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Viscom prüft Investitionsoptionen

Von Dr. Oliver Everling | 27.März 2013

Sowohl im Umsatz liegt die Hannover Viscom AG mit 72 Mio. US$ hinter Omron mit 87 Mio. US$ wie auch im Marktanteil mit 12 % versus 15 % auf Platz 2 im Weltmarkt. Volker Pape aus dem Vorstand der Viscom AG macht die Positionierung seiner Gesellschaft im Wettbewerb klar. Die Viscom AG ist ein Spezialist für Inspektionssysteme für die Elektronikindustrie. Europa ist weiterhin die wichtigste Region für die Gesellschaft, fügt sein Vorstandskollege Dirk Schwingel hinzu. 245 Mitarbeiter sind in Europa, 13 in Amerika und 28 in Asien beschäftigt. Seit 2008 wurde die Zahl der Mitarbeiter von 412 auf 286 abgebaut, u.a. mit dem Erfolg eines Umsatzanstiegs pro Mitarbeiter auf 176 T€ in 2012.

Das Gesamtvermögen blieb etwa beim Vorjahreswert von 72 Mio. €, die Liquidität auf 30 Mio. € verbessert werden. Auch die Eigenkapitalquote blieb mit nahezu 86 % fast auf dem Vorjahresniveau. Die Finanzanlagen wurden von 7,2 Mio. € auf 4,7 Mio. € abgebaut. 2010 war die Dividendenfähigkeit der Gesellschaft wiedererlangt worden, berichtet Schwingel. Bei einem von 6,20 € auf 7,60 € gestiegenen Jahresschlusskurs und einem Ergebnis je Aktie von 0,75 € wird eine Dividende je Aktie von 0,60 € bei einer Ausschüttungsquote von 80 % vorgeschlagen. Die Dividendenrendite wird daher mit 7,9 % angegeben.

Dr. Martin Heuser skizziert die Strategie zur Forschung und Entwicklung der Viscom AG. Viscom müsse sich im Markt durch technologische Spitzenleistung gegen den Wettbewerb, insbesondere aus Asien, durchsetzen. Heuser spricht die Kernkomponenten der Inspektionssysteme an, Kameratechnik, Analysesoftware und Röntgentechnik. Das Softwarepaket „vVision“ sichere Marktanteile.

Heuser stellt das Entwicklungsprojekt XM-Sensormodul vor, bei dem es zur Installation erster Systeme im Januar 2013 kam. Es handele sich um ein Hochleistungssensormodul mit bis zu neun Kameras mit schaltbarer, farbiger Beleuchtung aus beliebigen Raumrichtungen. Die Durchsatzsteigerung gegenüber klassischer 8M-Technologie gibt Heuser mit bis zu 200 % an.

„Wenn Sie sich die Zahlen anschauen, sehen Sie, dass Viscom hohe Liquiditätsbestände für Investitionen vorhält“, sagt Heuser. „Aber wir haben uns einen Kriterienkatalog vorgegeben. Technologische Alleinstellungsmerkmale müssen vorhanden sein. Jedes Investment muss als sinnvolle Ergänzung des Viscom-Produktportfolios begründet werden können. Außerdem muss hohe Ertragsstärke zur Vermeidung einer Gewinnverwässerung gegeben wie auch engagierte Mitarbeiter und Leistungsträger identifizierbar sein.“ Für das Jahr 2013 rechne Viscom mit weiteren möglichen Investitionsoptionen.

Mit dem Einsatz der Liquidität zur Wahrnehmung von Investitionsgelegenheiten soll keine Veränderung der Prinzipien der Finanzierungspolitik einhergehen. Pape weist auf die implizierte Konsequenz jedes Investments für die Liquiditätslage hin. Schwingel ergänzt, dass es um die Verwendung der Mittel gehe, denn Liquidität zu halten sei bei den gegenwärtigen Angeboten der Banken nicht attraktiv. Der Einsatz eines finanziellen Hebels ist offenbar nicht angestrebt.

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