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Auswirkungen regulatorischer Anforderungen

Von Dr. Oliver Everling | 13.Mai 2014

Beim 2. DVFA-Kongress geht es u.a. um die Auswirkungen regulatorischer Anforderungen auf die Finanzbranche, insbesondere die Banken. Dazu diskutieren nach einem Impulsreferat von Dr. Ulrich von Zanthier, DIrector der KPG, zur Vorstellung der KPMG-Studie „Auswirkungen regulatorischer Anforderungen“ Dirk Jäger, Geschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) und Stefan Winter, Mitglied des Vorstands der UBS Deutschland.

Die Poidumsdiskussion bringt die Schwachstellen der Regulierung hervor: Eine zu große Komplexität, deren Konsequenzen von niemanden voll überschaut werden können, birgt neue Gefahren. Zum Teil tritt die Regulierung auch hinter früher schon erreichte Fortschritte zurück, wenn beispielsweise durch ene Leverage-Ratio völlig undifferenziert das Geschäft einer Bank begrenzt wird, ohne auf Risiken Rücksicht zu nehmen.

Winter kommt auf die Probleme zu sprechen, die mit dem „swiss finish“ verbunden seien. Auch Jäger kommt auf die spezielle Umsetzung in Deutschland zu sprechen. Insgesamt glaubt Winter aber nicht, dass es noch große Arbitragemöglichkeiten gibt. „Wo wollen Sie hingehen? Luxemburg kann keinen mehr aufnehmen. Frankreich ist kein Land – die meisten haben dort schlechte Erfahrungen gemacht. Deutschland ist hart, aber verlässlicher.“ Es gebe sogar Überlegungen, das Geschäft in Deutschland auszubauen. Einen Zuzug nach Deutschland gebe es allerdings auch nicht.

Frank kommt auf 2 Milliarden Euro Mehrkosten der Regulierung zu sprechen. „Rechnen Se die indirekten Kosten hinzu, sind es 9 Milliarden Euro“, warnt Dr. Ulriich von Zanthier. Dieses Geld werde dem Aufbau von Eigenkapital entzogen. Die Eigenkapitalausstaatung der Banken zu stärken, istaber eines der erklärten Ziele er Politik in Europa, denn künftig sollen Verluste nicht vom Steuerzahler aufgefangen werden. „Banken haben eine viel höhere Planungsunsicherheit heute“, sagt von Zanthier.

Frank kommt auf die Geschäftsmodelle zu sprechen, Non- und Near-Banks. Die Studie der KPMG sehe keine zwiingende Notwendigkeit, aufgrund der Regulierung die Geschätsmodelle zu ändern. Jäger nennt das Beispiel des Verkaufs von Kreditportfolien: „Wenn Kreditportfolien verkauft werden, sind sie immer noch da. Die Risiken sind durch den Verkauf nicht weg, sondern nur woanders.“

„Wir beobachten mit großer Aufmerksamkeit, dass nun auch das Geschäftsmodell jeder einzelnen Bank beurteilt werden soll“, merkt von Zanthier an. Auf der einen Seite dürfe die Aufsicht nicht ohne weiteres eingreifen, auf der anderen Seite solle sie Kontrolle ausüben.

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