Politikfehler zu Lasten der Ratingagenturen
Von Dr. Oliver Everling | 13.Januar 2010
Ratingagenturen haben künftig mit Bußgeldern von 200 T€, in besonders schwerwiegenden Fällen von bis zu 1 Mio. € für jeden Einzelfall zu rechnen. Dies geht aus der Beratung des Deutschen Bundestages zum Rahmengesetz zur EU-Verordnung über Ratingagenturen hervor.
Die Verordnung (EG) Nr. 1060/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 über Ratingagenturen (EU-Ratingverordnung) geht auf Schlussfolgerungen des Europäischen Rates vom März 2008 zurück. Der Europäische Rat hatte eine Reihe von Zielen formuliert, um den größten Schwächen des Finanzsystems entgegenzuwirken. Eines der Ziele bestand darin, die Funktionsweise des Marktes und die Anreizstrukturen zu verbessern, wobei auch die Rolle der Ratingagenturen einer Überprüfung unterzogen werden sollte.
„Im Rahmen der Finanzmarktkrise haben die Ratingagenturen nach allgemeiner Auffassung die verschlechterte Marktlage nicht früh genug in ihren Ratings zum Ausdruck gebracht und ihre Ratings nicht rechtzeitig angepasst, als sich die Krise bereits zugespitzt hatte.“ So stellt sich das Problem und Ziel des Gesetzesentwurfs im Bundestag zur Diskussion. „Um ein solches Versagen der Ratingagenturen in der Zukunft zu verhindern, sieht die EU-Ratingverordnung Maßnahmen in den Bereichen Interessenkonflikte, Ratingqualität, Transparenz und interne Führungsstruktur der Ratingagenturen vor.“
Die Beaufsichtigung der Pflichten nach der EU-Ratingverordnung obliegt zunächst den nationalen Aufsichtsbehörden. Eine Übertragung der Aufsichtsbefugnisse nach der EU-Ratingverordnung auf eine neu zu schaffende Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA) ist derzeit für den 1. Januar 2011 vorgesehen. Die politische Fehlkonstruktion der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) – eine Altlast der früheren Regierungskoalitionen – wirkt sich so zu Lasten der Ratingagenturen aus, da diese nun für eine Übergangsfrist geltende Vorschriften beachten und umsetzen müssen. Damit sind erhebliche Bürokratiekosten verbunden.
Gemäß der EU-Ratingverordnung ist national eine zuständige Behörde für die Beaufsichtigung zu benennen. Ferner müssen die Mitgliedstaaten wirksame, verhältnismäßige und abschreckende Sanktionen festlegen, um Verstöße gegen die Vorgaben der EU-Ratingverordnung ahnden zu können. Die Benennung der zuständigen Behörde ist dabei in der EU-Ratingverordnung an eine enge Zeitvorgabe gebunden. Sie muss bereits bis zum 6. Juni 2010 erfolgen. Ab diesem Zeitpunkt sollen die Ratingagenturen bei den zuständigen Behörden ihre Anträge auf Registrierung stellen können.
Mit dem Gesetzentwurf wird im Wesentlichen noch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als die in Deutschland zuständige Behörde für die Aufsicht über die Ratingagenturen benannt und ein Katalog von Bußgeldvorschriften eingeführt, der bei Verstößen gegen die diversen in der EU-Ratingverordnung festgelegten Pflichten greift. Die Regelungen sollen in das Wertpapierhandelsgesetz eingegliedert werden, da auch die Aufsicht über Ratingagenturen Elemente der Verhaltens- und Organisationsaufsicht über Unternehmen enthält und die allgemeinen Bestimmungen des Wertpapierhandelsgesetzes ohne größeren Aufwand auf den Bereich der Aufsicht über Ratingagenturen erstreckt werden können. Zudem werden nationale Bestimmungen zur Finanzierung der Aufsicht über Ratingagenturen durch die BaFin getroffen, indem das Finanzdienstleistungsaufsichtsgesetz und die hierauf beruhende Verordnung über die Erhebung von Gebühren und die Umlegung von Kosten nach dem Finanzdienstleistungsaufsichtsgesetz entsprechend geändert werden.
