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Mit Private Debt risikoadjustierter Ertrag

Von Dr. Oliver Everling | 5.April 2018

Institutionelle Investoren wollen in diesem Jahr ihr Engagement im Bereich Private Debt / Alternative Credit ausweiten, da die voraussichtliche Anhebung der Zinsen für herkömmliche festverzinsliche Anlageformen sehr herausfordernd ist. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von NN IP, die im Dezember 2017 unter 100 institutionellen Investoren weltweit durchgeführt wurde.

94 Prozent der befragten Investoren gehen davon aus, dass die Leitzinsen in den USA in den nächsten zwölf Monaten weiter steigen werden, 61 Prozent erwarten einen Anstieg von mindestens 0,5 Prozent. Zudem glauben 69 Prozent der Befragten, dass die quantitative Lockerung in Europa bis 2019 enden und es kontrollierte Zinsanhebungen geben wird. 37 Prozent der Investoren geben an, ihr Engagement in Private Debt auszubauen, sollte dieses erwartete Zinsszenario eintreten. Bezüglich ihres Engagements in allen anderen festverzinslichen Anlageklassen äußerten sich die Befragten zurückhaltender.

14 Prozent der befragten Investoren gehen davon aus, dass sie in den kommenden zwölf Monaten erstmals in Private Debt Instrumente investieren werden. Zudem wollen 45 Prozent derjenigen, die bereits in diese Anlageklasse investieren, ihr Engagement ausweiten – unter allen befragten Investoren liegt die Quote bei 37 Prozent.

Gabriella Kindert, Leiterin der Alternative Credit Boutique bei NN Investment Partners: „Private Debt / Alternative Credit hat sich in den vergangenen Jahren dynamisch in eine breit gefächerte Anlageklasse entwickelt, die jetzt eine große Vielzahl von Anlagemöglichkeiten für unterschiedliche Bedürfnisse bietet. Unter Anlegern wächst das Interesse, den Anteil dieser Anlageklasse in ihren Portfolios auszubauen, da sich damit höhere risikoadjustierte Erträge erzielen lassen. Zudem erreicht man durch die Beimischung von Alternative Credit ein höheres Maß an Diversifizierung und erhält Zugang zu Krediten, die die Bereiche Umwelt, Soziales und Governance (ESG) berücksichtigen. 2017 stiegen die Zuflüsse in unsere Alternative-Credit-Strategien gegenüber 2016, um 33 Prozent an. Sofern die Zinsen wie prognostiziert steigen, dürfte diese Anlageklasse, im Vergleich zu herkömmlichen festverzinslichen Strategien, immer attraktiver werden.“

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  • Dr. Oliver Everling

    Dr. Oliver Everling ist Geschäftsführer der RATING EVIDENCE GmbH in Frankfurt am Main.

    Als Gesellschafter, Beirat, Aufsichtsrat, Independent Non-Executive Director nach der EU-Verordnung über Ratingagenturen, Mitglied von Ratingkommissionen, Chairman des ISO-TC "Rating Services", Gastprofessor der CUEB in Peking und zum Beispiel als Herausgeber von mehr als 50 Büchern war oder ist er mit Ratingfragen befasst.

    Nach Promotion am Bankseminar der Universität zu Köln war Dr. Oliver Everling Referent des Arbeitskreises Rating der WM Gruppe und ab 1991 Geschäftsführer der Projektgesellschaft Rating mbH sowie von 1993 bis 1998 Abteilungsdirektor und Referatsleiter in der Dresdner Bank.