Digitale Männergesundheit neu definiert

Von Dr. Oliver Everling | 20.November 2025

Männergesundheit befindet sich seit Jahrzehnten in einer Sackgasse aus Scham, verschobenen Prioritäten und strukturellen Barrieren. Obwohl die urologische Medizin enorme Fortschritte gemacht hat, blieb die klassische Vorsorge in alten Mustern stecken. „Deutschlands Gesundheitssystem hat es nie geschafft, Männer wirklich zu erreichen“, sagt Sebastian Heidrich, Gründer von Streamcheck. Die geringe Teilnahmequote von nur rund 22 Prozent an der Prostatakrebs-Vorsorge zeigt, wie wenig attraktiv der bisherige Ansatz ist. Genau hier setzt ein neues digitales Medizinprodukt an, das nicht weniger verspricht, als die Früherkennung zur Frühesterkennung weiterzuentwickeln.

Mit dem Ansatz, einen Prostata-Check ins Badezimmer zu bringen, schafft Streamcheck eine niedrigschwellige, intime und doch hochpräzise Möglichkeit der Selbstkontrolle. Der Selbsttest ist CE-zertifiziert und als Medizinprodukt nach der EU-Verordnung (2017/745) zugelassen. Er kombiniert ein smartes Device mit einer App, die Männer Schritt für Schritt durch den Prozess führt. „Mit Streamcheck können wir potenzielle Erkrankungen bereits im Entstehen erkennen und eine medizinische Behandlung frühzeitig einleiten. Das kann viel Leid verhindern“, betont Prof. Dr. Stefan Siemer vom Universitätsklinikum des Saarlandes. Die gemessenen Parameter – Harnflussrate, Urinvolumen und mehrere Biomarker – schaffen eine Datenbasis, die sonst nur in urologischen Praxen erhoben wird.

Indem Männer statt einmal jährlich nun monatlich messen können, entsteht ein völlig neues Modell der Gesundheitsüberwachung: zwölfmal mehr Kontrollmomente, die eine diagnostische Blindzeit zwischen Arztterminen drastisch reduzieren. Der Vergleich von Heidrich macht dieses Prinzip anschaulich: Streamcheck funktioniert für die Prostata wie die Ölstandskontrolle beim Auto – wer regelmäßig misst, erkennt Veränderungen früh und kann rechtzeitig handeln. Bleiben die Werte unauffällig, signalisiert die App dies klar und beruhigend. Bei Auffälligkeiten leitet sie zur ärztlichen Abklärung über und liefert dabei bereits strukturierte Daten, einschließlich Uroflowmetrie, IPSS-Score und Biomarker-Analysen.

Dieser technologische Schritt ist nicht nur ein Gewinn für Patienten, sondern auch eine Entlastung für Ärztinnen und Ärzte. Obwohl die Uroflowmessung als Standard gilt, wird sie im Praxisalltag selten durchgeführt. „In der Praxis werden sie oft vernachlässigt, weil sie zeitaufwendig sind“, erklärt Siemer. Die digitale Auslagerung dieser Messung ins Zuhause der Patienten schließt die Lücke: Ärztinnen und Ärzte erhalten verlässliche, medizinisch valide Daten, ohne kostbare Zeit für Routineuntersuchungen aufbringen zu müssen. Das Ergebnis ist ein effizienteres Versorgungssystem mit höherer Erkennungsrate und verbesserter Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient.

Damit berührt Streamcheck unmittelbar die Felder Technologie-Rating, Healthcare-Rating und das Rating von Krankenversicherungen. Technologie-Bewertungen legen zunehmend Wert auf Interoperabilität, Datenschutz, Usability und klinische Validität – Kriterien, die Streamcheck als zertifiziertes Medizinprodukt mit klarer medizinischer Evidenz erfüllt. Der Ansatz zeigt, wie digitale Diagnostik ein traditionell analoges Fachgebiet transformieren kann, vergleichbar mit dem Wandel, den Wearables im kardiologischen oder metabolischen Monitoring ausgelöst haben. In Healthcare-Ratings gewinnen Technologien an Bedeutung, die Versorgungslücken schließen, Outcome-Qualität verbessern und gleichzeitig Kosten reduzieren. Streamcheck adressiert alle drei Punkte: bessere Erkennung, effizientere Arztzeit und niedrigere Folgekosten durch frühere Therapien.

Für Krankenversicherungen, deren Ratings sich zunehmend an Präventionswirkung, digitalen Services und Kosteneffizienz orientieren, wird ein solches System attraktiv. Wenn regelmäßige Heimtests schwere Erkrankungen früher erkennbar machen, sinken langfristig Therapie- und Folgekosten. Zudem verbessern digital begleitete Vorsorgeprogramme das Serviceprofil einer Versicherung. Die Integration eines Medizinprodukts wie Streamcheck in Präventions- oder Bonusprogramme kann daher sowohl das Leistungsrating als auch die Kundenzufriedenheit stärken.

