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Zahlungsmoral muss im Blick bleiben

Von Dr. Oliver Everling | 7.Oktober 2009

Die Zahlungsmoral in Deutschland hat sich im September einer Studie des Wirtschaftsinformationsdienstes D&B Deutschland zufolge weiter leicht verbessert. Der im Auftrag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX erstellte D&B-Zahlungsindex stieg damit zum vierten Mal in Folge. „Die Zahlen belegen die Erholung der deutschen Wirtschaft in den letzten Monaten und die positiven Zeichen aus vielen Unternehmen“, sagte D&B-Geschäftsführer Thomas Dold am Mittwoch in Darmstadt. Der D&B-Zahlungsindex stieg im September auf 78,82 (August 78,72) Prozent und nähert sich weiter dem Niveau vom März.

Der Index sagt aus, dass im September 78,82 Prozent der beobachteten Unternehmen ihre Rechnungen pünktlich bezahlten – dies sind 0,8 Prozentpunkte weniger als noch Ende 2008, rechnet das zur Bisnode Gruppe gehörende Unternehmen vor. Der Indikator wird seit Anfang des Jahres auf Monatsbasis veröffentlicht und fiel dabei von Januar bis Mai deutlich – seit Juni erholt er sich wieder leicht. Die durchschnittliche Verzugszeit betrug im September 9,5 (August: 9,41) Tage. Bei den einzelnen Branchen verbesserte sich die Zahlungsmoral vor allem im Baugewerbe sowie im Groß- und Einzelhandel. Deutlich abwärts ging es dagegen bei den Banken – die Branche zählt allerdings immer noch zu den zuverlässigsten.

„Ob jedoch die Erholung in einen stabilen Aufschwung mündet, ist derzeit schwer abzuschätzen. Zu unsicher ist derzeit noch, wie stark ein Anziehen der Weltwirtschaft auch auf deutsche Unternehmen wirkt“, betonte Thomas Dold, Geschäftsführer von D&B. Zudem stehen die Unternehmen vor der Herausforderung, ihre Investitionen solide zu finanzieren. Dies sei angesichts der sehr restriktiv gewordenen Kreditpraxis sehr viel schwieriger als noch vor der Finanzkrise.

Seit Ende 2008 ging nach Feststellungen von D&B in fast allen Branchen die Zahlungsmoral zurück. Lediglich der Maschinenbau ist hier eine Ausnahme. Am Schlechtesten um die Zahlungsmoral ist es weiterhin in der Transport- und Logistiksparte bestellt. Hier sank die Zahlungsmoral im Jahresverlauf auch am Stärksten. Spitzenreiter in puncto Zuverlässigkeit bei den Zahlungen sind weiter die Pharmaunternehmen. Hier zahlen fast 94 Prozent der Unternehmen ihre Rechnungen pünktlich, während dies nur rund 68 Prozent in der Transport- und Logistikbranche machen.

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  • Die meisten Unternehmen messen ihre Erfolge auch heute noch in Währungseinheiten, in Euro oder Dollar zum Beispiel. Dabei lassen sich die Einflussfaktoren des Erfolgs nicht allein an einer Zahl abbilden. Zur Steuerung von Investitionen reicht es einerseits nicht aus, Investitionen lediglich zu beschreiben, andererseits sind viele Umstände nicht kardinal zu skalieren. Klassifizierungen mit Ratingskalen sind daher eine Methode, mehr Transparenz für praktische Entscheidungen zu schaffen.