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Zahlungsausfälle bleiben begrenzt

Von Dr. Oliver Everling | 24.Juni 2012

Der Deutschland-Index des Wirtschaftsinformationsdienstes Hoppenstedt360 bestätigt für Mai das bereits berichtete Bild der letzten Monate. Er verbesserte sich erneut sowohl leicht gegenüber dem Vormonat als auch deutlich gegenüber dem Vorjahr. Mit Blick auf die kommenden 12 Monaten sei damit für Unternehmen abermals das Risiko gesunken, in dieser Zeit auszufallen, heißt es aus Darmstadt.

„Die Stabilität und wirtschaftliche Stärke der Unternehmen in Deutschland ist so gut wie seit Jahren nicht“, fasst Martin Zuberek, Direktor und Risikoexperte der Hoppenstedt360 GmbH, die Entwicklung des Deutschland-Index zusammen. „Die Unternehmen haben gelernt, ihre Risikofaktoren genau zu beurteilen, und die entsprechenden Prozesse zur Absicherung etabliert – das verhindert Ausfälle.“

Der Deutschland-Index lag im Mai 2012 bei 90,2 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat (März 2012: 90,5 Prozent). Das ist abermals Bestwert seit Beginn der Auswertung. „Konkret heißt das: Im Mai 2012 verzeichnet Hoppenstedt360 einen Rückgang der Ausfallprognose deutscher Unternehmen um 9,8 Prozentpunkte,“ so D&B, „verglichen mit dem Referenzwert 100 Ende Dezember 2010.“

In den ersten 5 Monaten dieses Jahres fiel die Ausfallrate lediglich um 1,7 Punkte. „Der Index verharrt derzeit auf hohem Niveau“, erläutert Zuberek weiter. „Die deutschen Unternehmen trotzen damit immer noch und vor allem der Euroschuldenkrise.“

„Die verschiedenen Wirtschaftsindikatoren haben sich im April und Mai jeweils leicht eingetrübt, doch das war zu erwarten, da vor allem das 1. Quartal 2012 deutlich besser lief als von vielen Unternehmen und Experten vorhergesagt“, so Zuberek weiter. Mit Blick auf das zu erwartende Wirtschaftswachstum für 2012 von 0,4 Prozent sei es schlichtweg illusorisch gewesen, zu erwarten, dass Deutschlands Wirtschaft weiter von Rekordwert zu Rekordwert eilt – wie beispielsweise beim Export.

„An dieser Stelle helfen Realismus und Vertrauen“, empfiehlt Zuberek den Unternehmen. „Realismus gegenüber Wachstumsraten – es kommt immer der Punkt, an dem es nicht mehr weiter nach oben geht, auch beim Deutschland-Index. Und Vertrauen in die eigenen Stärken, die Wettbewerbsfähigkeit und die Güte der eigenen Risikoabsicherung.“ Wenn Unternehmen das immer beherzigten, dann könne die deutsche Wirtschaft auch mit einer schwächelnden Weltkonjunktur und der Euroschuldenkrise gut leben, dann bleibe die Entwicklung stabil.

Der Wert 100 bildet die Gesamtheit der deutschen Unternehmen ab, die am 31. Dezember 2010 Gefahr liefen, in den darauffolgenden 12 Monaten auszufallen. Die Entwicklung zeigt, dass der Umfang dieser Gruppe kleiner wird. Stand Mai 2012 werden 9,2 Prozent weniger Unternehmen ausfallen als noch Ende 2010 errechnet. Das bedeutet, dass es den Unternehmen in Deutschland in puncto Ausfallrisiko aktuell besser geht im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr.

Themen: Mittelstandsrating, Unternehmensrating | Kein Kommentar »

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