Smart zu Hause mit Allterco
Von Dr. Oliver Everling | 1.Dezember 2022
Die Allterco JSCo, ein Anbieter von IoT- und Smart-Home-Lösungen mit Sitz in Sofia, Bulgarien, hat die Einladung zur außerordentlichen Hauptversammlung der Aktionäre aktualisiert, die für den 13. Dezember 2022 in Sofia, Bulgarien, einberufen wurde.
Auf offiziellen Antrag des Aktionärs Svetlin Todorov, der mehr als 5 % der Allterco-Aktien besitzt, wurden zusätzliche Fragen sowie ein Vorschlag zur Entscheidung über einen der Tagesordnungspunkte in die Tagesordnung aufgenommen.
Svetlin Todorov ist Mitbegründer und CEO von Allterco Robotics US, Hersteller der preisgekrönten Smart-Home-Produkte Shelly. Shellys Reihe intelligenter Relais, Stecker und Sensoren wurde speziell entwickelt, um die Flexibilität und Konnektivität zu bieten, die erforderlich sind, um Heimautomatisierung, intelligente Gebäude und IoT-basierte Produkte Wirklichkeit werden zu lassen.
Sveltin ist außerdem Mitbegründer, Co-CEO und Vorstandsmitglied von Allterco, der in Bulgarien ansässigen Holdinggruppe, die sich auf die globale Entwicklung und den Vertrieb von IoT-Produkten und -Lösungen konzentriert. 2019 trat Allterco Robotics, eines von sieben Unternehmen der Allterco-Familie und „Best of IFA“-Gewinner, in den nordamerikanischen Markt ein.
Vor der Gründung von Allterco war Svetlin Mitbegründer des in Europa ansässigen Unternehmens TERACOMM und fungierte als Co-CEO des Unternehmens sowie als CEO der in den USA ansässigen Division Global TERACOMM. Seit fast 20 Jahren ist TERACOMM führend in der kommerziellen und technischen Bereitstellung von Produkten und Dienstleistungen für die Mobilfunk- und Unterhaltungsindustrie und gehört jetzt zu Allterco.
Die Allterco JSCo ist eine Technologie-Holding, die für Innovation durch die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von hochwertigen IoT-Produkten steht. Das Herzstück der Entwicklung sind dabei stets die Endverbraucher und ihre Bedürfnisse. Allterco wurde in Bulgarien gegründet und arbeitet mit einem Team junger, talentierter Entwickler, die sich der Herstellung wettbewerbsfähiger und benutzerfreundlicher Produkte verschrieben haben.
Die Gruppe besteht aus 5 Tochterunternehmen und hat Niederlassungen in Bulgarien, China und den USA und Deutschland. Die Produkte von Allterco haben bereits über 100 Märkte erobert. Seit Dezember 2016 ist Allterco an der bulgarischen Wertpapierbörse gelistet. An der Frankfurter Börse notiert die Gesellschaft seit November 2021 unter der WKN A2DGX9, der ISIN BG1100003166 und dem Ticker A4L.
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Lagerabbau durch aggressive Rabattaktionen
Von Dr. Oliver Everling | 28.November 2022
Vieles von dem, was Jörg Wilhelm Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank AG, auf dem Eigenkapitalforum der Deutschen Börse am Frankfurter Flughafen heute berichtet, deckt sich mit den heutigen Einschätzungen aus dem Research der DZ BANK.
Der Welthandel hat krisenbedingt merklich an Dynamik verloren. Dies sorgt nach übereinstimmender Ansicht der Experten für eine allmähliche Abnahme der markanten Schiffsstaus vor wichtigen internationalen Häfen. Günstig ist diese Entwicklung mit Blick auf gestresste Lieferketten. Wichtige Indikatoren signalisieren bereits eine Beruhigung der angespannten Lage.
„Viele Unternehmen in den USA und Europa haben auf die Erfahrungen mit den Lieferengpässen in den Jahren 2020 und 2021 reagiert und im Jahr 2022 sehr zeitig mit der Warenvorbestellung begonnen. Die Lager waren in der Folge bereits unüblich früh gefüllt“, berichtet das DZ BANK Research.
Mit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und den massiv gestiegenen Lebenshaltungskosten (hohe Inflation) sei die Ausgabenneigung der privaten Haushalte allerdings spürbar zurückgegangen. „Eine verhaltene Nachfrage trifft nun auf volle Lager. Einzelhändler sind bemüht, die Lagerbestände abzubauen – mit teilweise aggressiven Rabattaktionen. Die nachlassende Güternachfrage insbesondere aus den USA und Europa haben die Seefrachtraten inzwischen wieder massiv absinken lassen.“
Der positive Ausblick der DZ BANK auf die Lieferketten wird jedoch durch eine Reihe von Unwägbarkeiten getrübt: „Vor allem in China nimmt die Sorge vor einem harten Durchgreifen der Behörden mit Blick auf die zuletzt deutlich gestiegenen Corona-Infektionszahlen zu. Denn das Land hält vorerst – trotz leichter Lockerungsmaßnahmen – an der Null-Covid-Politik fest. Die Zahl der Städte und Stadtteile, die abgeriegelt werden, nimmt zu. China ist ein wichtiger Lieferant von Vorprodukten für den US- und den europäischen Markt, längere straffere Lockdown könnte die Lieferkettenproblematik in den westlichen Industrieländern perspektivisch wieder verschlechtern.“
Jörg Krämer rechnet vor, dass rein rechnerisch die Energiepreissteigerung in Deutschland fast komplett von der Bundesregierung aufgefangen werde. Leider habe aber die Europäische Zentralbank zu spät auf den Inflationsschub reagiert. Daher sei die Inflation bereits in die Höhe geschossen. Das Problem seien nun nicht mehr die tatsächlichen Schwierigkeiten bezüglich der Energieversorgung oder der Lieferketten, sondern die Erwartungen der Konsumenten.