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Restrukturierungsmanager mit Zertifikat
Von Dr. Oliver Everling | 12.Januar 2010
Der Weiterbildungslehrgang zum „Restrukturierungs-Manager/in“ zeichnet sich durch eine hohe Praxisorientierung mit wissenschaftlicher Fundierung aus und richtet sich sowohl an sanierungs-erfahrene Praktiker als auch an Newcomer im Spezialfeld der Sanierung und Restrukturierung. Es handelt sich um ein berufsbegleitendes Weiterbildungsprogramm auf Hochschulniveau für Praktiker mit Hochschulzertifikat der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg.
„Wesentlicher Vorteil des Hochschullehrgangs ist der fachübergreifende, modulare Aufbau: ne-ben dem klassischen betriebswirtschaftlichen Handwerkszeug zur Erstellung eines Sanierungsgutachtens selbst, geben die Referenten einen weiten Blick über den so viel zitierten Tellerrand hinaus. Hierzu gehören neben den rechtlichen Rahmenbedingungen gerade auch die Sicht auf das Wertsteigerungs- und Change-Management, welches die strategischen Optionen einer nachhaltigen Gesundung unter dem Sonderaspekt der Sanierung vermittelt. Die Teilnehmer erhalten einen exzellenten Einblick in die praktische Sanierungsumsetzung und werden in die Lage versetzt, Unternehmen strategisch zu beurteilen und für einen dauerhaften Erfolg neu auszurichten“, urteilt Dr. Christof Galuschge, Geschäftsführer und Gründer der Dr. Galuschge Business Consultants GmbH, selbst Absolvent des Kurses Wintersemester 2008/2009.
Die Auswahl der Referenten spiegelt die interdisziplinäre Zielsetzung des Lehrganges wider. Sämtliche Referenten haben einen starken Praxisbezug und verfügen über sehr gute, didaktische Fähigkeiten für eine effiziente Wissensvermittlung. „Neben den umfangreichen Lehrgangsunterlagen werden reale Praxisfälle, aktuelle Recht-sprechungen und weiterführende Informationen ausgehändigt. Diese unterstützen zusätzlich die Umsetzung des theoretisch-gelernten in die Praxis und helfen, komplexe Zusammenhänge schnell und umfassend zu verstehen.“
Die breite fachliche Mischung und die verschiedensten Erfahrungshintergründe der Seminarteilnehmer und Referenten bilden dabei sowohl die Basis anregender und intensiver Diskussionen als auch die Grundlage verstärkten Netzwerkens, fügt Galuschge hinzu. Somit trägt der Lehrgang nicht nur zur Erweiterung und Auffrischung individuellen Wissens bei, sondern fördert gleichzeitig die (Weiter-)Entwicklung geschäftlicher und persönlicher Beziehungen zwischen allen Beteiligten.
Sein Fazit: „Ein sehr gut organisierter und in seiner Zusammensetzung homogener Lehrgang, der sowohl den Neueinsteiger in die Sanierungswelt als auch den erfahrenen Sanierungsberater mit einer umfangreichen Wissens-Auffrischung und dem Erkennen von Neuentwicklungen anspricht.“
Zeitrahmen: Kursstart am 12. März 2010. Präsenzveranstaltungen an 11 Wochenenden (freitags und samstags). Für alle Interessenten, die im Vorfeld die Referenten persönlich kennenlernen und mehr zu den Inhalten erfahren möchten, findet am Mittwoch, den 03.02.2010 ab 18:30 Uhr im Georg-Simon-Ohm Management-Institut, 90402 Nürnberg, Kressengartenstr. 2 ein Informationsabend statt (http://www.gso-mi.de/).
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ALTE OLDENBURGER weiterhin exzellent
Von Dr. Oliver Everling | 12.Januar 2010
Die ALTE OLDENBURGER Krankenversicherung AG stellt mit dem aktuellen Rating einmal mehr ihre exzellente Unternehmensqualität unter Beweis. In drei von fünf Teilqualitäten erhält der Vechtaer Krankenversicherer erneut das Spitzenurteil exzellent. Der Erfolg der ALTE OLDENBURGER wird mit sehr gut bewertet. Die Kundenorientierung erhält ein gutes Urteil.
