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Rettungsplan lässt KMU im Stich

Von Dr. Oliver Everling | 6.Oktober 2008

Der am Sonntag, den 5. Oktober 2008 beschlossene Rettungsplan der Bundesregierung in der Finanzkrise lässt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Stich. Soweit überhaupt von einem Plan gesprochen werden kann, sieht dieser vor, die Einlagen von Privaten zu sichern. Dazu zählen nicht die Einlagen von Firmen, insbesondere nicht die Einlagen von kleinen und mittleren Unternehmen, die als juristische Personen wie GmbHs oder AGs geführt werden.

Sollte es zu weiteren Bankenzusammenbrüchen auch in Deutschland kommen, würden nach dem nicht näher spezifizierten Plan der Bundesregierung zwar private Einleger schadlos gehalten. Wie dies im Detail geschehen soll, ist bisher auch für den privaten Sparer nicht geklärt. Für die ganz überwiegende Zahl der kleinen und mittleren Unternehmen, die den größten Teil der Beschäftigten und des Sozialprodukts in unserer Wirtschaft beisteuern, wäre kein Schutz gegeben. Es ist kaum anzunehmen, dass die Masse der KMUs rechtzeitig ihre Liquidität zu den sichersten Banken umdisponiert. Demgegenüber ist den internationalen Großkonzernen zuzutrauen, dass sie rechtzeitig ihre Liquidität in die sichersten Häfen der Welt umdisponieren.

In der Bankenkrise rächt sich der Mangel einer funktionierenden Ratingkultur, die einerseits dafür sorgen würde, dass Sparer bei ihrem Wunsch nach höherer Rendite auch das einzugehende Risiko angemessen berücksichtigen, und andererseits für eine fundiertere Beurteilung von Risiken durch versierte Analysten anerkannter Ratingagenturen. Soweit die führenden US-amerikanischen Ratingagenturen in der Kreditkrise versagt haben, ist auch das Vertrauen der Anleger in die erteilten Ratings erschüttert, so dass Investoren desorientiert sind.

Eine Möglichkeit, sich vor den Unwägbarkeiten der Finanzmärkte zu schützen, bietet die Tagesanleihe der Bundesrepublik Deutschland (www.tagesanleihe.de). Ein Schuldbuchkonto bei der Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH kann jederzeit und kostenlos eröffnet werden, weitere Provisionen fallen nicht an. Die Tagesanleihe bietet eine effektive Verzinsung von 3,83 % und damit mehr als die meisten Geldmarktfonds. Entscheidender Vorteil der Tagesanleihe ist aber, dass sie das Schattenrating der Bundesrepublik Deutschland mit AAA genießt.

Die Tagesanleihe ist unter Ratinggesichtspunkten ein „Insider-Tipp“, da die Tagesanleihe selbst nicht offiziell von den Ratingagenturen beurteilt wurde. Allein die genaue Kenntnis der Zusammenhänge erlaubt es, auf das AAA zu schließen. Die Ansprüche aus der Tagesanleihe sind unmittelbar Ansprüche gegen die Bundesrepublik Deutschland – und insofern stets noch sicherer als jeder Anspruch gegen eine Bank, selbst wenn für deren Einlagen die Bundesrepublik Deutschland eine vage Garantie gegeben hat, wie es aktuell der Fall ist.

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