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Nächste Systemkrise kommt aus Europa

Von Dr. Oliver Everling | 19.Dezember 2014

„Fast alle großen Volkswirtschaften haben abgewertet, was den Erfolg einer Devaluation konterkariert. Russland und China haben noch einigermaßen Erfolg, dort steigt die Inflationsrate, die Menschen investieren in Gold, Land oder Immobilien bevor Rubel und Yuan wertloser werden“, rechnet Dipl.-Math. Bernd H. Eckhardt vor. Eckhardt ist u.a. auch für seine Publikationen zu Ratingfragen bekannt (vgl. Eckhardt, Bernd H., und Everling, Oliver: Versicherungsrating, in: Der Aktuar, http://www.aktuar.de, 11. Jahrgang, Heft 2, Juni 2005, ISSN 0948-7794, E60342, DAV Deutsche Aktuarvereinigung e.V., Verlag Versicherungswirtschaft, http://www.aktuar.de, Seite 109 – 110).

„Aber das Wohl und Wehe dieser Länder hängt vom Westen ab. Und in den USA und Europa ist noch nichts von einem Abwertungspush zu spüren“, fügt Eckhardt hinzu. Durch die EZB-Garantie, den Euro und damit die Südländer auf jeden Fall zu stützen, müsse der „Club Med“ keine Reformen durchziehen und günstiger bessere Produkte herstellen, beobachtet Eckhardt aus seinem Domizil in Cómpeta (Malaga). Das Dilemma begreifen immer mehr Anleger. „Sie flüchten auch in deutsche Staatsanleihen: Der freie Fall der Renditen zehnjähriger Bundesanleihen ist eine massive Fluchtbewegung in Qualität und erinnert an die Bankenkrise 2008.“

Auch damals fürchteten Anleger, die Weltwirtschaft könnte in eine Depression stürzen. Der jüngste Einbruch des Ölpreises verstärkt diese Befürchtungen, vermutet Eckhardt. „Während 2008 vor allem US-Banken das globale Finanzsystem an den Rand des Abgrunds führten, wird diesmal die nächste Systemkrise von Europa ausgehen – von seinen Schuldenstaaten und Banken, die auf Geheiß der Politik mit Schrott vollgeladen werden.“

Es kann in Europa ohne Reformen und ohne Zuwanderung (und den damit verbundenen Aufgaben) nicht besser werden, folgert Eckhardt. „Die Bremseffekte der mit dem demographischen Wandel notwendigerweise verbunden Sparpolitik werden 2015 nicht nachlassen, selbst ein reales Wachstum von etwa 1,5 % klingt optimistisch.“

Themen: Bankenrating, Länderrating | Kein Kommentar »

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