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Schwarzer Kennedy ändert nichts

Von Dr. Oliver Everling | 20.Oktober 2008

In Washington kursiert der Treppenwitz, dass auch für die Präsidentenwahl 2008 ein Präsidentschaftskandidat den Antrag auf Nachzählung der Stimmen stellen werde. Diesmal aber nicht der unterlege Kandidat, sondern der Sieger �?� Dr. Christoph von Marschall sprach über „McCain, Obama und der lange Weg ins Weiße Haus“ im Rahmen einer Veranstaltung des US-Generalkonsulats im Campus Westend der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Christoph von Marschall ist Autor des Buches „Barack Obama – Der schwarze Kennedy“ und seit 1991 als Redakteur der Berliner Tageszeitung „Der Tagesspiegel“, für den er derzeit als US-Korrespondent in Washington arbeitet.

„Im nächsten Jahr wird Deutschland über den gewählten Präsidenten enttäuscht sein. Im nächsten Jahr werden die USA über den gewählten Präsidenten enttäuscht sein.“ Marschall zeigt auf, dass die ökonomische Ausgangslage für den neuen Präsidenten ihm kaum Handlungsspielräume geben werde. Die in Barack Obama wie auch die in John McCain gesetzten Erwartungen könnten praktisch nur enttäuscht werden.

Marschall listet die Faktoren auf, die der Wahl von Obama ins Präsidentschaftsamt noch entgegenstehen könnten. Dazu zählt die Emotionalität, einem vergleichsweise jungen und unerfahrenen Kandidaten die Verantwortung über die größte Volkswirtschaft der Welt zu geben. Andererseits hätten die letzten Fernsehauftritte unübersehbar gezeigt, dass die USA mit McCain doch einen älteren Präsidenten wählen würden. Wenn Obama gewählt würden, könne er anschließend seine Wähler nur desillusionieren: Die versprochene Wende könne bei den bescheidenen haushaltspolitischen Spielräumen kaum finanziert werden.

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