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Studie: Institutionelle setzen auf Infrastruktur

Von Dr. Oliver Everling | 7.November 2013

Angesichts der allgemein niedrigen Zinsen und dem steigenden Bedarf an langfristigen Anlagemöglichkeiten zählen Infrastrukturinvestments bei institutionellen Investoren aktuell zu den wichtigsten Themen. Der Wachstumstrend der vergangenen Jahre dürfte sich damit noch weiter beschleunigen. Bereits heute ist jeder dritte professionelle Anleger (33 Prozent) in Infrastruktur investiert. In drei Jahren dürfte sich bereits mehr als jeder Zweite an diesem attraktiven Markt beteiligt haben. Dies wäre ein Zuwachs um fast die Hälfte. Der Infrastrukturanteil in den Portfolien von Versicherungen, Versorgungswerken und Pensionskassen dürfte sich dabei im Schnitt im gleichen Zeitraum auf knapp drei Prozent verdreifachen. Dabei sind Investments in Erneuerbare Energien, also etwa Solar- und Windkraft, ebenso wie Mautstraßen oder Flughäfen und Leitungsnetze besonders beliebt. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie „Infrastrukturinvestments bei institutionellen Investoren“ der Commerz Real in Zusammenarbeit mit dem Research Center for Financial Services der Steinbeis-Hochschule Berlin.

„Selten war das gesamte Umfeld für institutionelle Anleger so anspruchsvoll wie heute. Der Bedarf an renditestarken Investments steigt, während Institutionelle gleichzeitig die Abhängigkeit von den volatilen Kapitalmärkten verringern möchten. Infrastrukturinvestments können hier eine ideale Lösung sein. Sie liefern konstant hohe Renditen und bieten zudem die Möglichkeit, Kundengelder langfristig zu investieren“, sagt Erich Seeger, im Vorstand der Commerz Real AG für die Konzeption und den Vertrieb institutioneller Anlageprodukte verantwortlich. „Knappe öffentliche Haushalte und wachsender Investitionsbedarf in vielen Industrieländern, etwa in Bezug auf Straßen oder Energieversorgung, werden darüber hinaus mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits in naher Zukunft zu einem steigenden Angebot an attraktiven Investitionsmöglichkeiten im Infrastrukturgeschäft führen.“

Bereits in den vergangenen drei Jahren haben Infrastrukturinvestments kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. Während diese 2010 im Durchschnitt nur einen Anteil von 0,7 Prozent an den Portfolios hatten, lag dieser 2012 bei 1,2 Prozent. Insbesondere Versicherer erreichen zum Teil bereits höhere Werte. Ebenfalls kontinuierlich hat sich der Anteil der institutionellen Investoren erhöht, die auf Infrastruktur setzen. Waren es 2011 lediglich 23 Prozent, sind dies heute bereits rund 35 Prozent. Auf Sicht von drei Jahren dürfte der Wert mit 59 Prozent noch deutlich zulegen.

Die beliebtesten Investitionsobjekte befinden sich dabei im Bereich der Erneuerbaren Energien. Rund die Hälfte der institutionellen Investoren, die Infrastrukturanlagen im Portfolio halten, ist bereits in diesem Bereich investiert. Daneben stoßen auch Mautstraßen und Flughäfen auf starkes Interesse. Skeptisch sehen professionelle Anleger hingegen so genannte „Greenfield“-Konzepte, also Investitionen in Projekte, die sich noch in der Planungsphase befinden. Nur etwa jeder 20. Befragte hält dies für attraktiv.

Bei allen Infrastrukturanlagen ist Deutschland mit deutlichem Abstand der präferierte Markt. 46 Prozent der institutionellen Investoren haben ihre Anlagen hier getätigt. An zweiter und dritter Stelle rangieren Westeuropa im Allgemeinen sowie Großbritannien mit 30 beziehungsweise 25 Prozent. Die USA sind nur für etwa jeden zehnten institutionellen Anleger interessant, Schwellenländer sogar nur für fünf Prozent der Befragten.  

Die Commerz Real und das Research Center for Financial Services der Steinbeis-Hochschule Berlin haben 2012 das dritte Jahr in Folge institutionelle Anleger zum Thema Infrastruktur befragt. In die Studie wurden Versicherungen, Unternehmen, Pensionskassen, Versorgungswerke, kirchliche Einrichtungen, Stiftungen und Banken einbezogen. Insgesamt wurden 111 Breiteninterviews geführt, hinzu kamen elf Tiefeninterviews.

Im Vorfeld der diesjährigen Immobilien-Messe Expo Real hatte die Commerz Real bereits Ergebnisse einer Studie mit dem Schwerpunkt Immobilieninvestments bei institutionellen Anlegern veröffentlicht.

Themen: Immobilienrating | Kein Kommentar »

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