Streamcheck markiert einen Wendepunkt: von einer punktuellen Vorsorge im jährlichen Praxisraum hin zu einer diskreten, alltagsnahen und datenbasierten Gesundheitskontrolle. Damit wird ein Bereich der Männergesundheit, der bislang von Tabus und Versäumnissen geprägt war, zu einem Paradebeispiel dafür, wie moderne Technologie medizinische Versorgung intelligenter, selbstbestimmter und wirksamer machen kann.

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Wenn der Livestream zur Geduldsprobe wird – 2. Zebra Investment Night Hamburg

Von Dr. Oliver Everling | 19.November 2025

Die 2. Zebra Investment Night Hamburg der Commerzbank sollte eines der Highlights im Veranstaltungskalender werden – ein Abend voller Einblicke, Diskussionen und Impulse zu aktuellen Investmenttrends. Stattdessen entwickelte sich der Livestream für viele Zuschauer zur Geduldsprobe – Zuschauer, die nicht mit Wortmeldungen beteiligt wurden.

Unterbrechungen, eingefrorene Bilder und abgehackte Tonspuren machten es anfangs unmöglich, den Inhalten zu folgen. Was ankam, waren meist nur Wortfetzen: Moderatoren, die die „coole Veranstaltung“ lobten, Referenten, die offenbar spannende Punkte anrissen – und ein digitales Publikum, das sich fragte, was genau es eigentlich verpasst.

Ein weiterer Aspekt des Abends war das wahrscheinliche Scheitern der Commerzbank, ihre eigene Zielgruppe – Unternehmenskunden wie auch Kunden aus dem Wealth Management – wirksam dafür zu motivieren, sich an Startups zu beteiligen. Während man jungen Unternehmen kaum zum Vorwurf machen kann, wenn bei ihnen nicht jeder Auftritt perfekt gelingt, sollte zumindest die Plattform, die eine Großbank bereitstellt, technisch wie inhaltlich überzeugen.

Doch gerade die Planung und Durchführung der Veranstaltung machten deutlich, dass Existenzgründer offenbar weiterhin nicht die Priorität genießen, die öffentlich immer wieder betont wird. Das wirkt umso widersprüchlicher, wenn im einleitenden Vortrag implizit appelliert wird, technologischen und wirtschaftlichen Fortschritt nicht länger China zu überlassen – während zugleich die konkrete Unterstützung für heimische Innovationen an technischen Pannen, inhaltlicher Unschärfe und mangelnder Integration scheitert.

Gerade der thematische Schwerpunkt Nachhaltigkeit hätte eine präzise Auseinandersetzung verdient. Doch der inhaltliche Mehrwert blieb an diesem Abend hinter den Erwartungen zurück. Statt eine klare Perspektive auf die Wirtschaftlichkeit nachhaltiger Projekte zu liefern, blieb vieles vage, wie etwa die Frage, welche rechenbaren Vorteile die unter Performance-Druck stehenden Unternehmen als Kunden der Startups erwarten dürfen, wenn sie nicht allein durch regulatorischen Zwang getrieben werden.

Besonders irritierend wirkte, dass die Bank offenbar keine überzeugende Verbindung zwischen Nachhaltigkeit und finanzieller Tragfähigkeit herzustellen vermochte. Stattdessen dominiert offenbar die Hoffnung, dass „andere Investoren“ schon einspringen würden, wenn die Commerzbank selbst nicht mit Finanzkraft dienen kann oder will.

Die vorab bereitgestellte Informationsbasis der Veranstaltung wirkte zudem erstaunlich dünn. Weder wurden Data Rooms noch Pitchdecks freigegeben – Ressourcen, die bei einer Investment Night eigentlich selbstverständlich sein sollten. Ebenso fehlten Links zu den Webseiten der Startups, zu den Gründern oder zu weiterführenden Materialien, die potenziellen Investoren ermöglichen würden, sich schnell und fundiert ein Bild zu machen. Diese Oberflächlichkeit der bereitgestellten Informationen steht in Kontrast zu dem kommunizierten Handlungsdruck: Manche der Finanzierungsrunden sollen bereits in den kommenden Wochen geschlossen werden. Ohne solide, geprüfte Unterlagen bleibt jedoch unklar, wie die Entscheider überhaupt zu belastbaren Einschätzungen gelangen sollen.

Für eine Veranstaltung, die den Anspruch erhebt, Orientierung in einem sich wandelnden Marktumfeld zu bieten, ist das zu wenig. Nachhaltigkeit verlangt mehr als gute Absichten und wohlklingende Botschaften – sie erfordert belastbare Geschäftsmodelle, klare Finanzierungsperspektiven und ehrliche Diskussionen über Rendite und Risiko. Und ein funktionierender Livestream gehört mittlerweile ebenso selbstverständlich dazu.

So bleibt als Fazit eines Abends, der große Erwartungen geweckt hatte: Ein ambitioniertes Format leidet an technischen Pannen und inhaltlichen Unschärfen. Hoffentlich findet die nächste Zebra Investment Night zu jener Klarheit – und Stabilität – zurück, die ihr vermögendes Publikum verdient.

