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Anspruch versus Wirklichkeit im Retail Banking

Von Dr. Oliver Everling | 30.Januar 2014

„Durch die Regulatorik gibt es doch einen relativ guten Schutz gegen Wettbewerber“, sagt Dr. Christian Ricken, COO Privat- und Geschäftskunden der Deutschen Bank AG, auf die Frage nach den Belastungen, die seine Bank durch die immer komplexer und umfassender werdende Regulierung des Kreditwesens zu tragen hat. Prof. Dr. Andreas Hackethal, Mitglied des Vorstands des E-Finance Lab an der Goethe Universität Frankfurt, spricht die neuen Konkurrenten an.

Ricken spricht auf der E-Finance Lab Frühjahrstagung 2014, die sich mit „Anspruch und Wirklichkeit im Retail Banking – Welche Geschäfts und Regulierungsansätze (nicht) funktionieren“ befasst. Hackethal führt in die Veranstaltung mit Beobachtungen zum Verhalten privater Anleger ein, die systematisch höhere Risiken eingehen würden, als es ein hoch diversifiziertes Portfolio oder auch nur ein auf DAX Unternehmen begrenztes Portfolio erfordern würde, um eine vergleichbare Rendite zu erzielen.

Prof. Stephan Siegel, PhD, von der University of Washington, berichtet über verschiedene Studien, die erstaunliche Zusammenhänge zwischen genetischen Prädispositionen und Anlageerfolgen von Anlegern nahelegen. Unter anderem würden Studien an Zwillingen den Einfluss der Gene auf die Geldanlage zeigen. Immerhin könnten dem Faktor „Gene“ rund 30 % des Anlegerverhaltens statistisch zugeordnet werden.

Gavan Egan, VP Cloud Sales EMEA von Verizon Terremark, verdeutlicht, wie „die Cloud“ Innovationen im Retailgeschäft der Banken treiben werde. „Wir sprechen vom ‚new normal'“, sagt Egan und bezeichnet die jederzeitige Verfügbarkeit von Daten auf allen Geräten überall für jedermann.  Cloud bedeute, dass die Geschwindigkeit erheblich gesteigert werden: Änderungen der IT lassen sich in bisher nicht dagewesenem Tempo umsetzen. Die Skalierbarkeit werde gesteigert, wie auch die Transparenz über die Umsetzung von regulatortischen Anforderungen und die Sicherheit verbessert. Egan fügt Aspekte gesteigerter Flexiblität sowie Transparenz der Kosten hinzu.

„Für eine Menge von Menschen gibt es keine vernünftige Beratung mehr. Dem wirken wir mit Quirion entgegen“, berichtet Kal Matthäus Schmidt, Vorstandsvorsitzender der quirin bank AG. Kunden mit einem Vermögen bis 150.000 € würden bei anderen Banken nicht mehr mit der notwendigen Qualität beraten. Schmidt erwartet, dass sich der Gesetzgeber am Ende für die Provisionsberatung entscheiden und das Verstecken von Provisionen in Produkten verbieten werde.

„Bei Quirion sind wir sehr transparent, indem wir zeigen, für wieviel Rendite der Kunde welches Risiko tragen muss“, berichtet Schmidt. Hackethal hakt mit einer Frage zur IT nach. „Inwieweit schaffen Sie die Skalierung, das Kostengerüst, ist die Technik ein Hinderungsgrund für Start-ups?“ Schmidt sieht die Zeit gekommen, um bausteinweise IT zusammenzukaufen. „Das ist noch nie so günstig gewesen wie heute.“

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