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Scope verschärft Ratingmethodik

Von Dr. Oliver Everling | 24.April 2008

Um die Trennschärfe bei der Qualitätsbeurteilung von Investmentzertifikaten weiter zu erhöhen, hat Scope Analysis die Ratingmethodik weiter verschärft. Neben dem Chancen-Risiko-Verhältnis fließen nun auch die Handelsqualität und die Bonität des Emittenten mit ein. Das Rating wird damit auch um wesentliche qualitative Faktoren ergänzt.

Dabei wird die Emittentenbonität bei der Errechnung der Gesamtnote umso stärker gewichtet, je schlechter sie ist. „Damit ist der Anleger automatisch besser geschützt“, begründet Sasa Perovic, Leiter der Zertifikate-Analyse bei Scope Analysis. Zufallstreffer schlechter Emittenten würden damit herausgefiltert. Verschärft hat Scope Analysis auch die Anforderungen an Höhe und Stabilität des Spread. Im Laufe des zweiten Quartals 2008 wird Scope mit dem Rating von Garantiezertifikaten starten und damit die Palette der analysierten Zertifikatestrukturen abrunden.

Das Investment-Rating strukturierter Investmentzertifikate von Scope Analysis beantwortet die Frage, wie viele Einheiten Chance der Investor beim Kauf des betreffenden Zertifikats pro Einheit Risiko erwirbt. Dabei ermittelt Scope Analysis für jedes Zertifikat die entsprechenden Strukturparameter und errechnet mittels statistischer Simulationsmodelle die erwartete Rendite zur Endfälligkeit. Grundlage für die Berechnungen sind die implizite und historische Volatilität des Basiswertes.

Die sich aus diesen Berechnungen ergebenden Chancenpotenziale (Renditen bei positiver Kursentwicklung) und Risikopotenziale (Renditen bei negativer Kursentwicklung) werden in Chance-Risiko-Relationen überführt und bilden die Grundlage für die Ratingnote. Außerdem fließen Höhe und Stabilität des Spread sowie die Emittentenbonität mit ein. Je schlechter letztere ist, desto stärker wird sie gewichtet und kann damit im Extremfall die Benotung völlig dominieren. Die Gebühren gehen indirekt – über Kauf-und Verkaufspreise – in die Analyse ein. Sie beeinflussen damit automatisch die für den Anleger entscheidende Renditeerwartung und damit die Ratingnote. Ein für die Anleger ungünstiges Pricing führt damit unmittelbar zu einer schlechteren Ratingnote.

Das Rating wird künftig in zwei Formen abgebildet – mit einem neunstufigen Buchstaben-Rating für Intermediäre und professionelle Investoren (D/gefährdet bis AAA/hervorragend) und einem fünfstufigen Sterne-Rating für Privatanleger (ein Stern/schlecht bis fünf Sterne/hervorragend).

Neben dem Rating präsentiert Scope Analysis eine fünfstufige Risikoklassifizierung. Die Risikoklassifizierung fasst alle Risikofaktoren – unter anderem das Verlustrisiko, den Value at Risk sowie die Bonität des Emittenten – in einer Kennziffer zusammen. Das Peer Group Ranking weist aus, in welches Quartil der jeweiligen Vergleichsgruppe das betreffende Zertifikat einzuordnen ist.

Scope Analysis bewertet heute rund 20 unterschiedliche Zertifikatestrukturen auf täglicher Basis. Analysiert werden rund 140.000 Investmentzertifikate täglich, die auf mehr als 1.000 Basiswerten (Aktien, Renten, Indizes, Fonds, Devisen, Rohstoffe etc.) aufsetzen. Für dieses Rating verarbeitet Scope Analysis 8,8 Mio. Daten pro Tag und nutzt vier voneinander unabhängige Datenquellen. Sollten die Daten für ein bestimmtes Zertifikat nicht übereinstimmen, wird ein komplexer Datenprüfprozess eingeleitet. Wie bei allen anderen von Scope analysierten Produkten werden auch die Ratings der Investmentzertifikate ohne Auftrag der Emittenten erstellt. Neben den strukturierten Produkten untersucht Scope Analysis heute auch Index-und Basketzertifikate und bewertet Handels-und Managementqualitäten.

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