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Harvest und Pyxis schließen exklusives Technologie-Reseller-Abkommen

Von Dr. Oliver Everling | 18.November 2025

Harvest Technology Group hat einen bedeutenden Schritt in seiner internationalen Expansionsstrategie gesetzt, indem das Unternehmen ein exklusives Reseller-Abkommen mit Pyxis Controls unterzeichnet hat. Das Unternehmen teilte mit, dass Pyxis als alleiniger Vertriebspartner für die Nodestream-Technologie in der gesamten MENATISA-Region auftreten wird, zu der der Mittlere Osten, Nordafrika, die Türkei, Indien und Südafrika gehören. Die Vereinbarung umfasst nicht nur den exklusiven Vertrieb, sondern auch die Integration und Kommerzialisierung der Lösungen, wobei Pyxis seine langjährigen Marktbeziehungen und technischen Kompetenzen nutzen soll, um die Einführung in wichtigen Branchen wie nationale Sicherheit, Energie, maritime Anwendungen und Regierungsdienstleistungen zu beschleunigen. Laut der Bekanntmachung sieht das Abkommen eine enge Zusammenarbeit bei Geschäftsentwicklung, technischem Enablement, Markteinführung und Schulungen vor. Beide Unternehmen werden an den Erlösen beteiligt, die aus Produktverkäufen, Lizenzen und Integrationsprojekten im Zielmarkt entstehen. Ein besonderer Fokus liegt auf Performance-Metriken, die über die Verlängerung der Exklusivität und die Vergabe von aktienbasierten Optionen entscheiden sollen.

Managing Director Ilario Faenza bezeichnete die Vereinbarung als entscheidenden Fortschritt: „Dieses Abkommen mit Pyxis Controls stellt einen bedeutenden Schritt in unserer internationalen Expansionsstrategie dar. Pyxis verfügt über tiefes technisches Fachwissen und vertrauensvolle Beziehungen in den Bereichen nationale Sicherheit, Energie und Regierung in der MENATISA-Region – genau jene Märkte, in denen Nodestream einen unvergleichlichen Mehrwert bietet.“ Er hob hervor, dass die Fähigkeit von Pyxis, „mission-critical communications“ zu integrieren und bereitzustellen, perfekt zu Harvests Vision passe, sichere und bandbreitenoptimierte Video- und Datenübertragung weltweit zu etablieren. Faenza weiter: „Wir sehen diese Partnerschaft als starken Katalysator für beschleunigtes Umsatzwachstum und langfristige Marktdurchdringung.“

Auch Pyxis Controls zeigte sich überzeugt von der strategischen Bedeutung der Kooperation. CTO Adam Joseph Fasullo betonte: „Wir sind stolz darauf, diese Partnerschaft mit Harvest Technology Group zu formalisieren – einem Unternehmen, dessen Innovationen neu definieren, was im Bereich sicherer, bandbreitenarmer Kommunikation möglich ist.“ In der MENATISA-Region steige die Nachfrage nach hoch belastbarer Echtzeit-Konnektivität in anspruchsvollsten Einsatzsituationen enorm. Fasullo erklärte weiter: „Nodestream liefert genau das – eine transformative Fähigkeit, die die Lücke zwischen Feldeinsätzen und Leitstellen schließt, selbst dort, wo traditionelle Netzwerke versagen.“ Durch die Kombination der regionalen Integrationsstärke von Pyxis und der Technologie von Harvest könne man „einen neuen Standard für mission-critical communications setzen und die digitale Transformation sicherheits- und energie­kritischer Industrien beschleunigen“.

Die Vereinbarung schafft damit die Grundlage für eine enge operative Partnerschaft, die darauf abzielt, die wachsende Nachfrage nach sicherer, latenzarmer und bandbreiteneffizienter Kommunikation in einigen der herausforderndsten Einsatzumgebungen weltweit zu bedienen. Besonders Märkte wie Grenzüberwachung, maritime Sicherheit, Energieinfrastruktur sowie verteilte Regierungs- und Industrieanwendungen gelten als Treiber dieser Entwicklung. Mit der Bündelung der technologischen Innovationskraft von Harvest und der regionalen Implementierungsstärke von Pyxis positioniert sich die Partnerschaft als zentraler Akteur für moderne Kommunikationslösungen in strategisch relevanten Regionen.

