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Moody�??s falsche Aaa-Ratings

Von Dr. Oliver Everling | 22.Mai 2008

Der Ratingagentur Moody’s sind bei der Bewertung von Kreditderivaten schwere Fehler unterlaufen, weshalb sie Produkten mit einem Volumen in Höhe von mehreren Milliarden Dollar fälschlicherweise Ratings mit der Höchstnote «Aaa» erteilt hat. Gemäss der „Financial Times“ haben Mitarbeiter der Agentur Anfang 2007 festgestellt, dass sogenannte „Constant Proportion Debt Obligations“ – dies sind vereinfacht gesagt Anleihen auf Indizes für Kreditderivate – vier Stufen tiefer als mit der Bonitätsbestnote hätten bewertet werden sollen. Moody’s bestätigte am 21. Mai 2008, dass der europäische CPDO Ratingprozess einer eingehenden Untersuchung unterzogen würde. Außerdem sei die Anwaltssozietät Sullivan & Cromwell eingeschaltet worden.

„Vertuschung eines Computerfehlers?“ Fragt Michael Ferber, Redakteur der Neuen Zürcher Zeitung, der in der Ausgabe 117 vom Donnerstag, den 22. Mai 2008 auf Seite 31 den Berichten nachgeht. „In ihrer Berichterstattung beruft sich die Zeitung auf interne Dokumente von Moody’s. Der Fehlbewertung sei ein Computerfehler vorausgegangen. Nach der Korrektur desselben im Frühjahr 2007 habe die Agentur die Bewertungsmethodik geändert, um die Titel nicht sofort um mehrere Stufen deklassieren zu müssen.“ Die Produkte hätten in der Folge ihr „Aaa“-Rating bis zum Januar 2008 behalten. Im schwierigen Marktumfeld nach dem Jahreswechsel habe Moody’s die Bewertung dann um mehrere Stufen herabgesetzt.

„Gemäss einem Moody’s-Sprecher ändert die Ratingagentur ihre Analysemodelle regelmässig aus einer Vielzahl an Gründen. Dies zu tun, um Fehler zu vertuschen, vertrage sich nicht mit der Firmenpolitik von Moody’s.“ Die Agentur habe eine gründliche Untersuchung der Angelegenheit eingeleitet, gibt Ferber den Moody’s-Sprecher wieder. „Die Ratingagenturen sind seit Ausbruch der Finanzkrise im Sommer 2007 bereits stark in der Kritik. Ihnen wurde wiederholt vorgeworfen, zu spät auf die Krise am Markt für zweitklassige Hypotheken – Subprime Mortgages – reagiert und auch Papiere zu gut bewertet zu haben.“

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