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Probleme der Türkei

Von Dr. Oliver Everling | 9.Januar 2017

Zunehmende politische Unsicherheit und die geschwächte Türkische Lira sind die größten Negativfaktoren, die derzeit der Wirtschaft in der Türkei zusetzen, urteilt der internationale Kreditversicherer Coface und geht daher nur von einem Wirtschaftswachstum um 2,7 Prozent für 2017 aus.

„Die schwache Landeswährung bremst den wichtigsten Treiber der türkischen Wirtschaft, den privaten Konsum. So leidet der Einzelhandel schon erkennbar unter der lahmenden Inlandsnachfrage. Die negative Entwicklung wird verstärkt durch weitere Faktoren wie die Terroranschläge, Spannungen an der Grenze zu Syrien, steigende Kreditzinsen und anziehende Inflation“. schreibt Coface. Auch das veranlasse Verbraucher, Ausgaben zu verschieben. Vom Tourismus, der wegen der Sicherheitsproblematik und des angespannten Verhältnisses zu einigen Nachbarländern eingebrochen ist, sind keine Impulse für eine Besserung zu erwarten.

Die geringe öffentliche Verschuldung mit nur 32,9 Prozent zum BIP, wesentlich durch die ursprüngliche Annäherung an die EU getrieben, erlaubt es, dass die Regierung die Wirtschaftspolitik einsetzt, um wirtschaftliche Einbrüche abzumildern. Um der nachlassenden Stimmung zu begegnen, hat die Regierung ein breites Investitionsprogramm angekündigt.

„Entscheidend für die weitere Entwicklung werden auch die Kapitalzuflüsse aus dem Ausland sein“, erklärt Dr. Mario Jung, Economist bei Coface in Deutschland. Diese sanken von Januar bis September 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent auf 26,9 Mrd. US-Dollar. Dieser Rückgang trug mit zur Abwertung der Lira um 16 Prozent gegenüber dem Euro-Dollar-Währungskorb bei.

In der Coface-Länderbewertung ist die Türkei schon seit September 2014 nur in B eingestuft und damit außerhalb der Top-Kategorien (A1 bis A4). Coface misst dabei nicht die Staatsbonität, sondern das Risiko für Forderungsausfälle, das Unternehmen bei Geschäften mit Abnehmern in dem jeweiligen Land haben.

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