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Banken verlieren bei Immobilienunternehmen

Von Dr. Oliver Everling | 29.Juni 2015

Für die größten europäischen Immobilienunternehmen gewinnen alternative Finanzierungsquellen zunehmend an Bedeutung. Die Gründe für diesen Trend sind zum einen die bewusste Reduzierung gewerblicher Immobilienfinanzierung zahlreicher Banken und zum anderen die Suche von Versicherungen, Pensionskassen und anderen institutionellen Investoren nach Renditequellen im Niedrigzinsumfeld. Scope ist der Meinung, dass Kreditnehmer von der größeren Palette an potentiellen Finanzierungsquellen profitieren werden.

Die nach Börsenkapitalisierung zehn größten europäischen Immobilienunternehmen verlassen sich bei der Aufnahme von Fremdkapital immer weniger auf Banken. Während 2009 der Anteil der bankfinanzierten Verbindlichkeiten noch bei 54% lag, waren es 2014 nur noch 37%. Dies stellt eine signifikante Änderung der Verbindlichkeitenstruktur der betrachteten Unternehmen dar.

Auch absolut betrachtet schrumpft das Volumen an ausstehenden Bankverbindlichkeiten: Im Jahr 2009 zeigten die Bilanzen der zehn Unternehmen zusammen Bankverbindlichkeiten in Höhe von 26,4 Mrd. Euro. 2014 waren es nur noch 19,4 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Rückgang
um 7,0 Mrd. Euro bzw. 27% seit 2009.

Auf der anderen Seite werden alternative Finanzierungsquellen immer wichtiger. 2009 betrug ihr Anteil an den gesamten Verbindlichkeiten 46%. Im vergangenen Jahr waren es fast zwei Drittel. Absolut betrachtet entspricht dies einem Wachstum von 22,8 Mrd. auf 32,8 Mrd. Euro.

Neben alternativen Darlehensgebern (wie zum Beispiel Versicherungen oder Kreditfonds) ist der direkte Zugang zum Kapitalmarkt die wichtigste alternative Fremdkapitalquelle. Insbesondere Schuldverschreibungen, wie Medium-Term-Notes, Wandelschuldverschreibungen und Commercial Paper werden von den zehn größten europäischen Immobilienunternehmen genutzt, um sich Fremdmittel über den Kapitalmarkt zu beschaffen.

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