Union Investment setzt auf PropTech Architrave

Von Dr. Oliver Everling | 4.Oktober 2017

Union Investment ist neue Mitgesellschafterin des Berliner PropTechs Architrave. Im Rahmen einer strategischen Partnerschaft erwarb die Union Asset Management Holding AG, Frankfurt, eine Minderheitsbeteiligung von 13 Prozent am Unternehmen.

Architrave ist der führende Anbieter für intelligentes Datenmanagement in der Immobilienwirtschaft. Seit September gehört die Union Investment Real Estate GmbH zum Kundenkreis von Architrave und hat die Bestandsdaten ihrer weltweit über 400 Immobilien in die Architrave-Plattform einfließen lassen.

Mit der Minderheitsbeteiligung ist eine Forschungsvereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung einer der wesentlichen Produktkomponenten von Architrave, Künstliche Intelligenz (KI), verbunden. Beide Partner sind sich in der Zielsetzung einig, langfristig einen Branchenstandard für das Erfassen von Immobiliendaten in einer offenen, digitalen Plattform zu etablieren.

Hiervon profitieren Eigentümer, Asset Manager, Property Manager und Facility Manager gleichermaßen, da sie auf einen konsistenten und einheitlichen Datenbestand für jede Immobilie ohne Schnittstellenproblematik oder Informationsdefizite zugreifen können. Die Immobiliendaten bleiben auch bei einem Eigentümerwechsel verfügbar, so dass nach einer Transaktion der zeitaufwendige Implementierungsprozess von Objekt- und Mieterdaten entfällt. Dies beschleunigt Transaktionen, da sämtliche relevante Daten schon in einem virtuellen Datenraum vorhanden sind.

Jens Wilhelm, Vorstand Immobilien, Portfoliomanagement und IT-Infrastruktur von Union Investment, kommentiert: „Mit Architrave realisieren wir unsere erste Firmenbeteiligung im Bereich PropTech. Die strategische Partnerschaft ist ein wesentliches Element unserer Strategie, die Digitalisierung der Immobilienwirtschaft wirksam und rasch voranzubringen. Mit einem etablierten Kundenstamm und einem kontinuierlichen Wachstum ist Architrave ein idealer Partner, um unsere gemeinsame Vision einer branchenweiten Datenplattform für das Asset Management zu realisieren.“ Im Mai 2017 hatte Architrave unter 200 teilnehmenden Unternehmen den zweiten Platz beim ersten internationalen PropTech Innovation Award erzielt.

Maurice Grassau, CEO und Gründer von Architrave, erklärt: „Partnerschaften mit etablierten Akteuren der Immobilienwirtschaft sind ein grundlegender Baustein unserer Unternehmensentwicklung. Mit Union Investment werden wir unseren Wachstumskurs beschleunigen und durch die gemeinsame Weiterentwicklung unseres Produkts einen echten Mehrwert für die gesamte Branche schaffen.“ Architrave hat in den vergangenen fünf Jahren in Folge ein dreistelliges Umsatzwachstum erreicht. 2017 werden die 32 Mitarbeiter einen Umsatz von zwei Millionen Euro erzielen. Für 2018 ist eine Verdopplung beider Zahlen geplant.

Mit der Minderheitsbeteiligung ist kein Zugriff auf die Asset Management-Daten verbunden, die unter alleiniger Führung von Architrave verbleiben. „Datensicherheit bildet das Fundament unseres Geschäftsmodells und genießt daher höchste Priorität. Unsere Datenplattform wird selbstverständlich in hochsicheren deutschen Rechenzentren gehostet – unter maximalem Zugriffs- und Missbrauchsschutz. Bei einem Eigentümerwechsel übertragen unsere Experten die Daten der Immobilie in die Plattformumgebung des neuen Eigentümers. Ein Meilenstein bei der Arbeits- und Prozesseffizienz für die Integration erworbener Immobilienbestände in das eigene Portfolio“, ergänzt Grassau.

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Bekenntnis zum Rufmord

Von Dr. Oliver Everling | 4.Oktober 2017

Eine einfache Geschichte kann packend erzählt werden. Der Film „Titanic“ zum Beispiel bewies, wie der tragische Untergang eines einzelnen Schiffes zum Kassenschlager gemacht werden kann, wenn dieser durch historische Fakten gestützt und mit einer Liebesgeschichte umgarnt wird.

So ist auch die Geschichte von Stefan Schabirosky in seinem Buch „Mein Auftrag: Rufmord“ eigentlich wenig sensationell und schnell erzählt: Ein frustrierter AWD-Mitarbeiter rächt sich an seinem ehemaligen Arbeitgeber, indem er für dessen größten Konkurrenten, die DVAG, gegen die AWD rufschädigend tätig wird. Zerplatzte Hoffnungen auf eine größere Erfolgszahlung der DVAG veranlassen Schabirosky, die Seiten zu wechseln.