Die ALTE OLDENBURGER weist eine exzellente Sicherheit auf. Zum Ende des Geschäftsjahres 2008 beträgt die Eigenkapitalquote der Gesellschaft 22,16 %. Branchenweit kommen Aktiengesellschaften im Schnitt auf 11,87 %. Des Weiteren dürfte die Einbindung in den Konzernverbund der Landschaftlichen Brandkasse Hannover (VGH) die Sicherheitslage des Unternehmens weiter stärken. Mit den vorhandenen Sicherheitsmitteln übertrifft die ALTE OLDENBURGER sowohl die aufsichtsrechtlichen als auch die strengeren Anforderungen nach dem Value-at-Risk-Modell von Assekurata. Zudem verfügt das Unternehmen über ein sehr gutes Risikomanagement.
Mit ihren hochwertigen Produkten und den erfolgreichen Maklerverbindungen erzielt die ALTE OLDENBURGER ein exzellentes Urteil in der Teilqualität Wachstum/Attraktivität im Markt. In 2008 liegt der Personenzuwachs in der Vollversicherung mit 3,01 % deutlich über dem Marktwachstum (0,83 %). In der Ergänzungsversicherung führt die ALTE OLDENBURGER die erfolgreiche Kooperation mit der AOK Niedersachsen fort und bleibt nach wie vor überdurchschnittlich positioniert.
Der Erfolg der ALTE OLDENBURGER ist in der Langzeitbetrachtung überdurchschnittlich. Erkennbar wird dies anhand der mittleren Rohergebnisquote im Zeitraum 2005 bis 2008. Hier ordnet sich die ALTE OLDENBURGER mit 14,13 % über dem Marktdurchschnitt von 12,31 % ein. Maßgeblichen Einfluss hierauf nehmen die kontinuierlich hohen Ergebnisse aus dem Versicherungsgeschäft. In 2008 liegt die versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote mit 13,58 % erneut über dem Marktdurchschnitt (9,19 %). Bei der Rendite führen die Kapitalmarktverwerfungen in 2008 zu einem Rückgang der Nettoverzinsung um etwa einen Prozentpunkt auf 3,01 % (Markt: 3,53 %), wobei die ALTE OLDENBURGER von der Bilanzierungsmöglichkeit nach § 341b Abs. 2 Satz 1 HGB keinen Gebrauch gemacht hat und insoweit auch keine Abschreibungen unterlassen hat. Für das Jahr 2009 rechnet das Unternehmen wieder mit einer verbesserten Renditesituation. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus der Kapitalanlage und dem Versicherungsgeschäft ergibt sich eine Anpassung des Urteils für den Erfolg von exzellent auf sehr gut.
Die ALTE OLDENBURGER verwendet 94 % des erwirtschafteten Ergebnisses zugunsten ihrer Kunden, obwohl gesetzlich nur 80 % vorgeschrieben sind. Angesichts der überdurchschnittlichen Erfolgslage fallen die Zuführungen zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) deutlich höher aus als im Marktdurchschnitt. Folglich verfügt die ALTE OLDENBURGER mit einer RfB-Quote von 34,79 % (Markt: 29,29 %) über ein sehr hohes finanzielles Polster. Dieses setzt das Unternehmen zielgerichtet ein und hält die Beiträge auf Dauer stabil. Der mittlere Beitragsanpassungssatz der ALTE OLDENBURGER liegt für den Zeitraum 2004 bis 2009 bei 4,01 % und damit unter dem Mittelwert der von Assekurata gerateten privaten Krankenversicherer (4,53 %). Insgesamt weist die ALTE OLDENBURGER eine exzellente Beitragsstabilität aus.
Im Vergleich zu den bisherigen Ergebnissen ergibt sich in der aktuellen Kundenbefragung der ALTE OLDENBURGER sowohl eine höhere Kundenzufriedenheit als auch eine deutlich stärkere Kundenbindung. Nach Ansicht von Assekurata honorieren die Kunden die kontinuierlichen Verbesserungsmaßnahmen der ALTE OLDENBURGER in den einzelnen Servicebereichen. Beispielsweise sind 29,7 % vollkommen zufrieden mit der Erreichbarkeit der Innendienstmitarbeiter, während es in der Vorbefragung noch 18,2 % waren. Andere von Assekurata geratete Krankenversicherer kommen hier im Durchschnitt auf 21,0 %. Die aktuelle Kundenbefragung der ALTE OLDENBURGER bestätigt das insgesamt gute Urteil für die Kundenorientierung.