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Equifax stärkt Verifizierungsdienste durch Übernahme von Vault Verify

Von Dr. Oliver Everling | 18.November 2025

Equifax hat die Übernahme von Vault Verify abgeschlossen und erweitert damit sein Angebot an Daten, die Arbeitgebern und Verifizierern helfen sollen, schneller fundierte Entscheidungen zu treffen. Das Unternehmen erklärt, dass die Integration von Vault Verify eine weitere Möglichkeit schafft, Arbeitgeberdaten bereitzustellen und gleichzeitig die bestehende The-Work-Number-Datenbank ergänzt. Laut Equifax dient dies letztlich auch Verbrauchern, die bei der Bewerbung um Jobs, Hypotheken, Sozialleistungen oder andere finanzielle Dienste auf verlässliche und zügige Auskünfte angewiesen sind. Mark Begor, CEO von Equifax, beschreibt die strategische Bedeutung der Übernahme mit den Worten: „Unser Purpose ist es, Menschen zu helfen, ihr finanzielles Bestes zu leben. Die Übernahme von Vault Verify ergänzt The Work Number und die Verifizierungsfunktionen von Equifax durch zusätzliche Informationen, die wichtige finanzielle Momente für Verbraucher vereinfachen können.“ Er betont außerdem die technologische Basis der schnellen Integration: „Unter Nutzung der Leistungsfähigkeit unserer Equifax-Cloud-Transformation können wir Vault Verify zügig in die laufenden Abläufe integrieren und Verifizierern die Informationen bereitstellen, die sie schnell und effizient benötigen.“

Vault Verify, 2012 gegründet, bietet als ausgelagerter Dienstleister für Beschäftigungs- und Einkommensverifizierungen eine auf Echtzeit, Transaktionen und APIs basierende Technologie an und arbeitet mit Arbeitgebern jeder Größe in den gesamten USA zusammen, mit Schwerpunkt im Gesundheitswesen. Joe Muchnick, Chief Operating Officer von Equifax Workforce Solutions, unterstreicht den Mehrwert der Übernahme: „Wir freuen uns über das erweiterte Wissen und die neuen Fähigkeiten, die unsere kombinierten Teams von Vault Verify und Equifax anbieten können, um wichtige Momente im Leben durch sichere und effiziente Verifizierungen zu erleichtern.“ Er hebt hervor, dass die Ergänzung durch Vault Verify dazu beitragen werde, dass „Verbraucher schneller Entscheidungen erhalten, wenn sie sich für Jobs, Hypotheken, Sozialleistungen oder andere Finanzdienstleistungen bewerben.“

Mit Abschluss der Transaktion ist Vault Verify nun vollständig in die Business-Unit Equifax Workforce Solutions integriert, und das Team hat entsprechende Rollen innerhalb der Organisation übernommen. Wie bei solchen Transaktionen üblich, weist Equifax darauf hin, dass alle Aussagen über erwartete Synergien, Integrationsfortschritte oder zukünftiges Wachstum als zukunftsgerichtete Aussagen zu verstehen sind. Das Unternehmen betont, dass diese Prognosen Risiken und Unsicherheiten unterliegen, die zu abweichenden Ergebnissen führen können, und verweist auf seine bei der U.S. Securities and Exchange Commission eingereichten Unterlagen, in denen diese Risiken detailliert beschrieben sind.

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ODDO BHF sieht Gold mit KI

Von Dr. Oliver Everling | 11.November 2025

Die kommenden zehn Jahre werden mehr Veränderungen bringen als das gesamte vergangene Jahrhundert. Dieser Ansicht ist Brice Prunas, Portfoliomanager des ODDO BHF Artificial Intelligence. „Für Anleger dürfte das den Beginn eines goldenen Zeitalters für Investitionen markieren – insbesondere in die Möglichkeiten, die künstliche Intelligenz und digitale Vermögenswerte eröffnen“, wie er erläutert. Derzeit befinden wir uns noch in der Aufbauphase der dazugehörigen Infrastruktur. Besonders interessant ist Prunas zufolge dabei das transformative Potenzial von KI in der Medizin, wo rasante Fortschritte möglich sind und die Lebenserwartung deutlich steigen könnte. Auch der Bereich digitaler Vermögenswerte ist chancenreich, insbesondere durch die zunehmende Vernetzung von Unternehmen über KI und die Nutzung digitaler Währungen für Transaktionen.

KI-Unternehmen müssen ihr Schicksal in der Hand haben. Prunas zufolge ist es wichtig zu erkennen, welche Unternehmen in Bezug auf KI ihr Schicksal in den eigenen Händen halten: „Dazu zählen Google, Nvidia, Tesla und OpenAI – Unternehmen, die nicht nur technologisch führend sind, sondern auch ihre eigene Infrastruktur und Modelle kontrollieren.“ OpenAI, das vor sechs Monaten noch mit 300 Mrd. US-Dollar bewertet wurde und nach den im Oktober angekündigten Verträgen mit AMD oder Oracle inzwischen bei 500 Mrd. US-Dollar liege, könnte nach einem Börsengang zu einem Hyperscaler werden. Hyperscaler sind große Rechenzentren, die sich darauf spezialisiert haben, Organisationen und Einzelpersonen weltweit große Mengen an Rechenleistung und Speicherkapazität zur Verfügung zu stellen. „Paradoxerweise haben Unternehmen wie Microsoft oder Amazon ihr Schicksal nicht selbst in der Hand, da sie nicht über ein eigenes KI-Modell verfügen,“ meint Prunas.

