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Vorsicht bei Staatsanleihen geboten

Von Dr. Oliver Everling | 27.Januar 2011

„Das Problem des Schuldners ist ein Problem des Gläubigers“, bringt David Riley, Global Head Sovereign Ratings von Fitch Ratings (www.fitchratings.com) auf der Fitch Ratings European Credit Oulook-Konferenz die Probleme zusammen, die auf Investoren in Staatsanleihen zukommen werden. Der Privatsektor reagiere deutlich, da zum Beispiel die Sparquoten deutlich angestiegen seien. Das private De-leveraging gehe mit steigender öffentlicher Verschuldung einher, zeigt Riley anhand der Entwicklung in Spanien.

Während Irland und Spanien deutlich an der Verbesserung des Haushaltsdefizits arbeiteten, seien die Maßnahmen in Griechenland und Portugal weit weniger erfolgreich. Riley zeigt eine interessante Analyse der Verhältnisse von öffentlicher Verschuldung zu Bruttoinlandsprodukt auf der einen Achse und dem Defizit auf der anderen Achse. Hier zeigt sich, wie sich Spanien mit Großbritannien und USA in denselben Positionen befinden. Italiens Verschuldung sei schon vor der Krise hoch gewesen und Italien engagierte sich nicht so wie andere Länder in öffentlichen Rettungsprogrammen, so dass sich aktuell verhältnismäßig wenig am Defizit geändert hat.

Riley untersucht die Differenz zwischen Wachstumsraten und Zinssätzen. Wenn die Verschuldung und die Zinssätze im Verhältnis zu den Wachstumsraten zu hoch sind, können die Defizite nicht stabilisiert werden. Wenn Zinsen aber durch höhere wahrgenommene Inflation und Ausfallrisiken noch oben getrieben werden, werde es immer schwieriger, die Neuverschuldung zu stabilisieren. Die Zinszahlungen in Spanien seien im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt niedriger als in Deutschland.

Am Beispiel zeigt Riley die Rating Triggers auf, die zu einer weiteren Herabstufung von Griechenland führen würden. Wenn sich die Erwartungen über eine konjunkturelle Erholung in der zweiten Jahreshälfte 2011 nicht bestätigen würden, könnte das Ratings wieder nach unten gehen. Kommen weitere Verbindlichkeiten hinzu, die heute noch nicht absehbar sind, würde dies ebenfalls den Druck auf das Rating erhöhen. Das Rating BB+ von Griechenland – ein Rating, das ohnehin schon jenseits der Grenze von „Anlagequalität“ (investment grade) liegt, würde auch dann weitere Herabstufung erfahren, wenn die Regierung versuchen würde, gegen die Aufnahmewilligkeit der Märkte weitere Staatsanleihen zu platzieren.

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