Weil die Konsumenten – dies belegt Jörg Krämer mit entsprechenden Befragungsergebnissen – eine höhere Inflation erwarten, erhalten die Unternehmen Spielräume für Preiserhöhungen über die Kostenschübe hinaus. Die Konsumenten erwarten nun eine höhere Inflation, so dass sich diese auch zeigen werde. Jörg Krämer sieht im weiteren Verlauf des Jahres 2023 dennoch einen Rückgang der Inflation und der Zinsen.
2023 werde vor diesem Hintergrund ein gutes Jahr für Unternehmensanleihen sein, auch vor dem Hintergrund der in die Höhe gestiegenen Risikoprämien auf Unternehmensanleihen, die sich entspannen könnten. Rezessionen sind gute Gelegenheiten für den Wiedereinstieg in die Aktienmärkte. Das Kurs-Gewinn-Verhältnisse des DAY seit 1995 zeige, dass die derzeitigen Bewertungen bereits Hoffnungen auf ordentliche Bewertungen gebe.
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Ihr Betrügerlein kommet
Von Dr. Oliver Everling | 25.November 2022
Identitätsbetrug ist im Jahr 2022 um mehr als ein Fünftel gestiegen, inmitten von Warnungen, dass betrügerische Aktivitäten in dieser Weihnachtseinkaufssaison ihren Höhepunkt erreichen werden. Eine neue Analyse von Experian zeigt, dass der Identitätsbetrug in den letzten 12 Monaten um 21 % gestiegen ist, wobei der Trend voraussichtlich während der Feiertage am stärksten sein werde.
Seit 2018 sind die Identitätsbetrugsraten im November und Dezember im Jahresvergleich um bis zu 15 % gestiegen. Experian führt dies darauf zurück, dass Betrüger versuchen, die Zunahme von Online-Transaktionen auszunutzen, die die Ressourcen der Unternehmen beelasten, sich vor Betrug zu schützen.
Unterdessen zeigt sich das Ausmaß des Problems in konkreten Zahlen. Die Identitäts- und Betrugstechnologie von Experian verhinderte im Jahr 2021 betrügerische Transaktionen im Wert von mehr als 1,8 Mrd. £.
Eduardo Castro, Managing Director, Identity and Fraud, Experian UK&I, sagte: „Betrug ist ein ernsthaftes, anhaltendes Problem für Verbraucher und Unternehmen im Vereinigten Königreich. Im Laufe des Jahres 2022 hat es kein Nachlassen gegeben, und es ist wahrscheinlich, wie unsere Zahlen zeigen, dass sich der Trend in den kommenden Monaten nur noch verstärken wird.“
„Mit zunehmendem Volumen von Online-Transaktionen ist es für Unternehmen von entscheidender Bedeutung, dass die Informationen ihrer Kunden verlässlich sind und sie nicht von einem Betrüger mit gestohlenen persönlichen Daten hinters Licht geführt werden.“
Um Menschen zu ermutigen, auf ihre persönlichen Daten zu achten, und Unternehmen, über ihr Betrugsrisiko nachzudenken, hat Experian eine neue Sensibilisierungskampagne in den sozialen Medien gestartet. Das festlich inspirierte Video mit dem Weihnachtsmann und einem aufgeregten, aber etwas misstrauischen Kind soll alle auf die Gefahren des Identitätsbetrugs aufmerksam machen.
Castro fügt hinzu: „Es gibt mehrere einfache Dinge, die Menschen tun können, um ihre Informationen zu schützen. Sicherzustellen, dass sie keine persönlichen Daten in sozialen Medien preisgeben oder Multi-Faktor-Authentifizierung, wie z. B. Biometrie, für ihre Online-Konten aktivieren, kann einen großen Beitrag zur Verhinderung von Identitätsbetrug leisten.
„Seien Sie bei unerwünschten Anrufen, E-Mails und SMS immer misstrauisch. Wenden Sie sich im Zweifelsfall direkt an das Unternehmen – es dauert nur eine Minute, um die persönlichen Daten preiszugeben, die der Betrüger dann verwenden kann, um auf Ihre Konten zuzugreifen oder einen Kredit in Ihrem Namen zu beantragen.“
Zahlen von UK Finance zeigen, dass die Verluste im Zusammenhang mit Kartenidentitätsdiebstahl in den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 um 86 % gestiegen sind, von 11,5 Mio. £ auf 21,4 Mio. £ im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.*
Authorized Push Payment (APP)-Betrug, bei dem ein Opfer – in der Regel durch einen Anruf, eine SMS oder eine E-Mail – dazu verleitet wird, Geld an einen Betrüger zu überweisen, kostet die Verbraucher 249,1 Millionen Pfund. Betrügereien, bei denen das Opfer Geld an eine scheinbare Liebesbeziehung überweist, stiegen um fast ein Drittel (31 %) auf mehr als 16 Millionen Pfund.