Kritisch sieht er Unternehmen, die KI auf problematische Weise einsetzen – etwa zur Minimierung von Versicherungsleistungen, wie das etwa bei amerikanischen Krankenversicherern zu beobachten ist. Mit Bezug auf KI stellt sich immer wieder auch die Frage hinsichtlich möglicher Risiken. „Natürlich sind die gesellschaftlichen Risiken nicht außer Acht zu lassen“, erklärt Prunas. „In bestimmten Branchen wird die KI Arbeitsplätze ersetzen.“ Die Gefahr, dass KI ein eigenes Bewusstsein entwickelt, hält er kurz- bis mittelfristig allerdings für gering. Viel wahrscheinlicher ist, dass Menschen KI für destruktive Zwecke einsetzen – etwa für Cyberangriffe oder die Verbreitung von Desinformation.

Platzt die KI-Kursblase? prunas hält den Vergleich mit 2000, als die Internetblase platzte, für nicht angebracht. „Damals hatten die Unternehmen keinen Umsatz und erst recht keine Gewinne, während KI-Unternehmen heute Cashflows in Milliardenhöhe erzielen“, so Prunas. „Außerdem gibt es heute nur wenige Börsengänge, während Ende der 1990er Jahre jede noch so kleine Website schnell an die Börse gehen wollte.“ Allerdings werde der Ausbau der Infrastruktur langsam sehr kostspielig, und die Cashflows einiger Unternehmen stünden eindeutig unter Druck. „Ich glaube aber nicht, dass die Investitionsströme schnell versiegen werden, denn kein Unternehmen und kein Staat möchte bei KI den Anschluss verpassen“, ist Prunas überzeugt.

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Digitale Lerntechnologien als Schlüssel für unternehmerischen Erfolg und bessere Ratings

Von Dr. Oliver Everling | 6.November 2025

Der Besuch von Dmitrijs Dzirns, Head of Customer Success von SkillCampVR, bei Dussmann Service Deutschland markiert den Beginn einer Kooperation, die beispielhaft zeigt, wie der gezielte Einsatz fortschrittlicher Technologie die Grundlage für nachhaltigen Unternehmenserfolg bilden kann. Im Rahmen eines gemeinsamen Onboardings und einer Schulung wurde die neue VR-Trainingsplattform vorgestellt, die auf einem lernorientierten Managementsystem basiert. „Besonderes Augenmerk lag auf unserem LMS – der digitalen Basis all unserer Trainings. Damit lassen sich Schulungen nicht nur durchführen, sondern auch intelligent steuern und auswerten.“ Sein Satz verdeutlicht, dass Digitalisierung im Trainingsbereich längst über die reine Wissensvermittlung hinausgeht und zu einem Instrument der Leistungssteuerung und Qualitätssicherung wird.

Das Learning Management System dokumentiert automatisch alle Trainingsdaten, von Zeitpunkt und Dauer bis hin zu Ergebnissen und Zertifikaten. „Reports und Auswertungen stehen jederzeit auf Abruf bereit – für Standortleitungen, Trainer:innen und das Management.“ Diese Transparenz ist nicht nur ein Fortschritt in der Personalentwicklung, sondern auch ein Faktor, der aus Rating-Perspektive zunehmend relevant wird. Unternehmen, die ihre Prozesse datenbasiert gestalten und die Weiterentwicklung ihrer Mitarbeitenden systematisch dokumentieren, schaffen messbare Nachweise für Effizienz, Kompetenzaufbau und Nachhaltigkeit – Kriterien, die in modernen Ratingmodellen eine immer größere Rolle spielen.

Die Möglichkeit, Lernpfade individuell anzupassen, fördert zudem eine zielgerichtete Mitarbeiterentwicklung, die nicht nur den internen Wissensstand erhöht, sondern auch die Arbeitgeberattraktivität steigert. „Lernpfade lassen sich individuell pro Mitarbeitendem anpassen – für eine zielgerichtete Entwicklung und messbare Fortschritte.“ In einem Markt, der zunehmend auf Fachkräftemangel und Innovationsdruck reagiert, ist diese Personalisierung ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Aus Sicht des Ratings bedeutet der Einsatz solcher Technologien eine Aufwertung des Unternehmensprofils: Digitale Lern- und Managementsysteme stehen für Innovationskraft, Transparenz und Effizienz – alles Faktoren, die positiv in Bewertungen einfließen. Unternehmen wie Dussmann, die frühzeitig auf datenbasierte Lernprozesse setzen, positionieren sich nicht nur operativ stärker, sondern erhöhen zugleich ihre Resilienz und Zukunftsfähigkeit im Markt. Der Pilotstart zeigt, wie Digitalisierung im Personalmanagement zu einem strategischen Erfolgsfaktor wird – und wie technologische Kompetenz zunehmend zur Währung unternehmerischer Stabilität und Glaubwürdigkeit wird.