Schabirosky legt in der F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung ein Buch vor, das insbesondere diejenigen Leser kaum langweilen wird, die mit der Finanzbranche und ihren Medien zu tun haben: „Dieses Enthüllungsbuch liest sich wie ein Krimi“, heißt es daher auf dem Schutzumschlag des Buches zurecht, da Schabirosky sein Talent zum anschaulichen Erzählen von Geschichten beweist. Schabriosky gibt zunächst Einblick in seine Tätigkeit beim AWD, schreibt offen über seinen Rauswurf und folgende Kontakte zur DVAG, die ihm zum Auftraggeber wurde.

Die intriganten Darstellungen von Schabirosky klingen nicht nur glaubhaft, sondern sind auch durch den Abdruck von Verträgen, E-Mails usw. im Anhang des Buches unterlegt. Seine Honorare und Kostenerstattungen waren demnach einerseits groß genug, Schabirosky nachhaltig zu motivieren, andererseits aber offenbar doch zu gering, um die Aufmerksamkeit des inzwischen verstorbenen Firmengründers der DVAG, Reinfried Pohl, auf sich zu ziehen. Dementsprechend spielte Pohl in den Aktivitäten von Schabirosky keine Rolle. Das Buch von Schabirosky liefert insofern kein Material, das das Ansehen des Verdienstkreuzträgers Pohl postum beschädigt hätte.

Mit seinem Buch „Mein Auftrag: Rufmord“ bleibt sich Schabirosky aber seinem schäbigem Metier treu: Das neue Buch schadet zweifellos dem Ansehen des ehemaligen CDU-Politikers Friedrich Bohl, wenn das Buch ohne Widerspruch bleibt. Bohl war von 1991 bis 1998 als Bundesminister für besondere Aufgaben Chef des Bundeskanzleramts. Von 1998 bis zum 31. März 2009 war Bohl als Vorstand bei der DVAG für die Bereiche Konzernsekretariat, Öffentlichkeitsarbeit, Verbände und Recht zuständig und unterzeichnete Verträge mit Schabirosky. Seit dem 31. März 2009 ist Friedrich Bohl Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Vermögensberatung (DVAG).

Das Buch schadet aber auch einigen Medien, insbesondere den öffentlich-rechtlichen Medienanstalten, deren Nachlässigkeiten in der Recherche ihrer Sendungen durch die Enthüllungen von Schabirosky evident werden. Das Buch erscheint zu einer Zeit, in der über „fake news“ intensiv diskutiert wird. Die rufschädigenden Sendungen von ARD, NDR usw. gegen Carsten Maschmeyer sind noch heute jederzeit beispielsweise bei YouTube ohne Hinweis auf inzwischen korrigierte Faktenangaben abrufbar. Schabirosky bekennt sich zu dem Schaden, den er nicht nur dem Unternehmen AWD, sondern auch der Person Carten Maschmeyer hinzufügte. Seine jahrelange Arbeit mit Journalisten habe es möglich gemacht. Kaum erstaunlich nun, dass u.a. der betroffene NDR z.B. in der Sendung „ZAPP“ die Glaubwürdigkeit der Darstellungen von Schabirosky in Frage stellt.

Schabirosky beeindruckt durch seinen Mut und Dreistigkeit, Ross und Reiter zu nennen. Anonym bleiben praktisch nur seine (Ex-) Freundinnen, die auf dem Weg von Schabirosky eine Rolle spielten. Alle anderen Kontakte von Schabirosky müssen damit rechnen, namentlich genannt zu sein. So dürfte das Buch weit über die Kreise der DVAG und der ehemaligen AWD hinaus Leser finden. Das Buch reiht sich zur Literatur von Straftätern, die entlarvt ihre Taten durch Veröffentlichungen noch einmal zu Geld machen wollen.

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Joint Venture von DEFAMA und HD Gruppe

Von Dr. Oliver Everling | 28.September 2017

Die Deutsche Fachmarkt AG (DEFAMA) und die Berliner HD Gruppe haben einen Letter of Intent (LOI) über den Erwerb einer 50-prozentigen Beteiligung am EKZ Radeberg geschlossen. Mit der HD Gruppe gewinnt DEFAMA einen starken Partner, der als erfahrener Projektentwickler sein Know-how für den geplanten Umbau des EKZ Radeberg einbringen will.