Insgesamt wurden mehr als 609 Millionen Pfund gestohlen, aber es gibt Anzeichen für Ermutigung, da fortschrittliche Betrugspräventionssysteme von Banken eingesetzt werden, um zu verhindern, dass 584 Millionen Pfund verloren gehen.
„Viele Unternehmen stellen sich der Herausforderung des Betrugs direkt“, fügt Castro hinzu.
„Neue, hochmoderne Technologien, die maschinelles Lernen beinhalten, unterstützen die Bemühungen, während Vorschriften wie die Payments Service Directive 2 (PDS2) ebenfalls positive Auswirkungen haben.
„Obwohl die Gesamtsumme der Betrugsverluste leicht zurückgegangen ist, sind die Werte immer noch extrem hoch und kosten die Opfer erheblich. Das Problem ist, dass Betrüger immer nach neuen Wegen suchen, um jede Gelegenheit auszunutzen. Zu dieser Jahreszeit erwarten wir zum Beispiel eine Zunahme von Lieferbetrug – es ist ein andauernder Kampf, dessen sich sowohl Unternehmen als auch Verbraucher bewusst sein müssen.“
Experian ist ein Marktführer in der Betrugspräventionstechnologie und wurde kürzlich von Juniper Research als führender globaler Anbieter von Betrugslösungen im Online-Zahlungsverkehr ausgezeichnet.
Anfang dieses Jahres wurde Experian Fraud Score eingeführt, die nächste Generation von Betrugspräventionsdiensten, die es Unternehmen jeder Größe ermöglicht, Zugang zu einem fortschrittlichen Betrugspräventionssystem „out-of-the-box“ zu erhalten.
Es wurde unter Verwendung der neuesten maschinellen Lernfähigkeiten, Frontline-Datenanalyse und proprietärer Büro- und Betrugsergebnisdaten entwickelt und setzt ein Wahrscheinlichkeitsbewertungssystem von 1 bis 1.000 ein – wobei eine niedrige Punktzahl ein geringeres Risiko bedeutet – um Unternehmen dabei zu helfen, das Betrugsrisiko bei allen neuen und bestehenden Kundeninteraktionen besser zu verstehen.
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Europa droht Rezession
Von Dr. Oliver Everling | 23.November 2022
Die höchsten Inflationsraten seit vier Jahrzehnten, ein abrupter Zinsanstieg, Verwerfungen an den Energiemärkten und akute geopolitische Risiken prägen das Jahr 2022. Damit haben sich die Rahmenbedingungen für Unternehmen und Investoren in kürzester Zeit massiv verändert. „Viele Marktteilnehmer erleben das Ende alter Gewissheiten. Das hochkomplexe Umfeld lässt vorerst nur eingeschränkte Prognosen zu. Ausgehend von ermäßigten Bewertungsniveaus sind 2023 aber spürbare Erholungen an den Aktienmärkten möglich“, fasst Dr. Heinz-Werner Rapp, Vorstand und Chief Investment Officer der FERI Gruppe, den Jahresausblick 2023 für Konjunktur und Kapitalmärkte zusammen.
Der wichtigste Faktor für die Kapitalmärkte sei 2023 ein Abflauen der hohen Inflationsdynamik. Sowohl statistische Basiseffekte als auch die globale Konjunkturschwäche bewirkten einen Rückgang der Inflation, was eine Dämpfung des bisherigen Zinsanstiegs zulasse. Dennoch verharre die Inflation im Durchschnitt des Jahres 2023 mit mehr als 4 Prozent in den USA und mit über 7 Prozent im Euroraum auf hohem Niveau. Mittel- und langfristig sei damit zu rechnen, dass strukturelle Faktoren wie der demografisch bedingte Arbeitskräftemangel sowie steigende Kosten der ökologischen Transformation in Richtung generell höherer Inflation wirkten. „Das lange vorherrschende Bild niedriger Inflation und moderater Zinsen ist auf absehbare Zeit beendet. Dies hat spürbare Implikationen für alle Anlageklassen und deren zukünftige Renditeprofile“, erklärt Rapp.
Der ökonomische Ausblick für 2023 sei deutlich gedämpft und durch hohe Unsicherheiten geprägt. Die Weltwirtschaft werde durch die strukturelle Schwäche in China belastet, in Europa bestünden erhebliche, in den USA signifikante Rezessionsrisiken. Dies bedeute sinkende Unternehmensgewinne und erhöhten Margendruck in konjunktursensitiven Sektoren. Der Euroraum werde von den Verwerfungen auf den globalen Energiemärkten stärker getroffen als jede andere Region der Welt. Deutliche Kaufkraftverluste aufgrund der hohen Inflation und enorme Kosten- und Ertragsbelastungen vieler Unternehmen sowie der partielle Verlust an Wettbewerbsfähigkeit führten dort in Kürze zu einer Rezession. „Selbst wenn die Versorgung mit Strom und Gas in diesem Winter ohne größere Probleme gelingt, bleiben die konjunkturellen Perspektiven im Euroraum aufgrund der schwachen weltwirtschaftlichen Dynamik und grundsätzlichen Unsicherheiten in Bezug auf die Energiesicherheit gedämpft“, sagt Axel D. Angermann, Chef-Volkswirt der FERI Gruppe.