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Sudans Bürgerkrieg als globales Machtspiel

Von Dr. Oliver Everling | 6.November 2025

Der Bürgerkrieg im Sudan, der seit April 2023 zwischen den Streitkräften unter General Abdel Fattah al-Burhan und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) unter Mohamed Hamdan Dagalo alias Hemedti tobt, hat das Land erneut ins Chaos gestürzt und gefährdet weit mehr als nur die Stabilität des Horns von Afrika. Wie Jeremy Gaines und Christian Hiller von Gaertringen in „Capital News Africa – your newsletter on African financial markets“ schreiben, sei Sudan „zum Schauplatz eines mörderischen Stellvertreterkriegs geworden, den verschiedene aufstrebende Nationen führen, um ihren Einfluss nach Ost- und Zentralafrika auszudehnen“. Mehr als 150.000 Menschen sind bereits gestorben, rund 14 Millionen wurden vertrieben – eine der größten humanitären Katastrophen weltweit.

Doch der Konflikt hat auch globale Dimensionen. Die Autoren betonen: „Dieser Krieg droht die internationale Wirtschaftsordnung insgesamt zu erschüttern.“ Sudans Lage an der Rotmeerküste macht das Land zu einem strategischen Knotenpunkt, durch den bis zu 15 Prozent des Welthandels verlaufen. Sollte die Gewalt Port Sudan erreichen, den letzten großen Hafen unter Regierungskontrolle, wären „die Auswirkungen auf die globalen Lieferketten enorm“. Bereits jetzt führten höhere Versicherungsprämien und Umrouten über das Kap der Guten Hoffnung zu steigenden Transportkosten und Lieferverzögerungen.

Neben den wirtschaftlichen Risiken bedroht der Krieg auch die Stabilität einer ganzen Region. „Sudan ist sowohl Opfer als auch Vektor regionaler Fragilität“, heißt es. Flüchtlingsströme belasten die Nachbarländer Tschad, Südsudan und Ägypten, während die Zerstörung von Pipelines und landwirtschaftlicher Infrastruktur Öl- und Lebensmittelmärkte beeinträchtigt. Die Autoren warnen, dass die „zunehmende Instabilität entlang des Nils Energie-, Nahrungs- und Migrationskrisen auslösen“ könnte, die bis nach Europa ausstrahlen.

Ein zentraler Aspekt des Konflikts ist der Kampf um die Kontrolle über die sudanesischen Goldvorkommen. „Das RSF nutzt die Goldminen in Darfur und Kordofan zur Finanzierung seines Krieges“, wobei große Mengen des Metalls illegal nach Dubai exportiert werden. Diese Schattenwirtschaft untergrabe die Transparenz des globalen Goldmarkts und fördere Geldwäsche sowie illegale Finanzströme.

Auch die humanitäre Lage verschärft sich dramatisch. Sudan, einst ein bedeutender Exporteur von Getreide und Vieh, steht laut UN „am Rande einer Hungersnot“ und könnte bald das Land mit der größten Vertreibungskrise der Welt werden.

Hinter der humanitären Tragödie stehen jedoch geopolitische Interessen. Ägypten unterstützt al-Burhan, um „den letzten institutionellen Schutzwall gegen Chaos und islamistischen Extremismus“ zu erhalten, während die Vereinigten Arabischen Emirate Hemedtis RSF fördern, um „ihren Einfluss im Rotmeerraum zu erweitern“ und von Sudans Gold zu profitieren. Saudi-Arabien bemüht sich um eine Vermittlerrolle, um Stabilität entlang seiner Küsten zu sichern. Russland strebt weiterhin „eine Marinebasis am Roten Meer“ an, um seine Macht bis in den Indischen Ozean auszudehnen, und pflegt Beziehungen zu beiden Kriegsparteien. Auch Iran, Türkei und Katar mischen zunehmend mit, während China versucht, seine Energieinvestitionen zu schützen und sich zugleich aus direkten Konflikten herauszuhalten.

Damit ist Sudan zum „Schauplatz eines neuen Großen Spiels“ geworden, in dem nicht mehr die USA und die Sowjetunion, sondern eine Vielzahl regionaler Mächte um Einfluss kämpfen. Die Autoren fassen zusammen: „Zum ersten Mal erleben wir einen arabisch getriebenen ‚Scramble for Africa‘.“ Der Bürgerkrieg im Sudan ist somit weit mehr als ein lokaler Machtkampf – er ist ein Brennpunkt einer neuen globalen Auseinandersetzung, in der Handelsrouten, Rohstoffe und Ideologien aufeinanderprallen und die Weltwirtschaft ins Wanken geraten könnte.

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vdp-Studie zeigt: Wohneigentum in Deutschland wird wieder erschwinglicher

Von Dr. Oliver Everling | 6.November 2025

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) hat mit seiner neuen Studie „vdp-Spotlight: Strukturen der Wohneigentumsfinanzierung 2025“ aktuelle Entwicklungen am Markt für Wohnimmobilienfinanzierungen analysiert. Das zentrale Ergebnis lautet: Der Erwerb von Wohneigentum ist wieder spürbar erschwinglicher als unmittelbar nach Beginn der Zinswende im Jahr 2022. Maßgeblich für diese Entwicklung sind die positive Einkommensentwicklung und stabile Finanzierungsbedingungen. Wie der vdp feststellt, zeigen sich die Strukturen der Wohneigentumsfinanzierung in Deutschland weiterhin solide, auch wenn sich Marktbedingungen und Käuferprofile seit der Zinswende deutlich verändert haben.

vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt erklärte, dass sich der Wohnimmobilienmarkt „weiterhin von der abrupten Zinswende im Jahr 2022 erholt“. Seit Mitte 2024 sei „bei Preisen und Finanzierungsvolumina wieder ein Aufwärtstrend zu beobachten – in kleinen Schritten, aber fortwährend“. Gleichzeitig hätten steigende Realeinkommen und das Ende der Zinserhöhungsphase dazu beigetragen, dass „der Erwerb von Wohneigentum heute leistbarer ist als vor zwei bis drei Jahren“. Da die Neuvertragsmieten aufgrund der angespannten Lage am Wohnungsmarkt weiter steigen, werde der Erwerb von Wohneigentum für viele Haushalte erneut attraktiver.

Laut der Studie sank der durchschnittliche Zinssatz für Wohnimmobilienfinanzierungen zwischen 2023 und 2025 von 3,96 auf 3,50 Prozent. Die Kreditbelastungsquote blieb mit rund 26 Prozent nahezu konstant, während sich die durchschnittliche Laufzeit der Darlehen leicht von 26,6 auf 28,1 Jahre verlängerte. Auch bei den Zinsbindungen zeigt sich eine langfristige Orientierung: Im Durchschnitt liegt die Zinsbindungsfrist bei zwölf Jahren. Die Studie belegt, dass nach der Zinswende viele potenzielle Käufer zunächst aus dem Markt gedrängt wurden, weil steigende Zinsen und hohe Inflation die Finanzierungskosten in die Höhe trieben. Nun aber kehren zunehmend jene Einkommensgruppen zurück, die sich zuvor zurückgezogen hatten – begünstigt durch stabile Zinsen, geringere Inflation und gestiegene Einkommen.

Eine entscheidende Rolle spielen laut vdp auch die hohen Transaktionskosten, insbesondere die Grunderwerbsteuer. Diese mindere die Eigenmittelquote der Haushalte und erhöhe damit den Fremdmittelbedarf. Thomas Hofer, Bereichsleiter Immobilienmarkt und Immobilienfinanzierung Inland beim vdp und Autor der Studie, betonte: „Eine geringere Grunderwerbsteuer für Selbstnutzer würde insbesondere jungen Familien den Zugang zu Wohneigentum erleichtern.“ Er hob hervor, dass Banken trotz gestiegener Nachfrage weiterhin großen Wert auf einen angemessenen Eigenkapitaleinsatz und eine tragfähige Haushaltsfinanzierung legten. Die Prüfung der Kreditwürdigkeit erfolge strikt nach den Vorgaben der Wohnimmobilienkreditrichtlinie.

Tolckmitt lobte in diesem Zusammenhang die Stabilität der Kreditvergabestandards. „Das Bank Lending Survey der Bundesbank zeigt, dass die Banken ihre Kreditvergabestandards nicht aufweichen. Die Kreditbelastungsquote präsentiert sich dementsprechend stabil.“ Auch der Anstieg der Darlehenslaufzeiten und Fremdmittelquoten sei kein Zeichen erhöhter Risikobereitschaft, sondern Ausdruck einer Marktöffnung für breitere Einkommensschichten. „Darlehensgeber und -nehmer agieren nach wie vor sicherheitsorientiert“, betonte Tolckmitt. Insgesamt kommt die vdp-Studie zu dem Schluss, dass der Markt für Wohneigentumsfinanzierungen in Deutschland strukturell gesund bleibt und die Bedingungen für Selbstnutzer sich gegenüber den Jahren 2022 und 2023 deutlich verbessert haben.

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Hybride Credit-Strategien treffen Rating-Realität

Von Dr. Oliver Everling | 5.November 2025

In einem Umfeld, in dem Unternehmensanleihen zunehmend komplexer und globaler werden, spielt die Fähigkeit, Fehlbewertungen zu erkennen und zu nutzen, eine bedeutende Rolle für die Ertragsgenerierung und das Risikomanagement. Julien Houdain von Schroders betont, dass „der Markt für Unternehmensanleihen hochkomplex“ ist und dadurch Ineffizienzen entstehen, die aktiven Investoren Chancen eröffnen. Diese Ineffizienzen entstehen nicht zuletzt dadurch, dass „bis zu 30 %“ der Einflussfaktoren auf den Preis einer Anleihe nicht eindeutig definierbar sind – ein Bereich, in dem sich die Kombination aus systematischen Modellen und Fundamentalanalyse besonders bewährt.

Dieser hybride Ansatz verbindet maschinengesteuerte Prozesse mit menschlicher Expertise, um unvollständig bewertete Situationen im Kreditmarkt aufzudecken. Computer können enorme Datenmengen in kurzer Zeit analysieren – „in weniger als 25 Minuten“ ist es möglich, das gesamte Universum globaler Unternehmensanleihen zu bewerten. Gleichzeitig sorgt die Fundamentalanalyse dafür, dass idiosynkratische Risiken berücksichtigt werden, etwa bei Unternehmen, die von Rechtsstreitigkeiten oder strukturellen Geschäftsproblemen betroffen sind. So wird verhindert, dass scheinbar attraktive Chancen übersehen oder Fehlbewertungen ungeprüft übernommen werden. Denn „wenn die Bewertung einer Anleihe zu gut erscheint, um wahr zu sein“, erfordert dies eine tiefergehende Prüfung durch Experten.