„Zusammen werden wir das Einkaufszentrum fit für die Zukunft machen. Hier kommt uns unsere langjährige Erfahrung bei der Revitalisierung von Handelsimmobilien zugute“, so Nils Blömke, Geschäftsführer der HD Handelsimmobilien GmbH (HDHI), zu den Plänen für das EKZ Radeberg.

„Wir freuen uns, mit der HD Gruppe einen überaus handels-affinen Co-Investor mit ins Boot holen zu können“ sagt Matthias Schrade, Vorstand der DEFAMA Deutsche Fachmarkt AG. „Durch die gemeinsame Investition in den Standort können wir hier ein Objekt mit herausragender Marktposition in der Region schaffen.“

Beide Parteien streben an, die Transaktion bis Ende 2017 abzuschließen. Bei planmäßiger Umsetzung ergibt sich für DEFAMA nach Angaben der Gesellschaft im laufenden Jahr ein hoher sechsstelliger Einmalertrag und ein Liquiditätszufluss von insgesamt rund 2 Mio. Euro. Die laufenden Erträge aus dem Objekt werden infolge der Beteiligung künftig hälftig der HD-Gruppe zustehen, was DEFAMA in der Guidance für das kommende Jahr berücksichtigen wird.

Das Portfolio von DEFAMA umfasst derzeit, so wird berichtet, 21 Standorte mit gut 80.000 qm Nutzfläche, die zu 97% vermietet sind. Zu den größten Mietern zählen ALDI, EDEKA, LIDL, Netto, NORMA, Penny, REWE, Coop/Sky, Dänisches Bettenlager, Deichmann, Takko, Hammer und toom. Das Portfolio erwirtschaftet aktuell jährliche Nettomieten von 6,2 Mio. Euro. Ohne Effekte aus dem Joint Venture und weiteren Zukäufen liegt der annualisierte FFO bei 3,1 Mio. €, entsprechend 0,87 € je Aktie.

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Thomas Rappold über Peter Thiel

Von Dr. Oliver Everling | 17.September 2017

Wer vor der Bundestagswahl 2017 durch Köln fährt, liest auf Plakaten des FDP-Bundestagskandidaten Reinhard Houben: „In Deutschland steckt mehr, als der Staat zulässt.“ Das ist der Wahlkampfslogan eines Freien Demokraten, der in seinem Unternehmen Houben  seit Jahren davon zeugen kann, wie durch bürokratische Hürden und wohlmeinende Gesetze die Innovationskraft Deutschlands in Fesseln gelegt wurde.

Wäre der in Frankfurt am Main geborene Peter Thiel mit seinen Eltern in Deutschlang geblieben, hätte die Welt einige Milliardäre – junge Leute, die mit Peter Thiel unternehmerischen Mut bewiesen – und viele äußerst erfolgreiche Unternehmensgründungen weniger. „Wäre Peter Thiel in Deutschland aufgewachsen und hätte Selbiges versucht,“ schreibt Thomas Rappold über Peter Thiel, „so wäre er an dem Berg an Widerständen, der sich vor ihm aufgetürmt hätte, gescheitert. Man denke nur an die ganzen aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen, aber auch die Schwierigkeit, Investoren in Deutschland für ein disruptives Geschäftsmodell wie PayPal es war zu gewinnen. Für ihn sind und bleiben deshalb die USA und besonders das Silicon Valley der Ort, an dem Innovation mittels Kapitaleinsatz am effizientesten und mit der höchsten Wertschöpfung umgesetzt werden kann.“

Thomas Rappold legt im FinanzBuch Verlag eine geschliffene Biografie von Peter Thiel vor, der selbst schon als Bestsellerautor (z.B. „Zero to One„) sich einen Namen gemacht hat. Rappold beschreibt Thiel als Autor, Unternehmer, Investor, Politikberater und Philanthrop. Rappold darf sich auf ein interessiertes Leserpublikum freuen, denn er weiß: „Technologieunternehmen und deren Gründer werden heute als Popstars gefeiert. Bestes Beispiel ist der Snapchat-Gründer Evan Spiegel, der passenderweise mit der Hollywood-Schauspielerin Miranda Kerr liiert ist und auf dem roten Teppich einen ebenso guten Eindruck hinterlässt wie vor Börsenanalysten im Zuge seines märchenhaften Börsengangs an die Wall Street.“

