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NFR und Risikomanagement in einer agilen Bank

Von Dr. Oliver Everling | 25.September 2019

Moritz Weigand, Leiter Non-Financial Risk und Compliance bei der ING-DiBa, spricht auf denm NFR-Kongress des Verbandes Öffentlicher Banken (VÖB) über “NFR und Risikomanagement in einer agilen Bank”.

Nach seinem Studium der Volkswirtschaftslehre in Bonn war Weigand zunächst als Berater im Bankensektor tätig. Schwerpunkte bildeten dabei Kreditrisiken, Risikomodelle und Bankaufsichtsrecht. Seit 2012 ist Weigand für die ING-DiBa AG tätig. Dort verantwortete er in der Vergangenheit in unterschiedlichen Rollen unter anderem die Themenbereiche Risikotragfähigkeit, Stresstests, Kapitalplanung, IRBA-Kreditrisikomodelle sowie Bankenregulierung in Bezug auf das Risikomanagement, insb. MaRisk, Basel III und SREP. Bis Mitte 2019 war Weigand für das Thema Non-Financial Risk Management zuständig und hat in dieser Rolle die Fragestellungen aus Bankenregulierung und Agiler Arbeitsweise zusammengeführt. Aktuell ist Weigand in direkter Berichtslinie an den Vorstand für Compliance und Geldwäsche verantwortlich.

Weigang stellt die SCRUM Methode als eine Ausgangsbasis und Vorgehensmodell in der Softwareentwicklung vor. Der Ausgangspunkt sei die Frustration mit “klassischen” Vorgehensmodellen gewesen. Kern von SCRUM sei ein iteratives Projektvorgehen. So seien nun auch in der Bank die Kernelemente des Agilen Arbeitens die Steuerung anhand von Jahreszielen, Quartalszielen und zweiwöchigen Srintzielen. Produkteinheiten mit Autonomie, Kompetenz und Ergebnisverantwortung und Verschmelzung von Fachbereichen und IT sei hier charakteristisch. Wichtig ist nach Weigand auch die Haltung bzw. der Mindset, nämlich die Förderung von Engagement und Kreativität, gleichzeitig hohe Eigenverantwortung.

Welche Ergebnisse lassen sich erzielen? Ursprünglich wurde jede Bankfiliale durch eigenen Filialleiter geführt. Nun sei ein Leiter für eine Vielzahl an Filialen zuständig. Entsprechend ändert sich die Verantwortung der Mitarbeiter, zeigt Weigand auf.

Agiles Arbeiten im Bankbereich scheint nicht mit dem hohen Bedarf an Sicherheit und Stabilität sowie dem hohen Grad an Regulierung einer Bank zu passen. Weigand illustriert die aktive Auseinandersetzung mit dem Risikomanagement sowie mit den regulatorischen Kernthemen KWG, MaRisk und BAIT. Themen wie “Haltung” (Mindset) seien nicht Gegenstand klassischer Regulierung. Zwar seien die Kernelemmente der Organisationsstruktur unverändert wie auch eine Vielzahl von Standards.

Zentral sei die Sicherstellung kritischer Prozesse, die Regelung von Verantwortlichkeiten und Berechtigungen, schriftlich fixierte Ordnung sowie Trainings und Awareness. Die Risikomanagementfunktion müsse sich insbesondere auf dynamischere Planungs- und Umsetzungsprozesse einstellen. Agiles Arbeiten sieht Weigand nicht als abschließendes Konzept, sondern es gehe um Ausprobieren und Weiterentwickeln. Viele Unternehmen entwickeln eigene Methoden, stellt Weigand SCRUM, Agil und Best Practices gegenüber.

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  • Dr. Oliver Everling

    Dr. Oliver Everling ist Geschäftsführer der RATING EVIDENCE GmbH in Frankfurt am Main.

    Als Gesellschafter, Beirat, Aufsichtsrat, Independent Non-Executive Director nach der EU-Verordnung über Ratingagenturen, Mitglied von Ratingkommissionen, Chairman des ISO-TC "Rating Services", Gastprofessor der CUEB in Peking und zum Beispiel als Herausgeber von mehr als 50 Büchern war oder ist er mit Ratingfragen befasst.

    Nach Promotion am Bankseminar der Universität zu Köln war Dr. Oliver Everling Referent des Arbeitskreises Rating der WM Gruppe und ab 1991 Geschäftsführer der Projektgesellschaft Rating mbH sowie von 1993 bis 1998 Abteilungsdirektor und Referatsleiter in der Dresdner Bank.