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Scope stellt Methode für Bankenratings vor

Von Dr. Oliver Everling | 17.September 2013

„Wir werden keinen Wirrwarr von Unterratings veröffentlichen“, stellt Samuel Theodore von Scope das neue Bankenrating der Ratingagentur vor. Das neue Rating reflektiere die veränderte Situation der Banken nach der Finanzkrise und die veränderten regulatorischen Rahmenbedingungen, die im Rating von Banken zu berücksichtigen sind.

Nicht nachrangige, unbesicherte Verbindlichkeiten von Banken wie auch nachrangiges Kapital und Kapitalinstrumente stehen momentan im Vordergrund, während die Methodologie für gedeckte Wertpapiere (z.B. Pfandbriefe) später vorgestellt würde, so Theodore. Der Experte warnt vor der Vorstellung, die staatliche Unterstützung, die Banken aufgrund der Krise erhalten haben, könne ein „Rating Booster“ sein, also zu vielen guten Ratings führen. Es komme vielmehr auf die Analyse der individuellen Situation der einzelnen Bank an.

„Oft würde von Ratings behauptet, sie seien nicht zukunftsorientiert genug. Wir werden für unsere Urteile betont Zukunftseinschätzungen einsetzen“, so Theodore. Struktur und Eigentümer, Marktposition und Geschäftsmodell, Risiken und Schutzmechanismen gegen Risiken stehen beim Bankenrating im Vordergrund.

Scopes Bankenratingmethodologie setzt einen Rahmen für die künftige Beurteilung von Banken in Europa. Zunächst gehe es um die Analyse europäischer Banken, jedoch sei die grundsätzliche Struktur der Analyse auch für Banken in anderen Teilen der Welt anwendbar. Auf diese Weise hofft Scope, Vergleichbarkeit ihrer Ratings sicherzustellen und ein angemessenes Maß an Konsistenz ihrer Bankenratings sicherzustellen. Beispielsweise sei für große inländische Banken, die in Schwierigkeiten gerieten, in einer Reihe von Emerging Markets die Wahrscheinlichkeit staatlicher Eingriffe höher als in den reifen Märkten Europas oder Nordamerikas. Andererseits seien diese Eingriffe stärker von politischen oder sonstigen Faktoren beeinflusst, die weniger auf etablierten und transparenten Regeln und Praktiken beruhen.

„Issuer Credit-Strength Rating (ICSR) ist der Dreh- und Angelpunkt für das Rating von Banken durch Scope“, sagt Theodore. Hierunter verstehe er in erster Linie eine Ausfallwahrscheinlichkeit, jedoch können Nuancierungen innerhalb einer Kategorie auch auf die schwere eventueller Verluste zurückzuführen sein.

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  • Dr. Oliver Everling

    Dr. Oliver Everling ist Geschäftsführer der RATING EVIDENCE GmbH in Frankfurt am Main.

    Als Gesellschafter, Beirat, Aufsichtsrat, Independent Non-Executive Director nach der EU-Verordnung über Ratingagenturen, Mitglied von Ratingkommissionen, Chairman des ISO-TC "Rating Services", Gastprofessor der CUEB in Peking und zum Beispiel als Herausgeber von mehr als 50 Büchern war oder ist er mit Ratingfragen befasst.

    Nach Promotion am Bankseminar der Universität zu Köln war Dr. Oliver Everling Referent des Arbeitskreises Rating der WM Gruppe und ab 1991 Geschäftsführer der Projektgesellschaft Rating mbH sowie von 1993 bis 1998 Abteilungsdirektor und Referatsleiter in der Dresdner Bank.