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Vertrauen gewinnen durch Risikoprofiling

Von Dr. Oliver Everling | 31.Januar 2010

Spätestens seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008 dominiert der Begriff Risiko die tägliche Praxis der Anlageberatung. „Aber von was ist da wirklich die Rede? Selbst unter Fachleuten herrscht keineswegs Einigkeit,“ schreibt Andreas Schmitz, Sprecher des Vorstands der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, „was Risiko ist, geschweige denn, wie es zutreffend gemessen wird. Wie viel schwerer erst tun sich da nicht fachlich gebildete Anleger, ihre Risikobereitschaft zu beschreiben. Doch genau das ist es, was jeder Anlageberater verlangt – verlangen muss, schon zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben.“

Da sich Risikobereitschaft, anders als Risikotragfähigkeit, nicht auf Basis von Zahlen und Daten ermitteln lässt, liegt ein interdisziplinärer Ansatz nahe, argumentiert Schmitz in seinem Geleitwort für das Buch „Risikoprofiling von Anlegern“. Denn wenn es um Emotionen gehe, um Wünsche und um Selbsteinschätzungen, stoße klassisches Finanz-Know-how recht bald an harte Grenzen. „Ohne Einbeziehung der Psychologie wird es also nicht gehen. Doch während die Ökonomie immer schon anerkannt hat, dass Wirtschaft zu einem gehörigen Teil psychischen Einflüssen unterliegt, kam es nur punktuell zu entscheidungsrelevanten Kombinationen beider Disziplinen. Auch deshalb betritt das im vorliegenden Werk beschriebene Risikoprofiling von Anlegern weitgehend Neuland.“

Das Buch „Risikoprofiling von Anlegern“ ist, stellt Schmitz fest, bewusst als Sammelband konzipiert worden. Es gibt damit verschiedenen Betrachtungsweisen des Themas Risikoprofiling Raum und spiegelt die Vielfalt von Ansätzen wieder, mit denen die Praxis dem Thema gerecht zu werden versucht. „Mein Eindruck ist,“ so Schmitz, „dass wir von verbindlichen Standards für ein Risikoprofiling von Anlegern noch weit entfernt sind. Die Arbeit daran kann aber viel dazu beitragen, Vertrauen und Zufriedenheit der Kunden im Anlagegeschäft wieder zu gewinnen.“

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