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Mit Einsteins Weisheit in Aktien sparen

Von Dr. Oliver Everling | 27.Juli 2017

„Albert Einstein hat auf die Frage nach der stärksten Kraft im Universum einmal geantwortet, es sei der Zinseszins. Wenngleich der Zinseszinseffekt leichter zu verstehen sein mag als die meisten seiner Errungenschaften der theoretischen Physik,“ schreibt Florian Bohnet, Leiter des Bereichs Research & Portfoliomanagement der DJE Kapital AG, in einem Marktkommentar, „scheint dem Gros der Anleger nicht bewusst zu sein, dass Zinsen und Dividenden langfristig einen zentralen Beitrag zur Vermögensmehrung liefern.“

Dividendenstrategien seien allein schon deshalb zeitlos, weil sie gewissermaßen eines der ursprünglichsten Motive beim Investieren darstellen: Die Beteiligung am Unternehmenserfolg. „Interessant werden Dividenden dadurch,“ begeistert sich Bohnet, „dass sich die Gewinnausschüttungen erfolgreicher Unternehmen im Laufe der Zeit erhöhen können. Somit können Dividenden im Vergleich zum klassischen Zinseszinseffekt, mit in der Regel konstanten Zinsen wie bei Anleihen, langfristig eine noch größere Wirkung entfalten. Mit der Zeit kann der üblicherweise stabilisierende Dividendeneffekt die volatile Wertentwicklung einer Aktienanlage dominieren.“

Aktuell beträgt die Dividendenrendite der 30 DAX-Unternehmen für das laufende Jahr etwa 2,7 Prozent vor Steuern, rechnen die Analysten von DJE Kapital vor. „Das ist die Rendite, die ein Aktionär zum heutigen Zeitpunkt erhält, wenn er alle DAX-Titel kauft und deren Dividenden kassiert. Im historischen Vergleich ist das kein besonders hoher Wert und auch im Ländervergleich durchschnittlich. Führt man sich aber vor Augen, dass die Dividende mit der Zeit wächst und auch die volatilen Aktienmärkte auf lange Sicht in der Tendenz steigen, ist es entscheidend, die Verzinsung auf den Einstandskurs, also das investierte Kapital, zu rechnen.*

Ein DAX-Index-Investment vor zehn Jahren zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, kurz vor Ausbruch der Finanzkrise, hätte gemäß DJE Kapital damals eine Dividendenrendite von 2,45 Prozent gebracht. Auf einen Anlagebetrag von 1.000 Euro hätte ein Investor vor zehn Jahren also 24,50 Euro an Dividendenzahlungen erhalten. Diese jährliche Zahlung wäre bis 2017 mit seltenen, kleinen Rückgängen auf etwa 42 Euro angewachsen. Auf den Kaufpreis von 1.000 Euro gerechnet entspräche das einer Rendite von immerhin 4,2 Prozent. „Dividendenzahlungen sind erfreulicherweise gegenüber Kursentwicklungen besser prognostizierbar,“ freut sich Bohnet, „weil sich die Geschäftsentwicklung eines Unternehmens einfacher analysieren lässt als das volatile Börsenumfeld, aber auch, weil die Unternehmenslenker über ihre Ausschüttungspolitik die Dividendenzahlungen glätten können.“

Themen: Aktienrating | Kein Kommentar »

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