Dieser Ansatz ist eng mit dem Konzept des Credit Ratings verbunden, da beide Methoden darauf abzielen, die Kreditwürdigkeit eines Emittenten und damit das Ausfallrisiko einzuschätzen. Ratings großer Agenturen wie S&P, Moody’s oder Fitch bieten eine wichtige Orientierung im Markt, doch sie spiegeln nicht immer zeitnah fundamentale Veränderungen wider. Der beschriebene Prozess schafft hier einen Vorteil: Während Ratings oft verzögert angepasst werden, kann ein hybrider Ansatz schneller auf neue Risikoentwicklungen reagieren und „potenzielle Verluste minimieren“. Zudem hilft er, jene Fälle zu identifizieren, in denen die Marktbewertung oder sogar das offizielle Rating zu pessimistisch ausfällt und Chancen aufspürt, bevor sie breiter erkannt werden. Ein Beispiel ist die Analyse der Deutschen Pfandbriefbank, bei der fundamentale Risiken früher erkannt wurden, obwohl marktbasierte Indikatoren zunächst ein anderes Bild zeichneten.

Maschinelle Modelle reduzieren emotionale Verzerrungen – „Entscheidungen werden nicht emotional getroffen“ –, während Analysten einzigartige qualitative Risiken erkennen, die sich nicht aus historischen Daten ableiten lassen. Damit ergänzt der hybride Ansatz nicht nur Credit Ratings, sondern erweitert sie um eine dynamische, marktorientierte Perspektive. In einem zunehmend datengetriebenen Marktumfeld entsteht so ein Wettbewerbsvorteil, der sowohl Transparenz als auch Flexibilität bietet. Am Ende steht die Erkenntnis, dass eine umfassende Methodik „das gesamte globale Universum der Unternehmensanleihen durchleuchten“ kann und gleichzeitig die Fähigkeit besitzt, sich an veränderte Marktdynamiken anzupassen – etwas, das starre Bewertungsmodelle und passive Strategien nicht leisten können.

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Hypoport stärkt Plattformstrategie durch Qualitypool-Aufteilung

Von Dr. Oliver Everling | 4.November 2025

Die Neuordnung bei Qualitypool markiert einen weiteren Schritt in der strategischen Fokussierung des Hypoport-Konzerns. Durch die Trennung in eine Finanzierungseinheit und eine spezialisierte Versicherungsmaklergesellschaft folgt das Unternehmen der bereits durch Hypoport eingeleiteten Segmentlogik. Für die börsennotierte Hypoport bedeutet dies eine klarere Aufstellung entlang ihrer zwei wesentlichen Plattformbereiche: Immobilien- und Baufinanzierungsservices einerseits sowie Versicherungstechnologie und -vertrieb andererseits.

Die Bündelung der Versicherungsaktivitäten in einer eigenen Gesellschaft mit der Expertise von AMEXPool weist darauf hin, dass Hypoport die InsurTech-Sparte künftig stärker skalieren möchte. Während das Finanzierungsgeschäft bereits seit Jahren Kernwachstumstreiber ist, hat sich der Versicherungsbereich zuletzt dynamischer entwickelt. Eine klarere Struktur dürfte helfen, regulatorischen Anforderungen effizienter zu begegnen und Innovationszyklen zu beschleunigen, was im stark technologiegetriebenen Plattformgeschäft entscheidend ist.

Für den Kapitalmarkt kann diese organisatorische Entflechtung ein positives Signal darstellen. Investoren honorieren häufig transparente Konzernstrukturen, die eine gezielte strategische Steuerung ermöglichen und interne Reibungsverluste reduzieren. Zudem schafft die eigenständige Positionierung der Versicherungssparte potenziell bessere Voraussetzungen für Partnerschaften und Skaleneffekte, ohne dass operative Umstellungen bei Vertriebspartnern kurzfristige Risiken verursachen.

Gleichzeitig bleibt das Netzwerk innerhalb der Hypoport-Gruppe eng verknüpft, sodass Synergien – insbesondere im technologischen Bereich – nicht verloren gehen. Die Beibehaltung vorhandener Ansprechpartner und Prozesse reduziert die Gefahr operativer Störungen und signalisiert Stabilität. Langfristig könnte die Maßnahme den Weg ebnen, beide Bereiche unabhängiger voneinander zu entwickeln und deren jeweilige Marktposition zu stärken. Insgesamt lässt die Aufteilung darauf schließen, dass Hypoport seine Plattformstrategie weiter schärft, um sowohl im Finanzierungs- als auch im Versicherungsökosystem effizienter zu wachsen und Wettbewerbsvorteile auszubauen.

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