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FIA überzeugt in Italien
Von Dr. Oliver Everling | 12.Januar 2010
Fondenergia, der Pensionsfonds für die italienischen Beschäftigten der Energie-Branche (u.a. von ENI Group, BP, Shell, Tamoil, Total, ERG, API und Kuwait Petroleum) mit Sitz in Rom, hat Ende Dezember entschieden, ein Mandat von anfänglich ca. EUR 760 Mio. an die Feri Institutional Advisors (FIA) zu vergeben. „Wir betreuen bereits seit mehreren Jahren italienische Kunden. Das ist das bisher größte institutionelle Mandat, welches wir in Italien gewonnen haben“, sagt Stefano Kihlgren, seit Mai 2008 Director Business Development und Repräsentant der FIA-Tochtergesellschaft Institutional Trust in Italien.
„Bei dem jetzt in Italien gewonnenen Mandat hat Feri sich gegen große internationale Konkurrenz durchgesetzt“, sagt Dr. Dirk Söhnholz, Managing Partner und Verantwortlicher für das Italien-Geschäft der FIA. Fondenergia Präsident Lorenzo Dore spricht dabei von einem „innovativen Mandat“, um im wesentlichen Aktien- und Währungsrisiken abzusichern.
Neben Fondenergia konnte die FIA in den letzten Monaten weitere Mandate in der Schweiz – hier besonders im Bereich Immobilien und Multi-Asset – und vor allem in Österreich gewinnen und damit ihre europäischen Aktivitäten weiter sehr erfolgreich ausbauen. Arnd Thorn, Mitglied des Vorstands der Feri Finance AG und verantwortlich für das institutionelle Geschäft, erklärt die entscheidenden Faktoren für den internationalen Erfolg der Feri: „Wesentlich dazu beigetragen hat das proprietäre Feri Risiko-Management- bzw. Overlay-Konzept. Dieses wird für jeden Investor individuell angepasst und umgesetzt. In seiner jetzigen Form wurde es bereits vor der Finanzkrise entwickelt und hat sich in dieser hervorragend bewährt. Das hat in den letzten Monaten zu zahlreichen Mandatsgewinnen in Deutschland sowie Österreich und nun auch Italien geführt.“
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Deutsche Zahlungsmoral immer besser
Von Dr. Oliver Everling | 9.Januar 2010
Die Zahlungsmoral deutscher Unternehmen ist im Dezember laut einer Studie des Informationsdienstleisters D&B auf den höchsten Stand seit zwei Jahren gestiegen. Der im Auftrag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX erstellte D&B-Zahlungsindex zog im Dezember erneut deutlich an und stieg damit zum sechsten Mal in Folge. „Damit zeigen die Programme in den Unternehmen zur Verbesserung der Liquidität ihre Wirkung. Liquide Mittel sind also in vielen Unternehmen in ausreichendem Maß vorhanden, um Rechnungen pünktlich zu begleichen“, sagte D&B-Geschäftsführer Thomas Dold am Freitag in Darmstadt. Beim Blick auf das laufende Jahr bleibt er jedoch vorsichtig: „Es wird vielen Unternehmen 2010 besser gehen als 2009, aber auch die Zahl der Unternehmen wird steigen, die ein Anziehen der Konjunktur nicht mehr erleben oder überleben werden.“
Der D&B-Zahlungsindex stieg im Dezember auf 79,92 (November: 79,26) Punkte. Höher stand der Indikator zuletzt Anfang 2008, als der Wert erstmals unter 80 Prozent gefallen war. Der Index sagt aus, dass im Dezember knapp 80 Prozent der beobachteten Unternehmen ihre Rechnungen pünktlich bezahlten. Der Indikator wird seit Anfang 2009 auf Monatsbasis veröffentlicht und fiel dabei von Januar bis Mai deutlich – seit Juni erholt er sich allerdings wieder. Die Erholung zog dabei zum Jahresende deutlich an. Die durchschnittliche Verzugszeit lag im Dezember wie im Vormonat bei 9,41 Tagen.