Rappold zeigt auf, wie Peter Thiel nach dem Studium der Philosophie und der Rechtswissenschaften mit seinen Unternehmensgründungen weit mehr Gedanken verband, als auf den ersten Blick von dem Gründer eines Bezahldienstes erwartet werden darf. So sei Thiel auch durch die Verhältnisse in Russland aufgerüttelt worden: „Gewinner waren die Oligarchen, die mit dem Betrieb von Energie- und Rohstoffunternehmen riesige Vermögen angehäuft und über Möglichkeiten des Geldtransfers ins Ausland und in sichere Währungen verfügt hatten. Die ‚normalen‘ Menschen in diesen Ländern saßen laut Thiel in der Falle und konnten ihr mühsam erspartes Geld vor den korrupten Regierungen nicht in Sicherheit bringen.“

Rappold geht systematisch den Gründen nach, warum Peter Thiel so ungewöhnlich erfoglreich sein konnte. So sieht Rappold bei Peter Thiel die Thesen von Andy Bechtolsheim bestätigt. Bechtolsheim gilt neben Peter Thiel als prominenteste Persönlichkeit im Valley mit deutschen Wurzeln. Er hat im Rahmen einer Vorlesung an der Stanford University unter dem Titel „Der Innovationsprozess“ die Erfolgsfaktoren für erfolgreiche Start-ups zusammengefasst sowie die fünf Ursachen, warum Start-ups scheitern: „Die Idee ist zu früh. Die Idee ist zu spät. Die Idee ist nicht relevant. Die Idee ist zu teuer. Die Idee ist ohne klaren Nutzen.“

Eine entscheidende Etappe im Geschäftsleben von Peter Thiel war sein Erfolg mit PayPal und seine Zugehörigkeit zur „PayPal Mafia“, der die Gründer von YouTube, LinkedIn, Tesla usw. angehörten. Wie sehr dieser Erfolg davon abhängig war, nicht in eine der fünf genannten Fallen zu geraten, zeigt das Beispiel PayPal, das über keine offizielle Geschäftsbeziehung oder Produkt- bzw. Vertriebspartnerschaft mit eBay verfügte, aber auf eBay angewiesen war: „Man wollte also auf dem Rücken des Elefanten zum Erfolg reiten, immer mit der Gefahr, dass dieser den lästigen Emporkömmling PayPal einfach abwarf und ihm damit das wirtschaftliche und finanzielle Genick brach. Es gab keinen Plan B. Es war eine Alles-oder-nichts-Strategie.“

Rappold legt detailliert die Führungsphilosophie von Thiel offen, die darauf gerichtet ist, den Zusammenhalt von Menschen zu stärken. Wenig hält Thiel von Beraterfirmen. Für ihn sind sie das „krasse Gegenteil einer Sekte; die Berater haben keine eigene Mission, sie kommen und gehen in Unternehmen, zu denen sie nicht die geringste langfristige Beziehung haben“.

Die Mitarbeiterbeteiligung und damit die Incentivierung erfolgt in einem Start-up in der Regel durch Aktienoptionen, berichtet Rappold. „Im Silicon Valley sind die Mitarbeiter für diese Vergütungsform offener, ist doch das ‚Risk Taking‘, also das Risiko auf sich zu nehmen, in den USA positiv belegt – im Gegensatz zu Deutschland und Europa, wo Risiko im Geschäftsalltag Angst macht und man Risiken tunlichst vermeiden oder eliminieren möchte.“ Trotz aller Schwächen, sind für Thiel Unternehmensanteile immer noch die beste Option, „alle ins Boot zu holen“.

Ging es Thiel mit PayPal noch darum, die Welt mit einer neuen von Regierungen unabhängigen Währung zu beglücken, gehe es ihm mit Palantir darum, die Welt zu retten. „Nicht gegen Regierungen, sondern ausdrücklich in Zusammenarbeit mit den Organen der freiheitlichen westlichen Welt, die auch die nicht gerade geringen Lizenzgebühren für die Palantir-Software aufbringen können. Im Gegenzug kann sich Palantir den Luxus erlauben, humanitäre Projekte querzufinanzieren.“

Allein Thiels Investment in Facebook erreichte eine Milliardenbewertung. „Thiel investierte als erster externer Investor 500.000 Dollar in Form eines wandelbaren Kredits und erhielt dafür später einen Anteil von 10,2 Prozent am Unternehmen.“ Thiel ist seit 2005 im Aufsichtsrat von Facebook und damit das Aufsichtsratsmitglied mit der längsten Amtszeit. „Er und Zuckerberg haben jeweils einen kongenialen Partner gefunden“, schreibt Rappold, „und vor allem Zuckerberg hat davon enorm profitiert. War er doch gerade erst Anfang 20 und als Unternehmer komplett unerfahren, während Thiel bereits alle Kniffe des harten Start-up Geschäfts kannte.“