Die Aktienmärkte hätten bereits 2022 verschlechterte Fundamentaldaten eingepreist und würden nun von tieferen Bewertungsniveaus ins Anlagejahr 2023 starten. Das Abwärtspotential von Aktien sei somit relativ begrenzt. Trotz eines Rückgangs der Unternehmensgewinne könnten Aktien im nächsten Jahr freundlicher tendieren oder sogar positiv überraschen. Wichtig sei dafür aber Unterstützung von den Rentenmärkten, die sich 2023 spürbar stabilisieren oder sogar leicht erholen sollten. Zentraler Unsicherheitsfaktor bleibe vorläufig noch die Geldpolitik, speziell in den USA. Enttäuschung drohe, falls Inflationsraten und -erwartungen langsamer sinken als angenommen. „Insgesamt dürfte das Anlagejahr 2023 von sehr wechselhaften Marktverläufen und möglichen Überraschungen in beide Richtungen geprägt sein. Ein aktives Portfolio Management, das flexibel auf marktspezifische Chancen und Risiken reagiert, ist somit unerlässlich“, sagt FERI-Vorstand Rapp.
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„Kohlendioxid-Meter“ zeigt endlich einen Rückgang
Von Dr. Oliver Everling | 22.November 2022
China-Kenner Stephen Li Jen, CEO von Eurizon SLJ Capital Ltd, beschreibt die aktuelle Situation den an Finanzmärkten so:
„Schon seit Wochen komme ich mir vor wie in der entscheidenden Szene aus dem Film ‚Apollo 13′, in der das Kohlendioxid-Meter nach ein paar nervenaufreibenden Momenten endlich einen Rückgang anzeigt. So ähnlich ist es auch mit der Entwicklung der Inflation, wo der Rückgang des Verbraucherpreisindexes in den USA im Oktober der Beginn eines stärkeren Rückgangs gewesen sein könnte. Nun frage ich mich, ob wir einen ‚Dreifachen Schub‘ erleben werden, der die Risikoanlagen nach oben und den Dollar nach unten treibt.“
Hier die drei Schübe, die Stephen Li Jen jetzt sieht:
Schub 1: Eine gemäßigtere Fed. Die Straffung der Geldpolitik in riesigen Sprüngen von 75 Basispunkten war äußerst drastisch und unterscheidet sich diametral von der Strategie der 25 Basispunkte pro Zinserhöhung, die die frühere Vorsitzende Yellen verfolgte. Sehr schnell könnte das FOMC in dieser höchst unsicheren Welt den Überblick über die kumulative Straffung verlieren. Bei einer sinkenden Inflation, während die Wirtschaft schwächelt, wäre es mehr als unverständlich, wenn die Fed weitere Zinserhöhungen um 75 Basispunkte durchsetzen würde.
Schub 2: China lockert seine Null-COVID-Politik. China wird sehr wahrscheinlich versuchen, seine COVID-Politik bis März 2023 zu lockern, was natürlich von den Fortschritten in der Realität abhängt. Die Null-COVID-Politik steht in einem „multiplikativen“ Zusammenhang mit dem Immobiliensektor und der Wirksamkeit der geldpolitischen Lockerung. Ohne eine Lockerung der Null-COVID-Politik kann der Immobilienmarkt nicht in Schwung gebracht werden, die Elastizität der Kreditnachfrage in Bezug auf die Zinssätze wäre gering.
Schub 3: Waffenstillstand in der Ukraine. Ich hoffe und vermute, dass das Weiße Haus in Kooperation mit China die Ukraine und Russland recht bald zu einem ausgehandelten Waffenstillstand drängen wird.
„Was aber passiert,“ fragt Stephen Li Jen, „wenn alle drei Schübe bis zum Jahresende ihre Kraft entwickeln? Dann könnten wir, angesichts der einseitigen Marktpositionierung bei Aktien, Devisen und Anleihen, sehr starke Marktbewegungen erleben.“
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Daten für ESG-Ratings bei KMU
Von Dr. Oliver Everling | 21.November 2022
Experian hat die Einführung von ESG Insight angekündigt, einem neuen Service, der Kreditgebern ein viel schnelleres und genaueres Verständnis der Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken (ESG) in ihrem KMU-Kreditportfolio bieten soll.
Als erster seiner Art liefert der Dienst ESG Insight eine hochgradig maßgeschneiderte Schätzung der Treibhausgasemissionen (THG) eines KMU, aufgeteilt nach Scope 1, 2 und 3, kombiniert mit einer Klassifizierung seiner sozialen Auswirkungen und Governance-Ebenen, die aus Experians Referenzdatensatz für Unternehmen stammen.
Die datengesteuerte Lösung bietet eine Alternative zu früheren Methoden, reduziert Zeit und Kosten erheblich und ermöglicht es Kreditgebern, umsetzbare Kundeneinblicke mit einer ESG-Linse zu gewinnen. Zu den vielfältigen kritischen Faktoren, die zusammengetragen werden, um sich einen Überblick über die Emissionen eines Unternehmens zu verschaffen, gehören der geschätzte Energieverbrauch, die Anzahl der Mitarbeiter an einem Standort und der Anteil derjenigen, die mit dem Auto pendeln.
Früher mussten Kreditgeber KMU auffordern, sich einer vollständigen Emissionsbewertung zu unterziehen, oder sich auf breit angelegte sektorweite Emissionsdurchschnittswerte als Näherungswert verlassen.
