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Bankenkrise auch mit viel Eigenkapital

Von Dr. Oliver Everling | 27.Juni 2011

Was sind die Folgen für Basel III? Das ist “die” große Frage aus Sicht von Hilmar Kopper, Aufsichtsratsvorsitzender, HSH Nordbank AG, beim Reuters Bankentag. Kopper geht der Frage nach, woher der neue Kapitalbedarf von rund 80 Mrd. € gedeckt werden könne. Diese Frage richtet er insbesondere auch an Bund, Länder und Kommunen, die nun für ihre Banken und Sparkassen “echtes” haftendes Eigenkapital zur Verfügung stellen müssten.

Mark Hembury, Vorsitzender der Geschäftsführung Thomson Reuters (Markets) Deutschland GmbH, durfte Kopper anlässlich des 40jährigen Bestehens von Thomson Reuters in Deutschland begrüßen.

Die Commerzbank wolle sich zurzeit mit einem großen Maß an Verwässerung aus den Schwierigkeiten zu befreien. Der Fall der Commerzbank zeige, wie schwierig das gegenwärtige Marktumfeld für die Eigenkapitalbeschaffung von Banken sei.

In keinem Land der Welt sei Retail Banking so wenig profitabel wie in Deutschland. Die Attraktivität dieses Geschäfts sei für Investoren daher entsprechend niedrig. “Ist unser nationales, geschätztes Drei-Säulen-Modell noch das, das uns in die Zukunft trägt?” Kopper hinterfragt die Bankenstruktur in Deutschland.

Anerkennende Worte findet Kopper für den Genossenschaftssektor. Die engen Kundenbeziehungen der Volksbanken und Raiffeisenbanken hätten diesen geholfen, mit Stärke durch die Krise zu gehen. Auch die Eigenkapitalbeschaffung sei für die Genobanken aufgrund dieser Strukturen einfacher. “Man muss sie eigentlich davor warnen, das auf den Spiel zu setzen.”

Kopper macht klar, dass die Eigenkapitalausstattung, die jetzt von den Banken verlangt werde, nicht vor der nächsten Krise bewahre. Eine höhere Eigenkapitalausstattung hätte die Bankenschieflagen der jüngsten Vergangenheit nicht verhindern können. “Hier wird dem breiten Publikum Sand in die Augen gestreut”, warnt Kopper.

Mit dem verlangten Eigenkapital werde es für die Eigenkapitalrendite von Banken schwieriger werden, sagt Kopper. Ein niedrigeres Risiko müsse mit einer niedrigeren Rendite bezahlt werden, sagt Kopper, “insofern nichts Neues”.

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