Rund 90 Prozent der Start-ups scheitern, gibt Rappold zu bedenken. „Peter Thiel ist das, was Jobs und Apple auf Produktseite vergönnt war, gleichermaßen auf der Investmentseite gelungen. Er kann sich auf die Fahne schreiben, dass er als Unternehmensgründer bei PayPal und Palantir sowie als erster externer Investor von Facebook gleich dreimal durch sein Investment wie auch durch seinen unternehmerischen Beitrag jeweils eine milliardenschwere Erfolgsgeschichte hingelegt hat, die ihresgleichen sucht.“

Viele Menschen, so Thiel, befinden sich in einem regelrechten Hamsterrad, was sich darin zeigt, dass die Menschen immer mehr für denselben Lohn arbeiten müssen. „Das Beibehalten des Status quo wird schon zum Fortschritt erklärt. Für Thiel besteht ein direkter Zusammenhang zwischen geringen Lohnsteigerungen und geringem technologischen Fortschritt.“

Rappold gelingt es mit seinem Buch über Peter Thiel, nicht nur die wichtigsten Lebensstationen nachzuzeichnen, sondern dem Leser auch zahlreiche Denkanstöße zu geben. Dabei bleibt Rappold eng bei Worten von Peter Thiel, denn viele Aussagen lassen sich leicht durch YouTube Videos mit Peter Thiel sowie Thiels Publikationen verifizieren. Das Buch über Peter Thiel ist so facettenreich wie die Persönlichkeit Peter Thiel selbst.

 

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Cryptocoins – Investieren in digitale Währungen

Von Dr. Oliver Everling | 14.September 2017

“Cryptocoins – Investieren in digitale Währungen“ ist der neue Titel im FinanzBuch Verlag von dem Autor des Bestsellers „Bitcoin – Geld ohne Staat“ von Aaron Koenig. Der Wert von Bitcoin konnte sich zwischen 2011 und 2017 für tausendfachen. „Von solchen Wachstumsraten können Besitzer von Aktien oder Staatsanleihen nur träumen. Doch wir haben es hier mitnichten mit einer kurzlebigen Spekulationsblase zu tun, wie man denken könnte. Vielmehr befinden wir uns mitten in einem Paradigmenwechsel“, glaubt Koenig.

Professor Thorsten Polleit, Honorarprofessor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth, spricht in seinem Vorwort zum Buch die vielen Vorteile der Kryptowährungen im Vergleich zu staatlichem Zwangsmonopolgeld an. Zu den wesentlichen Kritikpunkten an Euro, Dollar oder Renminbi gehört die Eigenschaft von Fiatgeld, Volkswirtschaften in die Verschuldungsfalle zu treiben. „Verlockt durch niedrige Zinsen, für die die Zentralbanken sorgen, wirtschaften Unternehmen, Konsumenten und vor allem die Staaten zusehens auf Pump.“ So richten sich nach Polleit die Hoffnungen auf die KryptoWährungen, die eben nicht einem staatlichen Zwangsmonopol entspringen.

„Im vorliegenden Buch setze ich voraus, dass der Leser bereits weiß, was am herkömmlichen Geldsystem faul ist“, stellt Koenig seinen Ausführungen voran. So geht es in diesem Buch ein wenig um die Historie, insbesondere aber um die Grundlagen der Cryptocoins, um Blockchains, Mining, Hashing, Dezentralität und viele weitere Fragen. Der Anfänger erfährt, wie Wallets gebildet werden und was Bitcoin, Litecoin, Dash, Monero und andere unterscheidet. Ferner werden Cryptocoins für lokale Zahlungen vorgestellt sowie solche für besondere Dienste.

Lngfristige Anlage, Arbitrage Trading, Coin Trading, Margin Trading und Kreditvergabe bis hin zu Mining-Verträgen und Kryptofonds – der Autor lässt kaum eine Spezialfrage aus, die die Aufmerksamkeit von Anlegern angezogen haben könnte.

Wo viel Geld verdient werden kann, sind die Betrüger nicht weit. „Vorsicht, Ponzicoins!“ SO heißt daher ein Kapitel des Buches, in dem es um falsche Cryptocoins, technisch echte Cryptocoins ohne Wert, betrügerische Tokens, Pump-and-Dump sowie um Multi-Level-Marketing geht. Der Autor zeigt auf, woran der Leser Betrugsmodelle erkennen kann.

Das Buch zeigt, dass zu Kryptowährungen in kürzester Zeit – die ersten Bitcoins wurden vor weniger als einem Jahrzehnt geschürft – bereits eine Fülle von Erfahrungen gesammelt wurde. So berichtet Koenig auch von dem Versuch in Island, durch den „Auroracoin“ einen nationalen Cryptocoin zu schaffen. Das schnelle Scheitern des Auroracoins zeigt, wie vielfältig die Einflussfaktoren sind, die den Erfolg einer Kryptowährung begründen.

