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Laurèl und Mox Telecom neu in URA-Beobachtung

Von Dr. Oliver Everling | 24.Oktober 2012

Neu in den URA Emissions Check aufgenommen wurden die Anleihen der Laurèl GmbH (Damenoberbekleidung im Premium-Segment; Zeichnungsfrist 29. 10. – 14. 11. 2012) sowie der Mox Telecom GmbH („Prepaid Calling Cards“ für Zielgruppen mit häufigen Telefonaten ins Ausland; Zeichnungsfrist 22. – 31. 10. 2012). Beiden Anleihen gelang mit 3 „URA-Haken“ der Sprung unter die URA TOP MidCap Bonds (mindestens 3 „URA-Haken“).

Die Bewertung aus dem URA Investor Service beruht auf den Zahlen der jeweiligen Geschäftsjahre 2011 sowie des Rumpf-GJ 1. 11. 2011 – 30. 4. 2012 (Laurèl) bzw. der kumulierten 4 Quartale zum 30. 6. 2012 (Mox). Beide Anleihen haben Ratings im „Investment Grade“ beim Creditreform-Vollrating wie auch beim URA-Bilanzrating, gute bis sehr gute Bondspezifische Kennzahlen (insb. Mox auch unter Berücksichtigung der neuen Anleihe) sowie ratingorientierte Eigenkapitalquoten von knapp 25% (unter Berücksichtigung der Anleihe).

Unterschiede gibt es bei den Anleihebedingungen: „Während diese bei Mox höchstens durchschnittlich gläubigerfreundlich sind,“ schreibt die Ratingagentur aus München, „verfügt die Laurèl-Anleihe über nahezu alle sinnvollen Regelungen zum Gläubigerschutz (inkl. Ausschüttungsbegrenzung auf 50% des Bilanzgewinns, Drittverzug und limitierte Vermögensveräußerung). Bei der ehemaligen Escada-Tochter Laurèl fehlt allerdings die Kündigungsmöglichkeit bei Kontrollwechsel, die deshalb interessant gewesen wäre, weil die oberste Muttergesellschaft eine Mittelstands-Beteiligungsgesellschaft ist (Endurance Capital AG).“

Die Hauptschwäche bei Mox sei die Transparenz, für die URA null Punkte vergab: Der Konzernabschluss zum 31. 12. 2011 wurde wegen Bilanzierungsproblemen erst im Oktober 2012 veröffentlicht, und zwar mit eingeschränktem Testat (Unstimmigkeiten bei Verrechnungskonten zwischen Konzerngesellschaften); zudem waren im inzwischen uneingeschränkt testierten Abschluss der wichtigen Tochter in Dubai, von der praktisch das gesamte Konzernergebnis generiert wird, zunächst Bilanzierungsfehler enthalten.

Nach Erscheinen neuer Halbjahresberichte der Emittenten zum 30. 6. 2012 hat die URA Rating Agentur im Rahmen ihres Monitorings den Emissions Check für folgende Mittelstandsanleihen aktualisiert: Ekosem-Agrar, GIF, hkw sowie Windreich I+II. Die Gesamtbeurteilung des Emissions Checks (Anzahl der „URA-Haken“) hat sich für 3 der 5 Anleihen gegenüber dem Stand 11. 10. 2012 nicht verändert. Nur die beiden Windreich-Anleihen  haben ihre 2 „URA-Haken“ verloren. Hauptgrund ist, dass zurzeit ein gültiges veröffentlichtes Creditreform-Rating fehle, ein wichtiges Beurteilungskriterium innerhalb des URA Emissions Checks: Das eigentlich noch bis 1. 5. 2013 gültige „BBB+“-Rating stand bei Creditreform seit dem 27. 9. 2012 zunächst unter Beobachtung („Watch“). Jetzt ist seit dem 8. 10. 2012 ein neues Rating „in Bearbeitung“. Problematisch sind auch die nochmals gestiegenen Finanzverbindlichkeiten (neben hohen Anleihe- und Bankverbindlichkeiten auch noch hohe kurzfristige Darlehen von institutionellen Investoren) sowie die weitere Verschlechterung der Eigenkapitalquote (u.a. durch die vollständige Abschreibung der Minderheitsbeteiligung am Windanlagenbauer Fuhrländer AG).

Themen: Anleiherating, Unternehmensrating | Kein Kommentar »

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