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Staaten- und Bankenkrisen sammeln sich

Von Dr. Oliver Everling | 18.Januar 2011

Mittlerweile hat der iTraxx Senior Financials Index alte Höchststände überschritten, die Stimmung ist angespannt und geprägt von Nervosität, die zuweilen auch in Panik umschlägt. „Das beherrschende Thema an den Märkten ist weiterhin“, schreibt Alex Constanze Steinmann, CEFA, CIIA, Analystin Financial Institutions vom Research der DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, „die Krise der europäischen Peripherie, das heißt die Staaten- bzw. Bankenkrisen in Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Italien, wahlweise plus Belgien. Wir gehen davon aus, dass dieses Thema in den kommenden Monaten der Haupteinflussfaktor von Marktstimmung und damit auch der Bankenrisikoprämien sein wird. Unsicherheit und Volatilität werden wohl auf absehbare Zeit das Stimmungsbild prägen.“

Im Fokus der Sorgen steht dabei vor allem die Refinanzierung der Institute, die sich für die Mehrheit der europäischen Banken weiterhin schwierig und teuer gestaltet – angesichts hoher Fälligkeiten 2011 und 2012 eine beunruhigende Diagnose, heißt es aus der DZ BANK. Auch die zahlreichen Neuemissionen in den ersten Tagen des neuen Jahres – besonders auffällig nach den zum Erliegen gekommenen Primärmarktaktivitäten zum Ende des vergangenen Jahres – sollten nicht darüber hinwegtäuschen, warnen die Experten der DZ BANK, dass es sich dabei weiterhin nur um die Emissionen großer, breit aufgestellter Institute handelt, die zudem mehrheitlich aus „stabilen Ländern“ Kerneuropas kommen.

Zwar haben auch einzelne fundamental gesunde Institute aus Peripherieländern die ersten Januarwochen und die dann in der Regel freundlichere Stimmung für einen Gang an die Märkte genutzt, darunter z. B. BBVA, UniCredit2,5) oder auch Intesa Sanpaolo. Doch handelte es sich dabei, macht Steinmann klar, hauptsächlich um gedeckte Ware, für die zudem ein hoher Emissionsspread gezahlt werden musste. „Auch aus fundamentaler Sicht solide Banken werden also schon lange nicht mehr getrennt von ihrem angeschlagenen Heimatstaat betrachtet, sondern immer mehr von diesem in den Abwärtsstrudel gerissen.“

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