„Wie jede Kursrallye wird auch diese ein Ende haben. Vielleicht ist sie schon vorüber,“ schreibt Koenig, „wenn Sie dieses Buch lesen. Möglicherweise wird wieder irgendwo eine Börse gehackt oder die chinesische Zentralbank gibt eine neue Richtlinie heraus. Mancher bekommt dann Panik, verkauft seine Coins und die Kurse bewegen sich für einige Zeit abwärts.“

Die Ausführungen von Koenig mögen ältere Leser an frühere Blasen, insbesondere auch an die Technologieblase zur Jahrtausendwende erinnern. Nicht schlechte Ideen, sondern ein vergleichsweise geringes Angebot stand damals einer riesigen Nachfrage gegenüber, die die Preise in die Höhe trieb. So stoßen auch die Kryptowährungen auf eine unerwartet hohe Nachfrage, da in einer globalisierten Welt nationale Währungen ausgedient haben.

Das Einschreiten der chinesischen Regierung bei den Initial Coin Offerings (ICOs) könnte ein Signal dafür sein, wie sich Regierungen ihre Hoheit über jedes Geld ihrer Bürger zurückholen. Blasenbildungen und Kursverluste mit der Folge geschädigter Anleger sind willkommene Begründungen, den Gebrauch von Kryptowährungen zu verbieten und damit staatlichen Zwang wieder an die Stelle freier Währungen zu setzen.

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Dr. Stefan Hirschmann auf neuem Weg

Von Dr. Oliver Everling | 14.September 2017

Nicht nur in der Ratingbranche ist der Name ein Begriff: Nach 17 Jahren Betriebszugehörigkeit wird Dr. Stefan Hirschmann (46) zum 31. Oktober 2017 die Bank-Verlag GmbH auf eigenen Wunsch verlassen, um sich einer neuen beruflichen Herausforderung außerhalb des Unternehmens zu stellen.

„Wir danken Herrn Dr. Hirschmann für die konstruktive Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren und wünschen ihm für seinen weiteren beruflichen Lebensweg alles Gute“, so Wilhelm Niehoff, Sprecher der Geschäftsführung des Bank-Verlags, der auch die Chefredaktion der Zeitschrift „die bank“ weiterführen wird. Redaktionsseitig wird Niehoff von Anja U. Kraus unterstützt, die künftig auch die von Hirschmann geführten Zeitschriften „bank & compliance“ sowie „Risiko Manager“ betreuen wird.

Dr. Stefan Hirschmann war beim Bank-Verlag u.a. auch in zahlreichen Projekten rund um Ratingfragen involviert und sorgte für zahlreiche Publikationen und Veranstaltungen zum Thema Rating.

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AnaCap und Heidelpay

Von Dr. Oliver Everling | 14.September 2017

Die Private Equity-Gesellschaft AnaCap Financial Partners beteiligt sich an der technologisch führenden Heidelberger Payment GmbH („Heidelpay“), um die weitere Expansion des Unternehmens zu beschleunigen. E-Payment gilt als einer der wachstumsstärksten Milliardenmärkte und Heidelpay gehört zu den wichtigsten Zahlungsdienstleistern in diesem Markt.

„Ziel ist es, unsere technologische Vorreiterrolle im E-Commerce-Payment-Markt für weiteres dynamisches globales Wachstum zu nutzen. Ein im Finanzdienstleistungssektor erfahrener Investor wie AnaCap ist für uns hierfür der ideale Partner“, sagt Heidelpay-Gründer und CEO Mirko Hüllemann. In den vergangenen Jahren lagen die Wachstumsraten des 2003 gegründeten Unternehmens bei mindestens 20 Prozent.

Für Online-Händler ist neben der Wahl des richtigen Shopsystems auch die Auswahl eines geeigneten Zahlungsdienstleisters entscheidend für den Erfolg. „Heidelpay verfügt über ein außerordentlich engagiertes Team und innovative Produkte auf einem Markt, der national als auch international enormes und stetiges Wachstum über dem Branchenschnitt ermöglicht“, sagt Tassilo Arnhold, Direktor von AnaCap Financial Partners.