Von der zuletzt gesehenen Erholung konnten jedoch nicht alle Branchen gleichermaßen profitieren. So konnten die Maschinenbauer und Autozulieferer ihre Zahlungsmoral kaum, beziehungsweise gar nicht, verbessern und stehen im Vergleich zum vierten Quartal 2008 schlechter da. Die Branchen, die die Krise am härtesten getroffen hat, werden auch am längsten brauchen, bis sie ihre Zahlungskraft wieder erlangt haben. So sind zum Beispiel einer D&B-Analyse vom November zufolge ein Fünftel aller deutschen Autozulieferer akut von der Insolvenz bedroht.
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S&P’s A- für Northern Rock
Von Dr. Oliver Everling | 6.Januar 2010
S&P hat ein Rating von A-/A-2 für die neue Northern Rock PLC vergeben. Der Ratingausblick ist stabil, darüber wird in einer Tickermeldung der „Strategie Credits“ der DZ BANK berichtet. Die neue Northern Rock ist als rechtliche Einheit aus der Restrukturierung der alten Northern Rock hervorgegangen, die daraufhin in Northern Rock (Asset Management) PLC umbenannt wurde. „Durch die Umstrukturierung wurden Kundeneinlagen in Höhe von etwa 19 Mrd. GBP, Immobilienfinanzierungen in Höhe von 10 Mrd. GBP und liquide Mittel übertragen. Zudem wurde die neue Gesellschaft mit 1,4 Mrd. GBP durch die britische Regierung rekapitalisiert.“
Die Regierung stellt eine Garantie für Einlagen und andere ausgewählte Verbindlichkeiten zur Verfügung, die nur mit einer Kündigungsfrist von mindestens drei Monaten entzogen werden kann. Das von S&P vergebene Rating basiert auf der Annahme, stellt die DZ BANK in ihrer Mitteilung fest, dass die neue Northern Rock über eine solide Aktivaqualität, Refinanzierung, Liquidität und Kapitalausstattung verfügt, die durch die Umstrukturierung erreicht wurden.
„Das Rating bezieht jedoch auch mit ein,“ so heißt es in der Meldung weiter, „dass zunächst nur geringe Erträge zu erwarten sind und dass die Marktposition im konzentrierten Hypothekenmarkt in Großbritannien vergleichsweise schwach ist. Ebenfalls in der Bewertung berücksichtigt wird die Erwartung, dass die neue Northern Rock an einen privaten Investor verkauft wird, sobald die britische Regierung, die zurzeit alleinige Eigentümerin ist, ein entsprechendes Angebot erhalten hat.“
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Gute Stimmung durch M&A-Aktivitäten
Von Dr. Oliver Everling | 6.Januar 2010
Für die Analysten aus dem Fixed Income Research der BayernLB war aus dem Unternehmenssektor die von Novartis angekündigte Komplettübernahme von dem in der Augenheilkunde tätigen Alcon-Konzern „die Nachricht des Tages“. Bereits im April 2008 hatte der schweizerische Pharmakonzern vom Lebensmittelgiganten Nestle einen 24,7%-Minderheitsanteil an Alcon erworben und nun eine Call-Option auf weitere 52,1% der Anteile ausgeübt.
Finanziert werden soll der Deal im Volumen von 28,1 Mrd. USD in bar mit verfügbaren Liquiditätsreserven sowie Krediten in Höhe von bis zu 16 Mrd. USD. Den restlichen Streubesitz-Aktionären (23%) bietet Novartis einen Umtausch in jeweils 2,8 Novartis-Aktien an. Dies entspricht einem Gegenwert von nochmals 11,2 Mrd. USD.
Auf die Novartis-Ratings dürfte die Ankündigung des Deals kaum Auswirkungen haben, schreibt die BayernLB, da die Agenturen die Ausübung der Call-Option bereits ins Kalkül einbezogen haben dürften (Fitch hat bereits das Novartis-Rating bestätigt; Moody’s setzte den Ratingausblick auf negativ, aber nicht auf Credit Watch).
