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Trend zu Mega-Deals

Von Dr. Oliver Everling | 31.Juli 2017

Nach einer aktuellen Markteinschätzung des Investmenthauses FERI bieten sich privaten und institutionellen Investoren derzeit attraktive Gelegenheiten für Private Equity-Beteiligungen in Europa und in den USA. Große Cash-Reserven bei den Unternehmen und hohe Liquidität auf Seiten der Finanzinvestoren haben die Nachfrage nach attraktiven Zielunternehmen für Fusionen und Übernahmen verstärkt. Auffällig ist dabei der Trend zu Mega-Deals. So wurden im M&A-Markt 2016 zwar weniger Transaktionen gezählt als 2015, dafür waren die einzelnen Abschlüsse jedoch deutlich größer. Etwas mehr als die Hälfte aller Transaktionen wiesen ein Volumen von mehr als 5 Mrd. US-Dollar auf. Die starke Nachfrage, bei gleichzeitig begrenztem Angebot an M&A-Kandidaten, führte außerdem zu einem Anstieg der Bewertungen auf ein neues Rekordniveau. Der Kaufpreis, den Finanzinvestoren für gefragte Zielunternehmen im Durchschnitt aufbringen müssen, ist in Europa von 2012 bis 2016 um fast ein Fünftel und in den USA um fast 30 Prozent gestiegen.

FERI hebt hervor, dass sich die Entwicklungen im M&A-Bereich auch positiv auf das Fundraising für Private Equity-Beteiligungen auswirken. Global konnten Finanzinvestoren 371 Mrd. US-Dollar verteilt auf 971 Fonds einwerben, das entspricht einem Anstieg um rund 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Immer mehr Private Equity-Fonds gelingt es, das zu Beginn der Platzierung angestrebte Kapital einzusammeln. In Europa erreichten 82 Prozent der Fonds ihre festgelegten Zielgrößen (2015: 69 Prozent), in den USA sogar 89 Prozent (2015: 86 Prozent).

Ähnlich wie im M&A-Markt beobachtet FERI auch beim Fundraising eine zunehmende Konzentration des Kapitals auf Mega-Fonds mit einer Größe von mindestens 5 Mrd. US-Dollar. „Große institutionelle Investoren sind dazu übergegangen, sich auf ausgewählte Manager und eine überschaubare Anzahl von Managerbeziehungen zu fokussieren. Der Zugang zu Private Equity-Fonds sehr guter Manager bleibt damit schwierig“, sagt Marcel Renné, Vorstand der beiden Kapitalverwaltungsgesellschaften der FERI Gruppe, FEREAL und FERI Trust Luxemburg. Grundsätzlich hätten Investoren wie FERI, die bereits längerfristige Geschäftsbeziehungen mit diesen Fondsmanagern pflegen, damit einen Vorteil gegenüber anderen Fondsinvestoren.

Der Erfolg im aktuellen Marktumfeld im Jahr 2017 hänge wesentlich von der Fähigkeit der Manager ab, an attraktive Zielunternehmen zu vernünftigen Bewertungen zu gelangen. „Häufig gelingt es Fonds, die vorwiegend im Small und Mid Cap-Bereich investiert sind, unabhängig vom aktuellen Marktumfeld ansehnliche Rückflüsse zu erzielen“, stellt Marcel Renné fest. Überhitzungstendenzen bei Kaufpreisen und Investitionsvolumina seien insbesondere im Large-Cap Bereich zu erwarten. Dies dürfte auch kurz- bis mittelfristig so bleiben. „Als Fonds-Investor sollte man sich auf den Small-to-Mid-Cap Bereich sowie auf Nischenstrategien fokussieren. In diesem Segment erwarten wir auch in den nächsten Jahren positive Renditen auf Zielfondsebene in Höhe von 10 bis 15 Prozent.“

Themen: Unternehmensrating | Kein Kommentar »

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