Der einfach zu implementierende Datensatz deckt derzeit die 4 Millionen KMU in Großbritannien ab und rüstet die Kreditgeber mit den relevanten Informationen aus, um die wachsenden Anforderungen an die Berichterstattung und das aktive Management dieser zunehmend wichtigen Risikolinse zu erfüllen.
Ab Anfang 2022 setzen die Aufsichtsbehörden aktiv Anforderungen für das Management klimabezogener Finanzrisiken durch, da ein solcher Kreditgeber das Klima und das breitere ESG-Risiko seiner KMU-Kunden verstehen muss.
James McGarva, Managing Director von Experian Business Information, sagte: „KMU sind für 34 % der Gesamtemissionen des Vereinigten Königreichs verantwortlich, und dennoch können aktuelle Schätzungsverfahren beispielsweise nicht zwischen einem kleinen unabhängigen Buchladen und einem britischen Tiefkühlkostgeschäft unterscheiden. Dies bedeutet in der Regel eine Überschätzung für kleinere Unternehmen um durchschnittlich fast 200 %.“
„ESG Insight bietet einen weitaus umfassenderen Überblick über Emissionsschätzungen, zusammen mit Bewertungen der sozialen Auswirkungen und der Unternehmensführung, sodass Kreditgeber zuversichtlich Maßnahmen zur Bewältigung des Klimarisikos mit jedem KMU-Portfolio festlegen, melden und zielen können. Wir freuen uns, dass unsere neueste Innovation eine positive Rolle bei der globalen Mission zur Bekämpfung des Klimawandels spielt.“
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Profiteure des kräftigen Digitalisierungsschubs
Von Dr. Oliver Everling | 18.November 2022
Die Transaktion steht noch unter Finanzierungsvorbehalt, der sich zeitnah erledigen soll: RNT Rausch, Anbieter von Server- und Speicherlösungen, gibt eine Vereinbarung über die Transaktion und somit den Reverse-IPO mit der Securize IT Solutions AG bekannt. Das Unternehmen macht nach Abschluss der Transaktion damit einen wesentlichen Teil der an der Börse München notierten Securize-Aktie (ISIN DE000A2TSS58) aus.
Die Transaktion wurde von der Securize IT Solutions AG strukturiert, die mit Christian Damjakob (Vorstand) und Andreas Empl (Aufsichtsratsvorsitzender) große Erfahrung in der erfolgreichen Umsetzung solcher Unternehmenstransaktionen aufweist. Georg Paschwitz von der Deutschen Mergers & Acquisitions in Düsseldorf fungierte als exklusiver Placement Agent und begleitete RNT Rausch bei den Verhandlungen.
Für RNT ist dies ein weiterer Schritt im Ausbau seiner Unternehmensstrategie. Der Ettlinger Technologiepionier entwirft zukunftssichere Server- und Storage Solutions, die hybride Lösungen ermöglichen, um KMUs, Unternehmen, Rechenzentren und Service Provider auf der ganzen Welt fit für die Digitalisierung zu machen. Dafür bietet RNT ein umfangreiches Portfolio maßgeschneiderter Produkte und Dienstleistungen, die Kunden helfen, Sicherheit, Flexibilität, Skalierbarkeit und Nachhaltigkeit zu verbessern.
Sebastian Nölting, CEO von RNT sagte: “Mit dem Börsengang schlagen wir ein neues Kapitel in der Geschichte unseres Unternehmens auf. Dieser Schritt gibt uns die Möglichkeit, unser Wachstum nachhaltig zu beschleunigen und führend auf dem Server and Storage Solution-Markt zu werden. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Securize die weitere Skalierung und Internationalisierung voranzutreiben.”
Securize bietet vom cloud-basierten Arbeitsplatz bis zur intelligenten Big Data-Analyseplattform Lösungen und Services im Bereich Secure Data und Cloud Computing. Dazu gehört auch der speziell für größte Cybersicherheit entwickelte SCWP (Swiss Cloud Workplace), ein virtueller Arbeitsplatz, der bereits erfolgreich bei Unternehmen in Deutschland und der Schweiz Einsatz findet. Das Münchner Unternehmen erweitert mit der Übernahme seine Geschäftstätigkeit zum Hardware-, Software- und Serviceanbieter für Cloud- und Unternehmens-IT-Systeme.
„Wir haben ein Unternehmen gesucht, dass selbst wachstumsstark ist, Cloud und Cyber Security als Kompetenz besitzt und zudem durch eine gefestigte Führung überzeugt. RNT war der ideale Kandidat. Die RNT Rausch GmbH ist einer der Profiteure des kräftigen Digitalisierungsschubs, der gerade erst begonnen hat und lange Zeit anhalten wird. Wir sind
stolz, dass wir als Securize IT Solutions AG die RNT-Gesellschafter von unserem Modell überzeugen konnten. Gemeinsam mit dem RNT-Management werden wir gezielt den bestehenden technologischen Vorsprung halten und ausbauen – und als Konzern in Deutschland und der Schweiz das Geschäftsvolumen deutlich vergrößern durch Zusammenbringen der jeweiligen Stärken und Ausnutzen unseres gemeinsamen Kundenpotenzials“, so Christian Damjakob, Vorstand der Securize IT Solutions AG.