Nestle seinerseits wird einen Teil der zufließenden Mittel für den Kauf des Tiefkühlpizza-Geschäfts von Kraft Foods verwenden, heißt es in der Ausgabe des „Corporate Bond Daily“ der BayernnLB wie in der Lebensmittelkonzern. Der Kaufpreis liegt bei 3,7 Mrd. USD in bar. Aus dem Rennen um die Übernahme des britischen Süßigkeiten- und Getränkeherstellers Cadbury zog sich Nestle zurück. Darüber hinaus kündigte Nestle eine Aufstockung des Aktienrückkaufprogramms um 10 Mrd. SFR an.
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Goldman Sachs Asset Management stockt auf
Von Dr. Oliver Everling | 6.Januar 2010
Goldman Sachs Asset Management hat sein Vertriebs- und Marketingteam mit Beginn des neuen Jahres weiter ausgebaut. Oliver Rahe verantwortet ab Januar 2010 das Fondsplattform- und Maklergeschäft in Deutschland. Rahe war zuletzt Director der DWS und zuvor Senior Sales Manager bei Fidelity International. Er wird dieses Geschäft in Zusammenarbeit mit drei weiteren Kollegen aufbauen.
Ebenfalls ab Januar verstärkt Nicole Kahmer das lokale Marketing Team in Deutschland. Frau Kahmer hatte zuvor Positionen in Sales & Marketing bei MainFirst Asset Management, Fidelity und der Deutschen Bank in Frankfurt und London inne.
Zusätzlich wurde das Universalbankenteam um einen Mitarbeiter erweitert, der ab sofort die Regionen Rheinland-Pfalz, Saarland und Nordrhein-Westfalen betreuen wird.
Laut Michael Grüner, welcher das GSAM Third Party Distribution Team in Deutschland und Österreich verantwortet, konnten mit diesen Zugängen entscheidende strategische Positionen belegt werden, um den deutschen und österreichischen Markt bestmöglich zu bedienen: „Mit der Verstärkung des Universalbankenteams, der Ergänzung um das Fondsplattform- und Maklerteam, dem Privatbankenteam, sowie dem Ausbau unseres lokalen Marketings sind wir für 2010 gut aufgestellt. Unsere Strategie hat bereits dieses Jahr die ersten Früchte getragen. Wir sind uns sicher, auch im nächsten Jahr aufgrund unserer hohen Produkt- und Servicequalität, von der unsere Klienten profitieren, den entscheidenden Mehrwert zu liefern.“
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Coface mit Eigenkapitalstärkung
Von Dr. Oliver Everling | 6.Januar 2010
Der Verwaltungsrat der Natixis hat beschlossen, das Eigenkapital der Coface um 175 Millionen Euro auf über 1,25 Milliarden Euro aufzustocken. In Verbindung mit der deutlich verbesserten Schadensituation in der Kreditversicherung ergibt sich für Coface ein Solvabilitätsüberschuss am Ende des Jahres 2009 in Höhe von 500 Millionen Euro.
Diese Überdeckung – Überschuss vorhandenen Eigenkapitals über die rechtlichen Erfordernisse hinaus – liegt nun um 100 Millionen Euro höher als vor der Krise Ende 2007. Damit erfüllt Coface die rechtlichen Vorgaben, jederzeit die Versicherungsschäden tragen zu können, bei weitem.
„Coface hat als einziger der großen Kreditversicherer das Gesamtdeckungsvolumen für Kunden seit Beginn der Wirtschaftskrise nicht reduziert“, verweist Benoît Claire auf den eigenen Anspruch, die Kunden auch in schwierigen Zeiten zu begleiten. „Die Kapitalausstattung erlaubt uns dies auch in der einsetzenden Erholungsphase, in der uns die Unternehmen ebenfalls brauchen werden“, erklärte der Vorstandsvorsitzende von Coface Deutschland.
