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Harte Risiken beim Stahl

Von Dr. Oliver Everling | 25.April 2016

Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage durch Überkapazitäten und chinesische Exportflut nd schwaches Wachstum der Weltwirtschaft sind die beiden wesentlichen Faktoren, die der Stahlbranche schwer zu schaffen machen. Die Folge aus Sicht des Kreditversicherers Coface: Die Kreditrisiken für Stahlunternehmen steigen. Vor 2018, erwartet Coface, wird der Markt nicht zur Ruhe kommen

2014 bestritt China 45 Prozent der weltweiten Stahlproduktion. Jetzt lässt der „Appetit“ nach, warnt der Krediversicherer aus Mainz: „Chinas Wirtschaft durchläuft strukturelle Veränderungen. Der Produktionssektor gibt nach, die Dienstleistungen gewinnen an Gewicht im Wachstumsmodell Die inländische Nachfrage nach Stahl hat ihren Höhepunkt erreicht und wird weiter nachgeben. Dennoch ist das Angebot noch immer viel zu hoch. China drückt seine Übermengen in den Export, was besonders Stahlproduktionsstrukturen in Europa, den USA und in den Emerging Markets durcheinander bringt.“

Coface konstatiert einen stetigen Anstieg des Kreditrisikos in der Metallproduktion weltweit. Der Sektor ist der riskanteste unter den 12 von Coface untersuchten Branchen. Die Risikobewertung steht jetzt bei „sehr hoch“ für Lateinamerika, Emerging Asien, den Nahen Osten und Westeuropa sowie bei “hoch” für Osteuropa und Nordamerika. Die Branche ist ohnehin eine der unprofitabelsten überhaupt und nimmt unter 94 Branchen Platz 90 ein. Zugleich hat sie die höchste Verschuldung. Die Preisaggressivität Chinas vor allem bei einfachem Stahl schwächt die konkurrierenden Produzenten weltweit. Die Überkapazitäten schlagen auch auf die Kreditrisiken in China durch, die Verschuldung der Unternehmen dort steigt signifikant.

Angebot und Nachfrage könnten sich 2018 wieder annähern. Die ersten Produktionseinschränkungen in China wirken sich dann allmählich aus. Die drei Branchen mit dem höchsten Stahlbedarf haben nach Ansicht der Analysten der Coface mittelfristig weiter die besten Aussichten: Die Automobilbranche hat großes Wachstumspotential in den Emerging Countries. Der Maschinenbau profitiert ebenfalls von mehreren Wachstumsfaktoren, sowohl in den aufstrebenden als auch in den Industrieländern. Und die Baubranche sollte sich wieder erholen, nicht zuletzt aufgrund der fortschreitenden Verstädterung in den Emerging Countries. 

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