Der Reverse-IPO wird keinen Wechsel in der Führung von RNT mit sich bringen. Vielmehr sieht die Vereinbarung vor, dass Sebastian Nölting im Rahmen der Transaktion zukünftig zur Geschäftsführung der RNT Rausch GmbH, auch als Vorstandsmitglied bei Securize fungiert. RNT-Mitgesellschafter Manfred Schwarztrauber bleibt auch weiterhin an Nöltings Seite. Gemeinsam werden sie ca. 34% der Securize-Aktien halten.
“Es war eine aufregende Reise. Nach mehr als einem Dutzend Gesprächen mit potenziellen Kandidaten sind wir sicher, in Securize IT Solutions den passenden Partner gefunden zu haben, der uns die Freiheit gibt, weitere innovative Speichertechnologien zu entwickeln und RNT als deutschen Mittelständler in die breitere Öffentlichkeit zu führen”, berichtete Nölting weiter. “Damit steht dem kontinuierlichen Ausbau einer Service-basierten Infrastruktur durch die Zusammenführung beider Expertisen nichts mehr im Wege.”
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Erfolgsfaktor Resilienz: Wege zur krisenfesten Kapitalanlage
Von Dr. Oliver Everling | 17.November 2022
Resilienz ist das Schlagwort der Stunde. Dies gilt auch für professionelle Anleger, die mit dem Aufeinandertreffen von Stagflation, einer zunehmend restriktiven Geldpolitik und wachsenden geopolitischen Risiken äußerst widrige Bedingungen an den Märkten vorfinden. Wie Resilienz in der Kapitalanlage gelingt, darüber sprachen die Experten von FERI mit hochkarätigen Gästen auf der 35. FERI Tagung vor mehr als 100 institutionellen Investoren. „Eine resiliente Anlagestrategie erkennt Chancen und begrenzt Risiken, die in Krisen und strukturellen Umbrüchen liegen. Dafür braucht es einen aktiven Multi-Asset Ansatz, der über herkömmliche Formen der Diversifikation hinausgeht“, sagte Carsten Hermann, Geschäftsführer FERI Trust GmbH.
Mit Blick auf die Konjunktur und die Kapitalmärkte machte Axel D. Angermann, Chef-Volkswirt der FERI-Gruppe, deutlich, dass das Jahr 2023 für Investoren weiterhin herausfordernd und komplex bleibe: „In Europa erwarten wir mit Sicherheit eine Rezession, in den USA mit signifikanter Wahrscheinlichkeit. Chinas Wachstumsdynamik wird vorerst gedämpft bleiben. Die Inflationsraten sinken zwar, aber das 2-Prozent-Ziel der Notenbanken wird vorerst nicht erreicht. Insgesamt bewegen wir uns weiterhin in einem stagflationären Umfeld“.
Marcus Zasada, Leiter Portfolio Management FERI Trust GmbH, zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass das Anlagejahr 2023 besser werden könne als das laufende Jahr. „Die Märkte erwarten ein baldiges Ende der Zinserhöhungen durch die amerikanische Notenbank, das könnte Aktien Auftrieb geben. Außerdem sehen wir, dass sich die Bewertungsrelationen unter anderem in Europa deutlich verbessern“. Hinzu komme, dass Anleihen aufgrund fast durchgehend positiver Renditen wieder stärker gefragt sein dürften. Gerade angesichts der zu erwartenden anhaltend hohen Volatilität an den Märkten blieben alternative Anlagemöglichkeiten im Fokus. Beispielhaft führte Zasada dafür Relative Value basierte Hedgefonds-Strategien an.
Thomas Gerner, Direktor Portfolio Management FERI Trust GmbH, erläuterte, dass eine Erweiterung der faktorbasierten Anlagestrategien erforderlich sei, um die neue Wirklichkeit an den Finanzmärkten besser abbilden zu können. Faktoren, die in Zukunft stärker beachtet werden sollten, seien etwa die Auswirkungen von Rohstoffmärkten und Währungsrisiken auf Unternehmen, die Kapitalstruktur von Emittenten zur Ermittlung der Zins- und Inflationsrisiken sowie die geografische Exponierung. So könne eine tiefere systematische Verzahnung von Makro- und Mikroebene bei der Aktienauswahl erreicht werden.
Prof. Friedrich Heinemann vom ZEW Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung verdeutlichte am Beispiel der Europäischen Währungsunion, dass auch auf supranationaler Ebene Anpassungsmechanismen weiterentwickelt werden müssten, um das Finanzsystem insgesamt resilienter zu machen: „Die Zinswende birgt enorme Risiken insbesondere für die Euro-Staaten, bei denen hohe Schuldenstände mit einer schwachen Wirtschaft einhergehen. Finden Länder wie Italien nicht den Weg zu mehr Wachstum, droht eine neue Euro-Schuldenkrise“.
Was das Resilienz-Prinzip über die ökonomische Sphäre hinaus grundsätzlich ausmacht, erläuterte Markus Brunnermeier, Professor für Volkswirtschaft an der Princeton University und Buchpreisträger zum Thema Resilienz, der bei der FERI Tagung live aus den USA zugeschaltet war. „Es geht nicht einfach darum, Risiken zu vermeiden oder zu minimieren. Gefragt ist vielmehr ein Gesellschaftsvertrag, der Resilienz sichert, etwa indem der Staat die Bürger in Krisenzeiten aufklärt und so kommuniziert, dass mögliche Gefahren gar nicht erst hochkommen“, sagte Prof. Brunnermeier. Dies beinhalte die Befolgung sozialer Normen und das bewusste Nutzen von Marktmechanismen. Offene Gesellschaften seien zudem besser in der Lage, Resilienz zu entwickeln als autoritär geführte, wie Brunnermeier an vielen Beispielen erläuterte.