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Geschäftswandel vom Abonnenten zum Emittenten
Von Dr. Oliver Everling | 31.Dezember 2009
John Moody betrieb ein Verlagsgeschäft: Er verkaufte Handbücher, in denen er Daten über die an den Börsen gehandelten Wertpapiere gesammelt hatte. So kam er eines Tages 1909 auf die Idee, nicht nur Fakten aufzulisten, sondern diesen auch seine persönliche Meinung hinzuzufügen: Eben in der Art amerikanischer Schulnoten – in Buchstaben statt wie bei uns in Ziffern. Moody’s bemerkte bald, dass sich der Leser nicht für die Schreibe, sondern für das Resultat seiner Beurteilung interessierte. So rückten die Bonitätsnoten immer mehr in den Vordergrund der Berichterstattung, bis schließlich Nachrichtenagenturen fast nur noch die Quintessenzen der Analysen mit Ratingsymbolen verbreiteten, Datenbanken damit fütterten und die vielen „wenn“ und „aber“ der Analystenmeinungen schlichtweg ignorierten.
Die starke Nachfrage veranlasste John Moody, Analysten einzustellen, die ihm bei der Anfertigung der Berichte und Urteile halfen. Um zu sinnvollen und konsistenten Klassifikationen zu gelangen, mussten sie sich auf einheitliche Methodologien und Kriterien verständigen. Bald hatte es sich bewährt, die Ratings nicht dem Urteil einzelner Analysten zu überlassen, sondern ein Ratingkomitee zu bilden, das jedes einzelne Rating anhand einer ausführlichen Vorlage diskutierte und das zu veröffentlichende Rating beschloss. Aus den Redaktionssitzungen von früher entwickelte sich ein hoch komplexer Abstimmungsprozess, der schon in den 1920er Jahren für internationale Vergleichbarkeit und Bonitätsnoten sorgte, die über Branchen- und Ländergrenzen hinweg Ausfallrisiken signalisierten.
Über ein halbes Jahrhundert hinweg, bis Ende der 1960er Jahre, blieb der Leser „der Auftraggeber“ der Ratingagentur. Moody’s Investors Service fühlte sich – wie seine Wettbewerber Standard & Poor’s (S&P’s) und Fitch Investors Service (heute: Fitch Ratings) – dem Investor verpflichtet. Der Käufer von Anleihen sollte vor Ausfallrisiken gewarnt wer-den. Während in den 1920er und 1930er Jahren die Ratingagenturen schon einmal „Hochkonjunktur“ hatten, da in der Weltwirtschaftskrise jedermann das Ausfallrisiko bewusst wurde, dümpelten sie unter den Bedingungen des 1944 geschaffenen Bretton-Woods-Systems und dem Goldstandard dahin. Das sollte sich im Juni 1970 ändern, als die Nixon-Administration den Zusammenbruch eines Verkehrsunternehmens, des Penn Central-Systems, tatenlos hinnahm: Dadurch wurden nicht nur Aktionäre und Gläubiger, sondern auch Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und die Öffentlichkeit aufgeschreckt.
Das Rating stand plötzlich im Mittelpunkt von Investmententscheidungen, aber auch zum Beispiel bei Fragen, an welches Versorgungsunternehmen man sich binden will oder welchen Lieferanten man auswählt.
Die Aufgabe der Goldstandards und die Ölkrise sorgten binnen weniger Jahre dafür, dass sich die Kräfteverhältnisse an den Kapitalmärkten zugunsten von Anlegern verschoben: Während sich die Ratingagenturen bis Anfang der 1970er Jahre aus den Verkaufserlösen ihrer Publikationen, insbesondere Abonnementgebühren, zu finanzieren hatten, kam zur Freude der Analysten eine weitere Ertragsquelle hinzu: Emittenten von Anleihen suchten aktiv mit den Analysten das Gespräch, um bereits vor Begebung eines Finanztitels das Urteil der unabhängigen Agenturen einzuholen und dieses bei der Platzierung ihrer Emissionen an potentielle oder aktuelle Anleger zu kommunizieren.
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Börse hören. Interviews zu Ratingfragen im Börsen Radio Network. Hier klicken für alle Aufzeichnungen mit Dr. Oliver Everling seit 2006 als Podcasts.