In Westeuropa wurden nach Schätzungen 2016 bereits 232 Milliarden Euro online umgesetzt, im kommenden Jahr erwartet das britische Centre for Retail Research, dass die 300-Milliarden-Grenze überschritten wird. Bereits für 2020 rechnet das Kölner Institut für Handelsforschung IFH mit einem online generierten Einzelhandelsumsatz von bis zu einem Viertel des gesamten Einzelhandelsvolumens in Deutschland. Heidelpay bietet seinen Kunden ein Payment Gateway, das 200 Zahlungsarten mit 160 Währungen verarbeitet und zahlreiche Zusatzleistungen beinhaltet. Die Entwicklung weiterer Produkte und Services wird in den kommenden Monaten verstärkt vorangetrieben, um im wachsenden E-Commerce-Markt innovative Payment-Lösungen zu bieten.

Heidelpay ist für die PSD2 (Payment Service Directive 2), die neue erweiterte Zahlungsdienste-Richtlinie der EU, die ab dem 13. Januar 2018 in Kraft tritt, gut vorbereitet. Diese massive Veränderung bedeutet für Heidelpay enorme Wachstumsmöglichkeiten vor allem in Europa.

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NORD/LB kommentiert CI Ratingmethodologie

Von Dr. Oliver Everling | 13.September 2017

„Capital Intelligence Ratingmethodologie für Covered Bonds stellt unseres Erachtens einen strukturierten Ansatz zur Ermittlung des Covered Bond Ratings dar“, schreibt die NORD/LB im „Covered Bond & SSA View“.

Insgesamt seien hier einige Analogien zu bereits etablierten Ratingagenturen für Covered Bonds erkennbar, wobei der Schwerpunkt der Analyse nach Beobachtung der NORD/LB auf der CPA-Analyse liegt, der maßgeblich das finale Covered Bond Rating beeinflusst. „Das diskretionäre Vorgehen am Ende des Ratingprozesses zur finalen Festlegung des Covered Bond Ratings ermöglicht es dem Komitee Besonderheiten der Programmstruktur im Rating zu berücksichtigen“, heben die Analysten aus Hannover hervor.

Hintergrund ist der für eine registrierte Ratingagentur von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA nach der EU-Verordnung über Ratingagenturen verlangte Konsultationsprozess. Capital Intelligence Ratings hat Mitte August einen Konsultationsprozess zu ihrer vorgeschlagenen Ratingmethodologie gestartet, der noch bis zum 11. Oktober 2017 läuft.

Tatsächlich Inkrafttreten könnte der Ratingansatz im Dezember. „CI Ratings ist eine 1982 gegründete Ratingagentur, die derzeit mehr als 300 Banken, Unternehmen und Finanzinstrumente aus 39 Ländern bewertet. Die Expertise liegt vor allem auf den Emerging Markets,“ stellt die NORD/LB fest, „wobei der geographische Fokus auf Regionen wie den Mittleren Osten, dem Mittelmeerraum, Zentral- und Osteuropa, Süd- sowie Südostasien, dem Fernen Osten sowie Nord- und Südafrika liegt.“ Die NORD/LB zeichnet den geplanten Ratingprozess nach und erläutert in ihrem Research hierbei die einzelnen Ratingschritte.

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Magendruck bei Asset Managern

Von Dr. Oliver Everling | 13.September 2017

Mit Inkrafttreten der MiFID II-Vorschriften am 3. Januar 2018 wird Aberdeen Standard Investments alle Kosten für externes Research tragen, gibt die Gesellschaft in einer Pressemitteilung bekannt.

„Zuvor haben wir im Rahmen einer umfassenden Überprüfung die für Aberdeen Asset Management geltenden Verfahren auf Aberdeen Standard Investments erweitert. Dieser Prozess verdeutlicht,“ heißt es aus dem Hause der Fondsmanager, „dass durch die Fusion bereits jetzt Skaleneffekte entstehen, denn von unseren hohen Research-Standards profitieren alle unsere Kunden weltweit.“

Aberdeen Standard Investments ist ein globales Unternehmen und bietet aktive Anlagestrategien für Aktien, festverzinsliche Wertpapiere und Immobilien sowie Multi Asset-Lösungen. „Externe Research-Anbieter leisten einen wichtigen und wertvollen Beitrag zu unseren eigenen herausragenden Analysekapazitäten. Unsere Investment Teams sollen auch weiterhin Zugang zu den besten Researchstudien für alle Regionen und Märkte haben, um so die bestmöglichen Ergebnisse für unsere Kunden erzielen zu können.“

Aberdeen Standard Investments engagiert sich im Dialog mit seinen Wettbewerbern, Kunden, Research-Anbietern und Aufsichtsbehörden, um mehr Transparenz im Umgang mit Research-Kosten herzustellen. Die Übernahme der Kosten erspart es den Kunden bzw Anlegern, sich mit separaten research purchase agreements zu beschäftigen.