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FERI sieht neue Chancen auf Kapitalerhalt
Von Dr. Oliver Everling | 17.November 2022
Der perfekte Sturm an den Kapitalmärkten hat zu einigen Schocks und auch zu einer hohen Inflation geführt, sagt Marcel Renné, Vorstandsvorsitzender der FERI Gruppe anlässlich der 35. FERI Tagung in Bad Homburg. Die neue Weltordnung zwingt zum Überdenken der Anlagestrategien. 2022 gab es den schärfsten Einbruch bei den amerikanischen 10jährigen Anleihen, den US Treasuries, seit 1788. Es war für Anleger mit Investments in diesen Anleihen das schlechteste Jahr seit mehr als zwei Jahrhunderten. „Unsere Multi-Asset-Strategien basieren auf langfristigen Allokationen und liefern einen sinnvollen Beitrag zur Diversifikation“, macht er klar.
Carsten Hermann, Geschäftsführer und Leiter Investment Management der FERI Trust GmbH, diskutiert mit Experten der FERI, Marcus Zasada, Leiter Portfolio Management, und Axel Angermann, Chef-Volkswirt, über den Performance-Überblick. Marcus Zasada zeigt auf, dass sowohl Aktien als auch Renten keinen sicheren Hafen geboten hätten. Die sonst als „sicher“ geltenden Rentenpapiere hätten ebenfalls gelitten. Die Rohstoffpreisentwicklung war die fast einzige Ausnahme.
Die Rohstoffpreise werden nicht einfach sinken, aber ihr Beitrag zur Inflation werde im Zeitablauf geringer, kündigt Axel Angermann an. Angebotsengpässe werden geringer, sieht der Chef-Volkswirt. Die Inflation werde spürbar sinken, aber keineswegs auf 2 %. Bis Ende des Jahres 2022 bleiben die USA bei mindestens 7 % Inflation, rechnet Axel Angermann aus. Im nächsten Jahr könne es bis 3 % heruntergehen.
Die Notenbanken hätten mit Verzögerung, aber deutlich reagiert. Der Zinserhöhungszyklus sei noch nicht vorbei. Die FED könne möglicherweise auch über die 5 % hinausgehen, dies würde es ihr aber auch erlauben, im nächsten Jahr auch die Zinsen wieder zu senken. Der gegenwärtige Status der USA sähe robust aus, immer noch im positiven Bereich, wenn auch die Hausverkäufe nach unten gehen, weil sich die hohen Zinsen bemerkbar machen.
Eine hohe Zahl offener Stelle würde sich selbst bei Abkühlung des Arbeitsmarktes nicht sofort in einer hohen Arbeitslosigkeit niederschlagen. Die Notenbank hebt die Zinsen an, die Inflation geht herunter und die Welt kehre zum Zustand vor der Corona-Krise zurück – „das wäre ein Szenario, was wir für wenig wahrscheinlich halten“, so Axel Angermann.
Szenario 1 ist für die FERI eine abwartende FED mit vorerst keiner Senkung der Zinsen. Eine taubenhafte FED wäre Szenario 2, eine falkenhafte Szenario 3. Die BIP-Entwicklung bleibe in jedem Fall schwach, der Zeitpunkt einer Rezession bleibe unklar. Wichtigster Punkt sei, dass die Geldpolitik der FED zunehmend restriktiv wurde und realwirtschaftliche Wirkung mit Zeitverzögerung zeige.
Marcus Zasada zeigt auf, wie das „Makrobild“ verdichtet werden und zu Anlageentscheidungen geführt werden muss. Arbeitsmarkt, Lohnstückkosten, Energie- und Rohstoffpreise und Inflationsdynamik seien die wichtigen Stichworte, denen bei der Frage nachgegangen werden muss, wie die Notenbank reagieren werde. „Die ganz restriktive Haltung geht schon ein stückweit zurück“, sagt Marcus Zasada.
25 % bis 30 % Verluste habe man in Rezessionen immer wieder an den Aktienmärkten gesehen. Die ständige Liquiditätszufuhr habe während der Corona-Krise ja die Kurse nach oben getrieben. Der Gewinnrückgang preise aber noch keine Rezession ein, warnt Marcus Zasada. Die Gewinndynamik habe abgenommen, aber in den KGVs sei noch nicht abgebildet, dass die Unternehmen mit einem scharfen Gewinneinbruch zu rechnen hätten.
Die Corona-Prämie sei klar abgebaut, insofern sehe man nun eine historisch neutrale Bewertung. Wenn ein Zins-Peak zu sehen wäre, könne es zu einer Trendwende kommen. Die Margen seien stabil oder ansteigend, wenn man die Sektoren Health Care, Cons Staples, IT und Energy betrachte.
