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Für Portugal bleibt die Hoffnung

Von Dr. Oliver Everling | 9.Februar 2012

Die Feri EuroRating Services AG behält im Februar das Rating von Portugal bei. Die Bonitätseinschätzung von D- signalisiert ein hohes Risiko, dass Portugal seine Verpflichtungen nicht vollständig erfüllen wird. Eine akute Gefahr eines kurz bevorstehenden Schuldenschnitts sieht Feri jedoch derzeit nicht.

Im laufenden Jahr wird die Wirtschaftsleistung Portugals um mehr als drei Prozent sinken. Das Staatsdefizit wird trotz der eingeleiteten Sparmaßnahmen erneut deutlich mehr als fünf Prozent des BIP ausmachen und die Gesamtverschuldung damit weiter steigen. Ähnlich wie Griechenland kämpft auch Portugal mit dem Problem einer grundsätzlich wenig wettbewerbsfähigen Wirtschaft und einer im europäischen Vergleich schwachen industriellen Basis.

Die daraus folgende Wachstumsschwäche des Landes verschärft sich durch die geografische Lage am Rande Europas und die hohe Abhängigkeit vom ebenfalls krisengeschüttelten Spanien. Die wirtschaftlichen Perspektiven Portugals bleiben deshalb auch für die kommenden Jahre verhalten: 2013 wird die Wirtschaft nach unserer aktuellen Prognose stagnieren und ab 2014 um etwa ein Prozent jährlich wachsen.

Dennoch ist die Lage Portugals deutlich weniger dramatisch als in Griechenland. Der Schuldenstand überschreitet zwar die 100-Prozent-Marke, ist aber dennoch weit entfernt von der ausweglosen Situation Griechenlands. Die portugiesische Regierung hat in der jüngeren Vergangenheit Reformwillen gezeigt, und wir schätzen die Durchsetzbarkeit weiterer notwendiger Schritte optimistischer ein als für Griechenland. Wir prognostizieren deshalb keine fortdauernde Abwärtsspirale in Portugal, sondern eine allmähliche, wenn auch schwache wirtschaftliche Erholung. Der Schuldenstand könnte ab 2015 allmählich sinken. Ein Schuldenschnitt wie in Griechenland steht nach unserer Einschätzung damit nicht unmittelbar auf der Tagesordnung.

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