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Nordex will „Ergebnisse liefern“

Von Dr. Oliver Everling | 25.März 2013

Die Nordex SE blickt auf 2013 mit einer Umsatzerwartung von 1,2 bis 1,3 Mrd. € und einer EBIT-Marge von 2 % bis 3 % mit einem positiven operativen Cashflow. Dr. Jürgen Zeschky, CEO der Nordex SE, lässt jedoch auch die Schwierigkeiten durchblicken, die die Gesellschaft in China und USA sehen musste und zur Kapazitätsanpassung an Marktentwicklungen Anlass gab. In diesem Kontext sieht der Vorstand Einmalaufwendungen in Höhe von 75 Mio. €.

In China dominieren mit 92,5 % die chinesischen Hersteller (Marktanteile 2012). Die Rotorblattfertigung in Dongying wurde aufgegeben und „Kurzarbeit Null“ in Yinchuan angesetzt. Der Strompreisverfall in den USA veranlasst ebenfalls zu Wertberichtigungen auf Produktionsstätten wie auch Personalabbau. Mithin richtet sich der Vertriebsfokus auf Märkte außerhalb der USA, insbesondere Mittel- und Südamerika.

Der Umsatzanstieg um 17 % in 2012 verdankt die Gesellschaft dem starken Europageschäft (+28 %) und Service (+26 %). Konsequentes Working Capital Management führt zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Working Capital-Quote seit Mitte 2011, berichtet Nordex-CFO Bernard Schäferbarthold und spricht von einer deutlichen Reduzierung der Working Capital-Quote im vierten Quarta 2012 auf 8,7 % (im Vergleich zu 27,9 % im Vorjahr), begünstigt durch den Anstieg erhaltener Anzahlungen. Die Eigenkapitalquote sank von 36,6 % auf 26,2 %. Bei einer Nettoverschuldung von 54 Mio. € weist nach Angaben von Schäferbarthold die Gesellschaft eine Nettoliquidität von 29,6 Mio. € aus. „Die Refinanzierung ist abgeschlossen: Eine syndizierte Kreditlinie im Volumen von 475 Mio. € wurde bis 30. Juni 2014 verlängert mit einer Verlängerungsoption bis Ende Juni 2015.“

Zeschky rechnet für die Entwicklung des Auftragseingangs in der Windindustrie einen weltweiten Rückgang von 4 % in 2011 und 37 % in 2012 vor. Von diesem Trend habe sich die Nordex erfolgreich abkoppeln können. „Für 2013 sind wir sehr zuversichtlich, was den Umsatz anbetrifft“, berichtet Zeschky. Für IEC 3-Standorte (N117/2400) sieht er ein überlegenes Produkt mit vollumfänglicher Zertifizierung, überdurchschittlichen Erträgen der Prototypen und bereits mehr als 60 installierten Anlagen mit positiver öffentlicher Reputation.

Auf der Frage nach mögliche Interessenten zur Übernahme der Nordex SE antwortet Zeschky, die Gesellschaft stehe an der Börse mit ihren Aktien jeden Tag zum Verkauf und unterstreicht ansonsten die Unterstützung durch die Familie Klatten, „eben wie bei einem guten deutschen Familienunternehmen“. Nordex will „Ergebnisse liefern“, betont Zeschky.

Im Rating Center der Ratingagentur von Euler Hermes ist für die Nordex SE ein stichtagsbezogenes Rating von BB- für den 26. August 2011 nachzulesen, Ergebnis einer unbeauftragten Ratinganalyse. Der Outlook wurde nicht bewertet. Stichtagsbezogen bedeutet, dass sich die Ratinganalysen auf den Ratingstichtag beziehen und keinem laufenden Monitoring unterliegen.  Der Ergebniseinbruch infolge weiter gestiegener Struktur- und Finanzierungskosten führte damals zur Ratingherabstufung auf BB- (FSR-PI). Euler Hermes Rating unterstreicht, dass es sich um ein unbeauftragtes, indikatives Finanzstärkerating auf Basis öffentlich verfügbarer Informationen und nicht um ein Vollrating handelt. Wie die Gesellschaft gegenwärtig von Euler Hermes Rating zu raten wäre, bleibt daher offen.

Themen: Mittelstandsrating, Unternehmensrating | Kein Kommentar »

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