Der Blick auf China zeige vorerst eine anhaltend schwache Wirtschaftsentwicklung. Die Inflation ist vergleichsweise niedrig, allerdings haben die Produzentenpreise starke Schwankungen gesehen. Das offizielle Wachstumsziel werde deutlich verfehlt. Die Notenbank hätte aufgrund der niedrigen Inflation eigentlich den Spielraum, stimulierend zu wirken. China exportiere derzeit eher deflatorische Effekte in die Weltwirtschaft, was natürlich positiv zu beurteilen sei. China werde mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Gegenstand zunehmender Konflikte und Risiken. In der chinesischen Führung sei das Risiko von Politikfehlern gestiegen, warnt Axel Angermann.
Marcus Zasada würde China nicht einfach mehr über einen Index kaufen. Strategische Allokationen mit einem Portfolioanteil in China seien erst einmal weniger im Fokus, aber selektive Investments können dennoch sinnvoll sein. Der Markt insgesamt sei deutlich skeptischer zu sehen.
Axel Angermann skizziert, wie Inflationsdruck, Ukrainekrieg und starker Dollar in unterschiedlichem Maße die Emerging Markets belasten. Indonesien, Indien, Korea oder Thailand seien stark von der Entwicklung in China abhängig.
Für alle Coupon-Sammler skizziert Marcus Zasada eine gute Nachricht: Durationen von 3, das habe dann praktisch keine Effekte mehr, so könne man mit Kurzläufern realen Kapitalerhalt erzielen. Hohe Bonitäten zeigten kurzfristige Gewinnmöglichkeiten. Am Rentenmarkt gäbe es insofern durchaus noch einen Weißen Ritter.
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Wachsender Einfluss in Schwellenländern
Von Dr. Oliver Everling | 15.November 2022
China baut enge politische und wirtschaftliche Beziehungen zu den energie- und rohstoffreichen Ländern des „Globalen Südens“ als Basis für die Versorgung der eigenen Wirtschaft weiter aus. Dies zeigt die aktuelle Studie „Chinas globales Powerplay: Wie China seine eigene wirtschaftlich-technologische Hemisphäre erschafft”, mit der das FERI Cognitive Finance Institute die Reihe seiner China-Analysen unter Mitwirkung renommierter China-Experten fortsetzt.
„Die chinesische Doktrin nationaler Größe und wirtschaftlicher Autarkie wird den Systemkonflikt zwischen China und dem Westen in den kommenden fünf bis zehn Jahren deutlich verschärfen und die Aufspaltung der Weltwirtschaft weiter vorantreiben“, erklärt Dr. Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter des FERI Cognitive Finance Institute.
China konzentriere seit längerem seine Außenwirtschaftspolitik auf den vom Westen vernachlässigten „Globalen Süden“ und habe sich damit eine realistische Option für eine „asymmetrische Entkopplung“ von der westlichen Wirtschaftshemisphäre geschaffen. „China will in Zukunft so wenig wie möglich auf Lieferanten des US-Bündnissystems angewiesen sein. Umgekehrt soll der Rest der Welt weiter abhängig von China bleiben. Im Konfliktfall könnte man so westliche Sanktionen ins Leere laufen lassen“, sagt Prof. Sebastian Heilmann, Inhaber des Lehrstuhls für Politik und Wirtschaft Chinas an der Universität Trier und Verfasser der Studie.
Auch habe China es frühzeitig verstanden, seine Rohstoff- und Energielieferanten zu diversifizieren, um Abhängigkeiten zu vermeiden. Stellvertretend hierfür stehe etwa die chinesisch-russische Energiepartnerschaft, die China eindeutig zum eigenen Vorteil organisiert habe. In vielen Schwellenländern sei China heute mit Abstand wichtigster Ausrüster für Informations-, Telekommunikations-, Datenzentren- und Sicherheitstechnologien. Damit nehme Peking in vielen Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas dominanten Einfluss auf Infrastruktur und Geschäftsmodelle. Besonders in Afrika habe China seine Interessen tief verankert. „Die chinesische Regierung investiert in das Entwicklungspotential Afrikas und setzt darauf, dass der Kontinent zum Niedrigkosten-
Parallel zum strategischen Ausbau einer eigenständigen Hemisphäre wolle China das „Große Wiedererstarken der chinesischen Nation“ durch eine „Wiedervereinigung“ mit Taiwan untermauern. Die unverhüllten Drohungen Xi Jinpings, den Inselstaat notfalls mit Gewalt einzunehmen, seien als klare Kampfansage an die USA und ihre Bündnispartner zu verstehen. Sollte der Konflikt militärisch eskalieren, sei mit massiven Folgen für die Weltwirtschaft zu rechnen.
Die im Kriegsfall gegen China verhängten Wirtschafts- und Finanzsanktionen würden alle Handelspartner treffen und zu wirtschaftlichem Chaos führen. Taiwan sei zudem der weltweit wichtigste Produzent von High-End-Halbleitern, was im Konfliktfall die Versorgung mit den systemrelevanten Bauteilen gefährde. „Das Dominanzstreben Chinas und der zunehmende staatliche Dirigismus erhöhen die Risiken für Anleger. Das Land verliert unter diesen Vorzeichen deutlich an Anziehungskraft für globale Investoren“, sagt Dr. Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter des FERI Cognitive Finance Institute.
Die Studie „Chinas globales Powerplay: Wie China seine eigene wirtschaftlich-technologische Hemisphäre erschafft” ist beim FERI Cognitive Finance Institute erschienen. Sie steht zum Download unter Content Center | FERI (feri-institut.de) zur Verfügung.
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