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Bundestagswahlkampf verschläft entscheidende Themen

Von Dr. Oliver Everling | 12.September 2017

Für die Finanzmärkte ist die Bundestagswahl kein Ereignis von Bedeutung, glaubt Axel D. Angermann, Chef-Volkswirt der FERI Gruppe: „Erstens scheint der Ausgang bereits mehr oder weniger festzustehen, und zweitens würde selbst ein äußerst unwahrscheinliches Sensationsvotum für einen neuen Bundeskanzler die Märkte vermutlich kaum beeindrucken, weil sich die Programme der dahinter stehenden Parteien nur wenig unterscheiden.“

Dabei gibt es trotz der guten wirtschaftlichen Lage genügend Stoff für kontroverse Diskussionen. Angermann spricht die entscheidenden Themen an, die von grundsätzlicher Bedeutung für die zukünftige Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft und damit auch für das Marktgeschehen relevant sind. Ein Blick in die Parteiprogramme zeigt, dass die Dinge hier teilweise nur angedacht wurden oder viel Raum für Interpretationen offen lassen.

Einig sind sich alle Parteien in der Forderung nach einem Ausbau des Glasfasernetzes, analysiert Angermann die Parteiprogramme. „Dies ist insoweit erstaunlich, als man durchaus fragen könnte, ob die flächendeckende Verbreitung von Hochgeschwindigkeitsnetzen wirklich notwendig ist, oder ob die dafür erforderlichen Mittel nicht an anderer Stelle besser verwendet werden könnten.“

Mit Ausnahme der FDP sehen die meisten Parteien die Förderung der Digitalisierung zudem als staatliche Aufgabe an. Nur die Freien Demokraten stellen in Frage, ob Beamte und Bürokratien die Speerspitzen der Innovation und Erneuerung in Deutschland sein können. Einig ist man sich allerdings darin, dass die Digitalisierung für eine effizientere Verwaltung und den Abbau von Bürokratie genutzt werden könnte. Gerne würde Angermann hier erfahren, was die Parteien darunter konkret verstehen.

In den Parteiprogrammen durchaus angesprochen werden die Gefahren, die mit der Digitalisierung verbunden sind, also v. a. die Marktmacht einzelner Riesenkonzerne, die Datensicherheit und der Schutz der Privatsphäre. Auch die Auswirkungen auf Bildung und Arbeitsmarkt werden von den Parteien in unterschiedlicher Deutlichkeit thematisiert. Dass auch Anpassungen in den Sozialsystemen notwendig sind, weil die Digitalisierung zu neuen Formen der Arbeit führt und damit klassische Erwerbsbiografien ersetzt, dazu findet sich in den Wahlprogrammen der Parteien allerdings leider wenig bis gar nichts.
Dass die negativen Folgen der demographischen Entwicklung für den Arbeitsmarkt grundsätzlich auch mit einer gesteuerten Zuwanderung gemildert werden könnten und sollten, ist unter den politischen Akteuren Konsens – zumindest unter denjenigen, die Aussicht auf eine Regierungsbeteiligung haben, analysiert Angermann.

Ein Einwanderungsgesetz ist Ziel aller Parteien und dürfte schon deshalb in der nächsten Legislaturperiode Wirklichkeit werden. Damit ist aber noch nichts über den Inhalt eines solchen Gesetzes gesagt, warnt Angermann: „Genügt es, Menschen mit einem gültigen Arbeitsvertrag die Zuwanderung zu erleichtern (CDU und CSU), oder ist nicht vielmehr eine aktive Einwanderungspolitik erforderlich, mittels derer gezielt Menschen angelockt werden (SPD, Grüne und FDP)? Wie groß sollte das jährliche Kontingent für die Zuwanderung sein, und nach welchen Kriterien sollten Zuwanderer ausgewählt werden?“

Angermann hofft auf der Zielgeraden des Wahlkampfes auf weitere Erkenntnisse. „Ein zielführender und sachbezogener Streit könnte die Parteien zwingen, ihre insgesamt recht allgemeinen Positionen auch schon im Vorfeld der Wahlen konkreter auszuformulieren.“

„Die gepflegte Langeweile, die den laufenden Wahlkampf beherrscht, müsste also nicht sein. Themen von grundsätzlicher Bedeutung, an denen sich die Zukunftsfähigkeit des Landes entscheidet, gibt es genug – neben den genannten gehören beispielsweise auch die weitere Gestaltung der europäischen Integration, die Energiepolitik oder die Einstellung zu Innovationen (und zu den damit verbundenen Risiken) dazu. Hier Lösungen zu finden, hat zwar kurzfristig keinen Einfluss auf die Konjunktur, wohl aber Bedeutung für das langfristige Wachstumspotenzial.“

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