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ETFs benötigen eigene Ratingmaßstäbe

Von Dr. Oliver Everling | 14.Mai 2011

Ein gutes Rating für börsengehandelte Indexfonds zeichnet sich dadurch aus, dass die zu bewertenden Fonds nach Anlageklasse (Aktien, Renten, etc.) und nach der Replikationsmethode getrennt in unterschiedliche Vergleichsgruppen eingeteilt werden. Dies macht Detlef Glow in seinem Beitrag zum Buch ETF-Rating klar (Buch „Exchange Traded Fund Rating“, herausgegeben von Dr. Oliver Everling und Götz Kirchhoff, Art.-Nr. 22.472-1100 Bank-Verlag Medien GmbH, ISBN 978-3-86556-257-9).

Detlef Glow, MBA (UoW), begann im Jahr 2005 als Leiter der Fondsanalyse für Deutschland und Österreich bei Thomson Reuters – Lipper. Anfang 2007 übernahm er die Leitung für die Regionen Zentral-, Nord- und Osteuropa. Seit Oktober 2010 ist Detlef Glow Leiter der Fondsanalyse von Lipper in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika. Zuvor war er als Direktor Portfoliomanagement bei der Feri Wealth Management GmbH in Bad Homburg als Portfoliomanger für vermögende Privatkunden tätig. Seine Karriere begann Glow neun Jahre zuvor bei der Tecis Holding AG in Hamburg, wo er zuletzt als Leiter der Fondsanalyse sowohl für das quantitative als auch das qualitative Fondsresearch der tecis Asset Management AG verantwortlich war.

Nach der Einteilung in Vergleichsgruppen wird die Qualität der einzelnen ETFs bei der Nachbildung des zugrundeliegenden Index innerhalb dieser Vergleichsgruppen untersucht. „Bei dieser Analyse ist es entscheidend, das der jeweils untersuchte börsennotierte Indexfonds exakt den Index nachbildet, gegen den er gemessen wird. Ebenso muss sichergestellt werden,“ so Glow, „dass die Preisfeststellung bei dem Fonds und dem Index zur Ermittlung der dem Vergleich zugrundeliegenden Preishistorie zur gleichen Zeit erfolgt ist. Gleiches gilt sinngemäß auch für die Währungskurse, wenn in dem Index Titel aus unterschiedlichen Währungsräumen enthalten sein sollten.“

Bei der Auswahl der geeigneten Kennzahlen für eine solche Analyse ist nach Glow zu beachten, dass das Anlageziel eines ETFs aufgrund der Möglichkeit der synthetischen oder statistisch optimierten Nachbildung in dem heutigen Umfeld nicht wie oft angenommen die Abbildung des Index als solches ist, sondern die möglichst exakte Nachbildung des Rendite-Risiko-Profils des jeweiligen Index.

Entsprechend spielen die in der Fondsanalyse häufig verwendeten Rendite-Risiko-Maße, wie zum Beispiel die Sharpe Ratio oder die Information Ratio, etc. bei der Analyse von börsennotierten Indexfonds, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle, macht Glow klar. ETFs sollen keine Mehrerträge durch aktives Management erzielen.

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