. Weber spricht über „eine Politik der Nachhaltigkeit: Die SDGs und die Nachhaltigkeitspolitik der Bundesregierung“.

„Alle 60 Tage wächst der Menschheit eine Zahl von Menschen hinzu, die eine Stadt wie Shanghai umfasst“, sagt Weber. Das Bevölkerungswachstum, das schon bald zu einer Weltbevölkerung von 9 bis 10 Milliarden Menschen führen wird, zählt zu den zentralen Herausforderungen für nachhaltiges Wirtschaften in der Zukunft. „Die SDGs sind ein gigantischer Weckruf an die ganze Welt“, erläutert Weber das „Großereignis“, das die Vereinten Nationen geliefert hätten. Bis 2030 werden 17 Ziele in allen Lebensbereichen angestrebt. Weber hebt hervor, dass die Ziele nicht mehr relativ formuliert seien, sondern absolut.

Franziska Jahn-Madell von Ruffer LLP diskutiert Nachhaltigkeit in Politik und Unternehmen vor dem Hintergrund des Brexit. Schwerpunkte ihres Vortrags sind Populismus und ESG, Psychologie, Investorpräferenz, UN PRI und Integration von ESG. Jahn-Mdell diskutiert den neuen Brutalismus, der in der Architektur, aber heute im sozialen Brutalismus zum Ausdruck komme. Diskriminierung nach Nation, Religion, Ethnie, Geschlecht, sexueller Orientierung usw. kennzeichnen nach Jahn-Madell den sozialen Brutalismus.

Jahn-Madell spricht jedoch nicht nur über die Herausforderungen der Nachhalitgkeitsidee, sondern auch überr die Erfolge, wie beispielsweise die rasch wachsende Zustimmung zu ESG-Kriterien sowie das rasante Wachstum von Nachhaltigkeitskriterien bei Investments in Neuseeland.

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