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Coface Deutschland zieht Bilanz für 2010

Von Jian Ren | 15.April 2011

Coface Deutschland schloss das Geschäftsjahr 2010 mit positivem Ergebnis ab. Das selbst im Krisenjahr 2009 nicht unterbrochene Wachstum fortsetzt. Die vier Gesellschaften, die unter der Coface Deutschland AG angesiedelt sind, erreichten zusammen einen Umsatz von 465,3 Millionen Euro. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr (401,6) ein Plus von 15,9 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern beträgt nach HGB-Bilanzierung 8,4 Millionen Euro (14,8), der Jahresüberschuss 7,5 Millionen Euro nach 13,3 Millionen Euro im Jahr zuvor. Nach IFRS lag das Ergebnis vor Steuern 2010 bei 50,3 (28,8) Millionen Euro. Umsatztreiber waren Kreditversicherung, die weiterhin das stärkste Standbein ist, und Factoring. Die Coface Finanz GmbH, in Deutschland Marktführer im Factoring, legte um 22,1 Prozent zu und verbuchte einen Umsatz von 91,3 Millionen Euro (74,7). Die Forderungsfinanzierung hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Ergebnis nach Steuern von 37,7 Millionen Euro erzielt und damit das Ergebnis des Vorjahres von 27,1 Millionen Euro deutlich übertroffen. Das bearbeitete Factoring Volumen, die Summe aller angekauften Forderungen, lag 2010 bei 31,5 Milliarden Euro (25,0).

Der Umsatz der Coface Debitoren GmbH liegt mit 14,9 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 15,3 Millionen Euro. Jedoch betont Coface, dass gerade das Inkassogeschäft im Krisenjahr 2009 besonders profitiert habe und das Interesse bei den Unternehmen nun offensichtlich wieder leicht zurückgeht. Die Gesellschaft verbuchte 2010 einen Gewinn von 1,9 Millionen Euro (4,2).

Im Geschäftsfeld Information wurde im Berichtsjahr 2010 ein Umsatz von 43,2 Millionen Euro nach 43,7 Millionen Euro im Vorjahr erreicht. Der Gewinn lag 2010 bei 8,7 Millionen Euro (6,0). Das integrierte Modell von Coface Deutschland, also Full-Service Lösungen für das Forderungsmanagement, hat sich bewährt. „Das ist nach unserer Erfahrung auch das, was die Unternehmen wollen“, sagt Franz J. Michel mit Blick auf eine Befragung, die Coface Deutschland durchführte. Demnach begrüßen 60 Prozent der Unternehmen Lösungen rund um das Forderungsmanagement aus einer Hand. Jedes dritte Unternehmen hält dies für sehr wichtig. Gerade im Factoring sieht der Vorstandschef gute Marktchancen. Dies gelte insbesondere mit Blick auf die Liquiditätsversorgung von Unternehmen und der voraussichtlich eher restriktiven Haltung der Banken, so Franz J. Michel.

Vom Gruppenumsatz wurden mit Versicherungen 300,5 Millionen Euro (254,9) erwirtschaftet. Das ist ein Plus von 17,9 Prozent. Die Coface Kreditversicherung AG schloss mit einem Gesamtergebnis von 23,8 Millionen Euro (-20,8). Das versicherungstechnische Ergebnis betrug 42,7 Millionen Euro (-40,4). Grund für das negative Ergebnis sei die hohe Zuführung zur Schwankungsrückstellung im Jahr 2010. Nach 2009, in dem hohe Schadenzahlungen anfielen, wurden im Berichtsjahr 115 Millionen Euro zugeführt. „Das Geld bleibt in unseren Büchern. Damit stärken wir unser Kapital für den Fall, dass die Schäden wieder anziehen. Dies ist angesichts der Risikolage auch in vielen europäischen Ländern nicht auszuschließen“, erläutert Franz J. Michel. 2009 wurden 59,4 Millionen Euro der Schwankungsrückstellung entnommen. Bis zum Ende des Berichtsjahrs war die Schwankungsrückstellung mit 254,0 Millionen Euro (138,9) dotiert. „Die Gesellschaft ist hiermit gut gerüstet für künftige Schwankungen im Schadenfall“, erklärt der Vorstandschef. Die hohe Zuführung zur Schwankungsrückstellung drückt nach HGB-Bilanzierung auch den Gewinn der Coface Kredit erheblich. Bei der Bilanzierung nach IFRS, die von der Muttergesellschaft Coface in Frankreich angewendet wird, sieht die Ertragslage ganz anders aus. Nach IFRS werden die Zuführungen zur Schwankungsrückstellung nicht ausgewiesen. Coface Kredit verbuchte nach IFRS einen Gewinn von 18,5 Millionen Euro (-11,3).

Die Schadenquote über alle Versicherungssparten hinweg ist im Berichtsjahr auf 29,3 Prozent (92,7 Prozent) gefallen. Diese Verbesserung ist zurückzuführen auf das Ausbleiben von Großschäden, die im Krisenjahr 2009 gehäuft zu verzeichnen waren. Die Aufwendungen für Schadenfreiheitsrabatte und Boni, mit denen Coface Deutschland ihre Versicherungsnehmer an der positiven Schadenentwicklung beteiligen, sind 2010 auf 25,1 Millionen Euro nach 21,9 Millionen Euro im Vorjahr gestiegen.

Das Deckungsvolumen, die von Kunden übernommenen Forderungsrisiken, erhöhte sich von 113,8 Milliarden Euro 2009 auf 139,0 Milliarden Euro 2010. Die Zeichnungsquote stiegvon ca. 62 Prozent im Vorjahr auf 72 Prozent. „Die Zahlen zeigen, dass wir unsere Kunden auch weiterhin aktiv begleiten werden.“, so CEO Franz J. Michel.

Auch die Muttergesellschaft Coface ist wieder gut in der Gewinnspur. Mit einem Umsatzplus von rund vier Prozent auf 1,622 Milliarden Euro hat Coface auf Gruppenebene das Geschäftsjahr 2010 abgeschlossen. Mit 61 Millionen Euro Nettogewinn wurde der Turnaround zurück in die Gewinnzone geschafft. Im Vorjahr hatte es aufgrund der Wirtschaftskrise ein Minus von 163 Millionen Euro gegeben. Der operative Gewinn 2010 betrug 106 Millionen Euro nach minus 249 Millionen im Vorjahr.

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